Bessere Smartphone-Videos aufnehmen mit wenig Ressourcen

Video ist ein gutes Mittel, um in der aktuellen Situation so etwas wie eine persönliche Note in die Kommunikation mit Kunden und Interessenten zu bringen. Wie das auch mit beschränkten Ressourcen aus dem Home Office gelingen kann, zeigt Stefanie Roth von der Video-App Cofenster in diesem Beitrag auf. Sie liefert Ihnen dabei viele praktische Tipps.

Hobbykoch filmt sich selbst mit Smartphone auf Stativ
(Foto: © golubovy, depositphotos.com)

Warum Video jetzt gefragt ist

Durch die Absage zahlreicher Messen und Kundenveranstaltungen fällt derzeit die persönliche Kontaktaufnahme weg. Um in der aktuellen Situation dennoch Kundenbeziehungen aufrechtzuhalten, müssen Sie zugleich effektiv und effizient kommunizieren.

Neben der Erstellung von Blog-Beiträgen und redaktioneller Arbeit fokussieren sich erfolgreiche Content-Strategien unter anderem auf emotionale Kommunikation in Form von Videos. Denn wie baut man besser Vertrauen auf, als persönlich und nahbar direkt zu seinen Kunden zu sprechen?

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Bewiesenermaßen erinnern sich Menschen zudem länger an Bild- und Bewegtbild-Inhalte als an reinen Text. Das bedeutet natürlich nicht, dass Ihr Content ausschließlich aus Videos bestehen muss. Jedoch könnte es eine sehr gute Ergänzung sein, um ihren Inhalt zu vermarkten und Ihre Leser*innen bekommen dadurch einen guten Eindruck von Ihnen und stellen eine persönliche Verbindung zu Ihnen und Ihren anderen Inhalten her.

Kurz gesagt: Videos machen ihren Content menschlich und persönlich. Sie können diese Chance nutzen, um das Vertrauen ihrer Kunden zu gewinnen.

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Konkrete Beispiele und Ideen

Welche Videos können Sie jetzt auch aus dem Home-Office erstellen? Dazu einige Beispiele und Ideen:

Mit Persönlichkeit punkten

Durch ein Video können Sie mit Persönlichkeit punkten, ohne die Mitmenschen durch direkten Kontakt in Gefahr zu bringen. Erstellen Sie ein kurzes Video, in dem Sie sich und Ihr Unternehmen vorstellen. Erklären Sie Ihren Zuschauern, was Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung so besonders macht und warum man sich auch in Krisenzeiten auf Ihr Team verlassen kann. Lassen Sie auch Ihre Mitarbeiter*innen zu Wort kommen.

Produkt demonstrieren

Mit Videos können Sie Ihr Produkt einfach und verständlich vorstellen. Dafür können Sie es eventuell auch von zu Hause aus filmen und die Funktionalität erklären. Ihre Kunden werden ihnen dankbar sein, wenn sie statt einer schriftlichen Anleitung ein kurzes Tutorial in Videoformat anschauen können oder Ihr Produkt im Einsatz sehen. Wichtig ist natürlich auch, was Ihr Angebot von anderen unterscheidet und besonders macht.

Kunden zu Wort kommen lassen

Statt sich selbst vor die Kamera zu stellen, können Sie Ihre Kunden oder Influencer bitten, über Sie oder Ihr Unternehmen zu sprechen. Denn der große Vorteil von Video ist die Verbreitung von Emotionen. Wenn ihre Kunden erzählen, wie zufrieden sie mit ihrem Produkt oder ihrer Dienstleistung sind, wird das die Glaubwürdigkeit enorm steigern. Wenn diese dann die Videos in deren Netzwerk teilen, gibt das außerdem erhöhte Aufmerksamkeit.

Interne Videos

Auch für die interne Kommunikation können Unternehmen mit Videos  in der jetzigen Situation Zeit und Geld sparen. Da auf persönliche Meetings verzichtet werden muss, können Updates, Onboarding-Prozesse oder Briefings per Video mitgeteilt werden. Das spart nicht nur Zeit für die Erstellung einer Rundmail, komplexe Inhalte lassen sich dadurch effizient und nachhaltig übermitteln.

