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Helpful Content: Was genau ist unter hilfreichen Inhalten zu verstehen?

Im Zusammenhang mit Google und SEO ist immer wieder von sogenanntem Helpful Content die Rede. Es gab auch schon diverse Google Updates, welche diesen Namen tragen. Doch was genau ist unter hilfreichen Inhalten zu verstehen, und wie kann man sie in der Praxis umsetzen? Darüber schreibt Christian Kunz in seinem SEO Report bei uns.

(Illustration: © BrianAJackson, depositphotos.com)

Googles Helpful Content Updates

Das bisher letzte Google Helpful Content Update vom September 2023 hatte es wirklich in sich: Zahlreiche Websites verloren mit diesem Update deutlich an Sichtbarkeit in der Suche und büßten gute Rankings ein. Was genau war geschehen?

Im Zuge des „September 2023 Helpful Content Update“ hatte Google nach bisherigen Erkenntnissen zum Beispiel Websites abgestraft, die über eine schlechte User Experience verfügen – vor allem aufgrund von zu viel und störender Werbung. Diese Eigenschaft kombiniert mit wenig ansprechenden Inhalten führte für manche Website zum Verlust vormals guter Positionen in der Suche.

Doch auch Seiten mit Inhalten, die am Search Intent der Nutzer vorbeizielen und nicht deren Fragen und Bedürfnisse erfüllen, fanden sich auf der Verliererseite. Hinzu kommen Blogs mit problematischen und nicht belegten Behauptungen im Bereich Gesundheit und Medizin. Auch fehlende Transparenz zu den Betreibern und Urhebern der Website sowie fehlende Angaben zu Zweck und Hintergründen sind Eigenschaften, die bei vielen Verlierern des letzten Helpful Content Updates zu finden waren. Eine weitere Auffälligkeit: Websites mit vielen unterschiedlichen Themen ohne klaren Fokus wurden ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen.

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SEO Lily Ray hat weitere Eigenschaften von Websites gefunden, die beim Helpful Content Update vom September verloren haben:

  • Produktbewertungen und Produktreviews, die nicht auf eigenen Erfahrungen basieren, sondern die einfach andere Online-Quellen wiedergeben
  • Kein Branding und keine Informationen zur Website in anderen Quellen
  • Veraltetes Design der Website wie zum Beispiel ein in die Jahre gekommenes Template. Vielen Websites sieht man es an, wenn sie schon lange nicht mehr gepflegt wurden.
  • Nicht funktionierende oder lückenhafte Navigation wie zum Beispiel eine fehlende Breadcrumb-Navigation

Ein gutes und recht konkretes Beispiel für Inhalte, die als nicht hilfreich gelten, sind bestimmte Rezept-Seiten, auf denen man das gewünschte Rezept erst nach langem Scrollen finden kann. Vorab gibt es weitschweifige Ausführungen zur Geschichte des Rezepts, Definitionen zu verschiedenen Zutaten und andere Informationen, die dem eigentlichen Search Intent, nämlich dem Rezept, nicht entsprechen.

Im Grunde ist es recht einfach, hilfreiche von weniger hilfreichen Inhalten zu unterscheiden: Wenn man die gewünschten Informationen schnell findet und diese Informationen die eigenen Fragen beantworten, dann sind die Inhalte hilfreich.

Eigenschaften von Helpful Content

Aus all diesen Kriterien lassen sich im Grunde schon Ansprüche an Helpful Content formulieren:

  • Achte auf eine gute User Experience und zeige nicht zu viel Werbung an.
  • Sorge dafür, dass das Design deiner Website (look & feel) auf dem aktuellen Stand ist.
  • Wenn Du Behauptungen aufstellst, sorge für objektive Belege.
  • Sorge für Transparenz. Das gilt nicht nur für Angaben zu den Betreibern und den Hintergründen einer Website, sondern zum Beispiel auch für Produkttests und Produktreviews. Hier sollten die Testkriterien offengelegt werden und beschrieben werden, wie diese in die Bewertungen eingeflossen sind. Das bloße Einbauen einer Autorenbox genügt übrigens nicht. Die Expertise der Beteiligten muss klar erkennbar und nachvollziehbar sein, zum Beispiel durch Links auf bisherige Veröffentlichungen.
  • Konzentriere Dich auf wenige wichtige Themen und beschreibe diese dafür in der nötigen Breite und Tiefe. So können die Nutzer, aber auch Google erkennen, dass Erfahrung und fachliche Expertise vorhanden sind.

