Die richtige YouTube-Kanalstrategie für langfristigen Erfolg

YouTube ist aus dem Alltag vieler nicht mehr wegzudenken. Es ist seit Jahren die Videoplattform Nummer 1 und daher nicht nur für Content Creator und YouTuber, sondern auch für Firmen eine wichtige Plattform um ihr Publikum zu erreichen. Nadia Holdener zeigt auf, wie Sie auf YouTube starten, Ihren Kanal strategisch aufbauen und was es bei alldem zu beachten gilt.

(Foto: © Zamurovic, depositphotos.com)

Was macht YouTube zur stärksten Videoplattform?

Social-Media-Plattformen kommen und gehen. Und wie bei Facebook, Instagram oder TikTok zu sehen, sind sie meist nur in einem bestimmten Alterssegment besonders stark und spielen für andere Generationen daher keine oder eine untergeordnete Rolle.

YouTube ist anders. Längst nutzen nicht nur mehr Jugendliche die Plattform, um die neusten Videos ihrer Lieblingsyoutuber anzuschauen. So ist YouTube z.B. für viele der selbstverständliche Einstieg, wenn ein Problem irgendeiner Art vorliegt – sei es die Bedienung eines Geräts, die Suche nach einem Kochrezept oder Inspiration für einen nachhaltigeren Lebensstil.

Da für den reinen Konsum der Videos kein Account benötigt wird, nutzen die Plattform auch viele, die im Allgemeinen eher skeptisch oder zurückhaltend sind was die Nutzung von Social Media betrifft. 

Trotzdem machen erst die starke Community und die dazugehörigen Funktionen, wie etwa die Kommentarfunktion, YouTube wirklich zu dem was es ist. Der Community-Gedanke unterscheidet YouTube von anderen Videoplattformen wie etwa Vimeo, das eher als Hostingplattform bezeichnet werden kann. Nahezu niemand geht auf Vimeo, um nach Inhalten zu suchen, geschweige denn diese zu kommentieren.

Ganz anders YouTube. Viele Nutzer:innen kennen den Veröffentlichungsrhythmus ihrer Lieblingskanäle und versuchen möglichst früh neuen Content sehen zu können. Fast so wie früher, als man um kurz vor 20 Uhr vor den Fernseher saß, um die Tagesschau nicht zu verpassen.

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Und was ist mit Facebook?

Facebook unternahm in den letzten Jahren so einiges, um selbst zur wichtigen Videoplattform zu werden. So werden direkt auf Facebook hochgeladene Videos vom Algorithmus gefördert, während eingebettete YouTube-Videos vom Algorithmus abgestraft werden.

Doch Facebook hat diesbezüglich meiner Meinung nach keine Chancen. Und dies aus mehreren Gründen:

  1. YouTube steht seit 2005 für Video-Content und baut die Funktionen und Tools für Creator kontinuierlich aus. Auch hat Google früh realisiert, dass sie einem Creator etwas bieten müssen. So wurde früh ein Partnerprogramm entwickelt, das die Video-Ersteller:innen an den Werbeeinnahmen beteiligt. Auch wurden auf der ganzen Welt „YouTube Spaces“ eingerichtet: mit Video-Studios, Schnittplätzen und Workshops für Creator ab einer gewissen Kanal-Größe. 
  2. Wenn ich ein YouTube-Video anschauen will, muss ich zuerst auf die Vorschau klicken. Ich treffe also eine bewusste Wahl. Bei Facebook werden die Videos in der Timeline dagegen automatisch abgespielt. Es sind Videos, die mir der Algorithmus vorschlägt. Die Motivation, diese Videos anzuschauen, ist daher wesentlich kleiner – was sich in der deutlich geringeren Wiedergabedauer eines Videos auf Facebook zeigt.
  3. YouTube ist nach Google die zweitgrößte Suchmaschine. Suche ich einen bestimmten Inhalt, werde ich ihn auf YouTube finden, selbst wenn das Video schon älter ist. Haben Sie auf Facebook schon einmal die Suchfunktion verwendet, um einen älteren Inhalt zu finden? Ich habe es jedenfalls aufgegeben. Denn Facebook kriegt die Suche einfach nicht hin.

Die starke Suchmaschine, gepaart mit einer großen aktiven Community und die kontinuierliche Weiterentwicklung der Entwickler:innen machen YouTube klar zur stärksten Videoplattform.