Umfang und Plattformen

Zur perfekten Länge von Videos lassen sich keine generellen Aussagen machen. Das hängt ganz wesentlich von der Zielgruppe, dem Thema und der gewählten Plattform ab.

Auf YouTube punkten Sie beispielsweise derzeit mit ausführlichen Videos. Das gilt nicht zuletzt für Ratgeber- und Erklärvideos. YouTube ist bei alldem ideal für Inhalte, die langfristig gefunden werden sollen, denn viele Menschen nutzen die Plattform wie eine visuelle Suchmaschine.

Instagram wiederum ist eher auf kurze Videos ausgelegt. Über die eingebaute Videoplattform IGTV darf es hier zwar auch länger als ein paar Sekunden oder Minuten sein. Dennoch sind hier Videos besser aufgehoben, die für den Moment gedacht sind und bei denen es nicht wichtig ist, dass sie auch in einigen Wochen oder Monaten neue Zuschauer finden.

Andere Social Networks wie Facebook oder Twitter sind eher auf kurze Videoformate ausgelegt. Auf Facebook finden Sie darüber hinaus ebenfalls das von Instagram bekannte Stories-Format.

Von der Theorie zur Praxis

Man braucht bei alldem nicht zwingend ein Filmteam, um guten Video-Content zu erstellen. Denn die Mitarbeitenden haben das wichtigste Instrument zur Video-Erstellung bereits in der Hosentasche: das Smartphone. In vielen aktuellen Geräten ist eine Kamera mit 4K-Auflösung eingebaut, die eine gute Qualität liefern kann.

Beim Filmen mit dem Smartphone müssen sie nur auf einige Regeln achten:

Die richtige Kamera auswählen

Einer der Vorteile beim Videodreh mit dem Smartphone ist, dass es vorn und hinten jeweils eine Kamera gibt. Die Vorderkamera wird dabei meistens für kurze Selfie-Aufnahmen wie z.B. für Instagram Stories verwendet. Sie haben dabei immer im Blick, wie Sie gerade im Bild sind. Diese Kameras haben zuletzt in der Qualität zugelegt, weil sie eben nicht mehr nur für Videoanrufe genutzt werden. Für professionellere Videos empfiehlt sich aber dennoch meistens der Wechsel auf die Kamera auf der Rückseite des Gehäuses, die hier in aller Regel noch immer mehr bietet.

Die richtige Position

Die Kamera sollte sich auf Augenhöhe befinden. Filmen Sie sich also nicht von unten oder oben, sondern wie ein (virtueller) Gesprächspartner.

Achten Sie auf Ihre Position im Bildrahmen. Meistens bietet es sich an, zentral zu stehen oder bei horizontalen Videos auch auf der linken oder rechten Seite. Genau in der Mitte machen Sie aber auf jeden Fall nichts verkehrt.

Ihre Augen sollten etwa auf der Höhe einer gedachten Linie sein, die ein Drittel unterhalb des oberen Rands ist (Drittel-Regel).

Wenn man nur Ihren Kopf sieht, sind Sie zu dicht an der Kamera. Sieht man dagegen auch Ihren Bauch oder gar die Beine, sind Sie (viel) zu weit weg.

Nehmen Sie diese Videos im Stehen auf, denn dadurch werden Sie automatisch dynamischer als im Sitzen.

Wie aber nehmen Sie sich im Home-Office ohne Helfer überhaupt auf? Dafür empfiehlt sich die Anschaffung eines Smartphone-Stativs oder eines entsprechenden Adapters für ein eventuell bereits vorhandenes Stativ. So können Sie garantieren, dass Ihr Video nicht verwackelt ist und Sie die nötige Bewegungsfreiheit haben.

Lichtverhältnisse

Ein weiterer wichtiger Schritt für gelungene Aufnahmen sind die passenden Lichtverhältnisse. Denn hier haben selbst die besten Smartphone-Kameras weiterhin eine Schwäche gegenüber professionellen Videokameras.

Deshalb suchen Sie sich idealerweise eine große Lichtquelle, z.B. ein Fenster. Vor dem Fenster gilt dann die Devise: unbedingt Gegenlicht vermeiden! Das bedeutet: Die besten Aufnahmen entstehen, wenn sie das Fenster vor sich haben. Ist es hingegen hinter Ihnen, sieht man nur eine geisterhafte Silhouette.

