Fünf Fragen an Sebastian Steins zum Podcasting-Tool LoudBlog

LoudBlog ist unter Podcastern weltweit bekannt. Vergleichsweise schnell und einfach kommt man so zum eigenen Podcast samt Website. Sebastian Steins hat das Projekt vor geraumer Zeit von Gerrit van Aaken übernommen und arbeitet an neuen Funktionen. Neben Audio soll Loudblog künftig auch mit Video umgehen können. Und ganz neu: Mit der Aktion “Loudblog on air” möchte er gemeinsam mit anderen neue Musiker fördern. Im Mail-Interview mit UPLOAD verrät er, was hinter den Kulissen gerade passiert.

Loudblog Screenshot
Screenshot der Benutzeroberfläche von Loudblog

Worauf legst Du für die neue Version von LoudBlog besonderen Wert? Worauf können wir uns einstellen (und freuen)?

Die Zukunft von LoudBlog und damit auch der zukünftigen Features sehe ich in der Funktionalität, mit Medientypen unterschiedlichster Art umzugehen. So wünsche ich mir für zukünftige Versionen Features zum Betreiben eines Fotoblogs und verbesserte Unterstützung für Vodcasts (Video-Beiträge).

Damit das gelingt, werde ich einen Großteil der Programmierung ändern müssen, weil Erweiterungen innerhalb des aktuellen Codes sehr zeitraubend sind.

Viel Wert lege ich auch auf Stabilität und Sicherheit. In einer früheren LoudBlog-Version kam es vermehrt zu Problemen mit den Templates, daher plane ich die Integration von Smarty.

Wo sind die zentralen Schwierigkeiten für Dich beim Programmieren der neuen Version? Bleibt unter der Haube irgendein Stein auf dem anderen?

Das größte Problem ist die Zeit. Als Freelancer bleibt mir da manchmal nicht so viel übrig wie ich mir das wünschen würde. Große Probleme bereitet mir wie gesagt der Source-Code, der sich nicht an MVC-Architekturen orientiert und daher wild Datenbankabfragen, Darstellungs- und Geschäftslogik miteinander vermengt.

Meine ursprüngliche Idee war eine von Grund auf neu geschriebene Version mit einem kleinen eigenen Framework dahinter. Davon musste ich jedoch Abstand nehmen. LoudBlog ist eine Software, die sich vor allem an technisch weniger versierte User richtet und daher muss ein Migrationsaufwand sehr gering bleiben. Außerdem haben viele User eigene Templates erstellt, also muss zumindest die Möglichkeit bestehen, dass auch das alte Template-System weiter funktioniert.

Deshalb versuche ich im Moment, die Steine doch so aufeinander stehen zu lassen wie bisher, aber im Hintergrund Abstraktionsklassen zu integrieren. Im Moment stecke ich damit noch in der Planungsphase, aber ich denke, dass der Teil, der schon jetzt in der experimentellen Version existiert und der aktuelle Code zusammen schonmal eine nicht ganz so schlechte Basis bilden.

Mal grob geschätzt: Wann kommt eine Version heraus, die ich als nicht so experimentell eingesteller LoudBlog-Nutzer aufspielen kann?

Es gibt ja bereits die Version 0.7.0 von LoudBlog, die ich schon ein bisschen aufgebohrt habe, um den dringlichsten Problemen Herr zu werden. So kann man nun im Adminbereich ein Cookie setzen lassen, um sich nicht immer neu anmelden zu müssen, LoudBlog unterstützt das Tagging von Artikeln und einen besseren Spamschutz dank BadBehaviour. Eine ganz neue Version wird es auch geben, aber mit Terminen halte ich mich dieses mal bedeckt, damit habe ich beruflich schon viel zu kämpfen.

Aber ich hoffe, dass ich auch den Usern von LoudBlog ein schönes Weihnachtsgeschenk machen kann, um es mal so zu sagen ;-)

Was ist Deine Motivation, dieses Projekt weiterzuführen?

Ich verwende sehr viel OpenSource-Software und liebe es, neue Technologien und Entwicklungen im Web zu konzipieren und umzusetzen. Daher bot mir LoudBlog eine ideale Platform, mit der ich eigene Ideen verwirklichen und an die OpenSource-Gemeinde zurück fließen lassen kann. Ich hätte mich auch an bestehenden Projekten beteiligen können oder ein neues starten können, aber für etwas Neues fehlt mir nun wirklich die Zeit und LoudBlog bietet mir die Möglichkeit, das zu tun, was ich für richtig halte.

Außerdem habe ich mit LoudBlog noch etwas anderes vor: Freie Musik zu fördern. Ich habe gerade mit einigen Freunden und Kollegen LoudBlog on air gestartet. Mit diesem Projekt sammeln wir Werke freier Künstler und Bands und wollen eine echte CD aus den Einsendungen pressen lassen. Damit werden wir wohl ein bisschen Radio- und DJ-Promotion machen, um gerade den Free-Music-Künstlern ein wenig mehr Publicity zu verschaffen.

Was sind die Stärken von LoudBlog – zum Beispiel im Vergleich einer Lösung von WordPress plus Podpress?

LoudBlog ist einfach für Podcasts gemacht und funktioniert out-of-the-box. Keine Plugins, keine aufwendige Anpassung. Einfach installieren, Audiodateien hochladen und schon ist mein Podcast in iTunes verfügbar.

Sicherlich hat eine Kombination aus WordPress und Podpress viele Features mehr, aber die Erfahrung zeigt, dass dies manchmal nicht nur nicht gebraucht, sondern gar unerwünscht ist, weil es die Sache einfach komplizierter macht.

Blogs, Podcasts, Wikis und viele neuartige Software- und Kommunikationskonzepte haben sicherlich unser Leben im Web verändert, in den meisten Fällen sehr positiv. Die vielen neuen Techniken, die damit einhergehen, wie zum Beispiel RSS, haben einen sehr großen Anteil daran gehabt. Trotzdem interessiert es die meisten User sehr wenig, warum etwas so funktioniert wie es funktioniert. Sie nutzen eine Technologie, weil sie ihnen mehr Vorteile bietet als eine andere, aber die wenigsten wollen sich damit intensiv beschäftigen und eben auch zum Beispiel keine Plugins installieren. Dieser Philosophie folgt LoudBlog: Neue Technik aber einfach. Und ich denke, dass das ganz gut gelungen ist.

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Lesetipp: Dossier Content für Marketing und Kommunikation

(Cover-Illustration: © enotmaks, depositphotos.com)

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3 Gedanken zu „Fünf Fragen an Sebastian Steins zum Podcasting-Tool LoudBlog

  1. Ich hatte Loudblog von der off. Seite geholt und installiert. Leider hat das LogIn nicht geklappt und so suche ich nach weiteren Anbietern. Schade!

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