Nach Beispielen suchen

Um herauszufinden, welche Inhalte für eine Suchanfragen Google als hilfreich erachtet, sollte laut Danny Sullivan alias Google Search Liaison einfach eine Suche durchführen und sich die am besten rankenden Ergebnisse anschauen:

Screenshot des im Text zitierten Tweets

Aber Vorsicht: Sullivan räumt ein, dass Googles Systeme nicht perfekt sind. Das bedeutet, dass auch Seiten, die gegen Googles Empfehlungen verstoßen, gut ranken können. Allerdings sollte man sich nicht darauf verlassen, dass es auch so bleibt.

Inhalte für die Menschen: People First Content

Die vielleicht wichtigste Empfehlung zu Helpful Content, die Google immer wieder ausspricht, lautet: Erstellt Eure Inhalte nicht für Google, sondern für die Menschen. Man spricht dabei auch von „People First Content“.

Die Idee dahinter ist, bei der Erstellung von Content von den Fragen und den Bedürfnissen der Nutzerinnen und Nutzer auszugehen und zu versuchen, ihnen alle Informationen zu liefern, welche sie benötigen, ohne dass sie danach eine weitere Webseite aufsuchen müssen.

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Originalität

Was für hilfreiche Inhalte außerdem wichtig ist, ist Originalität. Darauf wies Danny Sullivan in einer Serie von Tweets hin. Originalität bedeutet, dass die Inhalte nicht anderswo bereits zu finden sind. Es geht also um das Schaffen des so oft zitierten Mehrwerts.

Konkret bedeutet das, dass zum Beispiel Produkttests selbst durchgeführt und nicht einfach die Ergebnisse von anderen abgeschrieben werden. Originalität lässt sich auch durch eigene Forschungen und Recherchen sowie Umfragen erzielen, durch eigene Erfahrungsberichte und auch durch das Äußern der eigenen Meinung.

All das sind Dinge, welche sich mit automatisch per KI erzeugte Inhalte noch nicht umsetzen lassen, denn die Large Language Models von ChatGPT und Co. schaffen nichts Neues, sie kombinieren bereits Bestehendes neu.

Google Checkliste zu Helpful Content

Wer all diese Empfehlungen beachtet, kann im Grunde nicht viel falsch machen. Und doch ist es zu empfehlen, die eigene Website hin und wieder kritisch zu hinterfragen. Dazu kann man sehr gut Googles Checkliste zu Helpful Content verwenden. Dort findet man Fragen wie diese:

  • Enthält die Seite neue Informationen, Forschungsergebnisse, Analysen oder Berichte?
  • Bietet die Seite eine grundlegende, vollständige und umfassende Beschreibung des Themas?
  • Gibt es dort neue Einblicke, Analysen oder Informationen, die über das Offensichtliche hinausgehen?

Fazit: Was ist jetzt also Helpful Content?

Wer sich die Dos und Don’ts für Helpful Content ansieht, wird feststellen, dass es keine einheitliche Formel gibt, wie Inhalte aussehen müssen, um als hilfreich zu gelten. Das liegt daran, dass sich die Ansprüche und Wünsche der Menschen je nach Thema und Suchanfrage unterscheiden.

Wer Helpful Content schaffen möchte, muss dabei diese Bedürfnisse und Wünsche in den Mittelpunkt des Schaffens stellen und darf sich nicht in erster Linie an Google und einem möglichen Erfolg in der Suche orientieren. Dieser Erfolg stellt sich nämlich dann von ganz alleine ein, auch wenn es eine Weile dauern kann.


Dieser Artikel gehört zu: UPLOAD Magazin 112

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