Wenn mal nicht genügend Tageslicht zur Verfügung steht, können sie auch auf künstliches Licht von einer Lampe zurückgreifen. Diese Lampe sollte etwas versetzt vor Ihnen stehen. Nutzen Sie keine Lampe, die Sie direkt von oben oder unten anstrahlt, weil das unschöne Schatten auf Ihr Gesicht wirft.

Profis arbeiten übrigens mit zwei bis drei Lampen. Eine ist das Hauptlicht von schräg vorn. Eine andere steht auf der anderen Seite und etwas weiter weg (bzw. abgedimmt): Dadurch werden Schatten abgemildert. Und eine dritte Lampe kommt in der Studiosituation von hinten und oben, um den Hinterkopf auszuleuchten, weil das der Person eine dezente Kontur gibt und vom Hintergrund abhebt. Bei Außenaufnahmen wird hingegen oft mit dem natürlichen Licht und einem Reflektor gearbeitet.

Ganz so weit müssen Sie es nicht treiben. Aber falls Sie zwei Lichtquellen haben, können Sie einmal mit einem ähnlichen Aufbau experimentieren.

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Hintergrund

Suchen Sie sich einen möglichst simplen Hintergrund, der nicht zu sehr ablenkt. Ein bisschen Atmosphäre ist aber durchaus erlaubt. Bücherregale sind immer beliebt.

Ansonsten ist eine neutrale, weiße Wand ebenfalls eine gute Wahl. Stellen Sie sich aber nicht direkt davor, sondern lassen Sie etwas Abstand: Ansonsten werden Sie eventuell einen Schatten auf die Wand werfen oder sehen eher so aus, als würden Sie sich für ein Polizeifoto aufstellen …

Tonqualität

Ihr Smartphone hat nicht nur eine gute Kamera zu bieten, sondern auch ein Mikrofon. Damit man Sie auf dem Video am Ende versteht, achten Sie darauf, dass Sie dieses nicht aus Versehen mit Ihren Händen verdecken, falls das Smartphone nicht auf einem Stativ steht.

Wichtig zu wissen: Die Tonqualität hängt stark vom Raum ab. Nackte Wände reflektieren den Schall, was zu Echo führt. Sie können das leicht überprüfen, in dem Sie einmal in verschiedenen Räumen in die Hände klatschen: Im Badezimmer wird das ganz anders klingen als im Wohnzimmer. Grundregel: Je weniger Echo, desto besser für Sprache. Teppiche, Vorhänge, Regale, Polstermöbel etc. schlucken oder streuen den Schall.

Sind Sie im Video zu leise, müssen Sie sich vielleicht angewöhnen, lauter und deutlicher zu sprechen. Das sollte nicht wie im Theater klingen. Aber wer sonst eher eine leise Stimme hat, sollte sich hier ein wenig mehr trauen. Außerdem gilt nebenbei bemerkt: Durch die Kamera geht einiges von der Dynamik einer Person verloren. Sie müssen also immer ein bisschen übertreiben, um dann hinterher natürlich zu wirken und nicht etwa schläfrig.

Es gibt zudem einfache Ansteck-Mikrofone, die sich an ein Smartphone anschließen lassen. Die können die Tonqualität deutlich verbessern.

Schlusswort

Mit diesen Tipps und einigen guten Ideen können Sie auch mit wenigen Mitteln und aus dem Home Office heraus gute Videos erstellen. Die werden zwar keine professionelle Studioqualität erreichen, aber derzeit werden Ihnen die Zuschauer*innen das gerne vergeben. Insofern: Setzen Sie sich nicht zu sehr unter Druck. Formate wie die Instagram Stories bieten sich an, um einmal zu experimentieren, da die Inhalte von allein wieder verschwinden. Testen Sie das alles auch ganz spielerisch, ohne die Videos veröffentlichen zu wollen. Denn mehr Selbstbewusstsein vor der Kamera kommt vor allem mit mehr Erfahrung!

Lesetipp: Dossier Content für Marketing und Kommunikation

(Cover-Illustration: © enotmaks, depositphotos.com)

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