Sprechreiz.tv: Crossmedial auf Spendentour für die Malteser

Wie kann eine gemeinnützige Organisation wie die Malteser heute die junge Generation erreichen? Eine gewichtige Rolle spielt dabei das Internet. Ein Team von Studenten der Rheinischen Fachhochschule Köln hat eine crossmediale Kampagne für die Malteser entwickelt – und auch umgesetzt. Im Zentrum: Die fiktive Nachmittags-Talkshow “Sprechreiz.tv”. Julian Geurts hat mir fünf Fragen dazu beantwortet. Er ist der strategische Konzepter der Gruppe.

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Ex-Knacki Kalle Grabowski (Ralf Richter) ist einer der Gäste bei Sprechreiz.tv

In welchem Rahmen ist die Kampagne entstanden?

Die Kampagne entstand im Rahmen des Mediendesign-Studiengangs (Bachelor) an der Rheinischen Fachhochschule Köln (RFH). Im 4. Semester ist es die Aufgabe, im Fach “Screendesign Anwendungen” eine crossmediale Kampagne für reale “Kunden” zu entwickeln. Die konzeptionelle und kreativen Umsetzungen der Kampagne begeisterte die Malteser so sehr, dass wir über das Semesterende hinaus die Kampagne schließlich umsetzen konnten.

Was ist die Grundidee?

Aufgabe war es, eine Spendenkampagne für die Zielgruppe der 16- bis 29-Jährigen zu erstellen. Dabei setzten wir uns als Ziel, ein völlig neues Image der Malteser aufzubauen, um die Jugend anzusprechen und auch zu erreichen. Wir stellen absichtlich keine Leistung der Malteser in den Vordergrund der Kampagne. Wir überzeugen den Rezipienten durch ein ansprechendes neues Format, was man zunächst in keiner Weise mit einer Spende verbindet. Es ist unsere Absicht, das Spenden als nützliches Produkt zu verpacken. Spenden soll bei uns Spaß machen und kein schlechtes Gewissen verursachen. Dabei führen wir die allgemein geringe Spendenverantwortung in der Gesellschaft vor Augen, von der sich die Rezipienten durch eine Spende abgrenzen sollen.

Welche Ziele sollen damit erreicht werden?

Bei einer Spendenkampagne geht es immer darum Geld einzunehmen. Im Rahmen unserer Kampagne war jedoch gleich klar, dass wir bei der Zielgruppe in Verbindung mit den Maltesern Freude am Spenden wecken können und somit viel größere Erfolge feiern können.

Welche Rolle spielt das heutige Web mit seinen Möglichkeiten dabei?

Die Zielgruppe über die entsprechenden Kanäle zu erreichen, ist von zentraler Bedeutung. Wir haben gleich zu Beginn darauf gesetzt, eine gewisse Viralität zu erreichen. Der Link zur Seite soll über die verschiedensten Communities, in denen sich unsere Besucher aufhalten, verbreitet werden.

Welche Herausforderungen waren dabei besonders zu meistern?

Alle Schritte der Umsetzung mit den unvorhergesehenen Problemen, die in allen Bereichen auftreten, zu meistern, stellte eine besondere Herausforderung dar. An einigen Positionen haben wir auf professionelle externe Unterstützung gesetzt, größtenteils wurde die ganze Kampagne jedoch von Studentenseite umgesetzt.