YouTube als Hostingplattform oder als Kanal?

YouTube wird gerade von Firmen sehr oft als reine Hostingplattform verwendet. Die Videos werden also auf YouTube geladen, um sie dann auf der eigenen Webseite einbinden zu können.

Das kann selbstverständlich sinnvoll sein. Der Fokus liegt dann aber auf der Webseite: Dort soll der Content angeschaut werden. Dabei wird aus meiner Sicht die Chance verpasst, auf YouTube noch mehr Menschen zu erreichen.

Selbstverständlich sind die Videos auch so auf YouTube auffindbar, doch wenn ein Video nicht entsprechend in die Plattform eingepflegt wird, fällt es gegenüber anderen Videos ab.

Ein Zwischenschritt wäre es daher, die Videos auf YouTube wenigstens bestmöglich einzupflegen. Bedeutet:

  • ein eigenes Vorschaubild (Thumbnail) gestalten,
  • einen passenden Titel setzen,
  • Text formulieren
  • und die Videos in Playlists bündeln.

Außerdem sollte der Kanal mindestens ein Profilbild, eine Channel Art (Header-Bild), sowie eine Beschreibung haben. Damit sehen die Videos auch auf YouTube ordentlich aus – und man gewinnt den einen oder die andere Zuschauer:in dazu.

ABER: Damit holt man noch immer erst einen Bruchteil von dem heraus, was YouTube kann. Denn wenn z.B. gleich fünf Videos einer Kampagne auf einmal hochgeladen werden und danach drei Monate lang nichts passiert, wissen die Nutzer:innen nicht, worauf sie sich einlassen, wann sie mit welcher Art von Content rechnen können – und sehen daher keinen Grund, den Kanal zu abonnieren und sich in der Community zu engagieren.

Die volle Power von YouTube schöpfen Sie dann aus, wenn Sie es als vollwertigen Social-Media-Kanal betrachten und dementsprechend bewirtschaften.

Mit YouTube starten

Grundfragen für den Anfang

Grundsätzlich sollten Sie sich die gleichen Fragen wie beim Start jedes anderen Social-Media-Kanals stellen, bevor Sie auf YouTube starten:

  • Was ist Ihr Ziel?
  • Wer ist die Zielgruppe?
  • Welche Themen und Inhalte wollen Sie bespielen?
  • Welche Ressourcen haben Sie dafür?

Besonders letzterer Punkt ist nicht zu unterschätzen, denn auch wenn die Technik der Videoproduktion in den letzten Jahrzehnten immer einfacher wurde, so ist sie trotzdem aufwändiger als die Erstellung von Text- und/oder Bild-Posts.

Falls Sie nicht bereits für andere Kanäle regelmäßig Videos produzieren oder produzieren lassen, lohnt es sich deshalb, sich beraten zu lassen und sich mit einer Fachperson über Ihre Ideen zu unterhalten, um eine Einschätzung zu erhalten, mit wieviel Aufwand oder Budget Sie rechnen müssen.

Das richtige Format finden

Sobald Sie die Fragen für sich ausreichend beantworten können, lohnt es sich meiner Meinung nach eine ausführliche Recherche: Was machen andere und welche Inhalte und Formate sind erfolgreich?

Es geht nicht darum Dinge 1:1 zu kopieren, aber sich von erfolgreichen Formaten inspirieren lassen ist oftmals eine gute Strategie, um sein eigenes Format zu entwickeln.

Viele Ideen zu haben und zu entwickeln ist erstmal gut, danach braucht es aber den Realitätscheck. Gleichen Sie also Ihre Format-Ideen mit den Antworten auf die oberen Fragen ab: Zahlt dieses Format auf Ihr Ziel ein, interessiert es Ihre Zielgruppe, haben Sie genügend Ressourcen um dieses Format regelmäßig zu produzieren oder produzieren zu lassen?

Die ersten Gehversuche

Wenn Sie alle Fragen mit ja beantworten können, wird es Zeit loszulegen. Produzieren Sie einen Prototypen oder einen „Piloten“, wie man das in der Bewegtbildwelt nennt. Wenn Sie diesen dann anschauen, werden Sie merken, dass sich einiges auf dem Papier vielleicht besser gelesen hat, als es nun ist. Andere Teile wiederum sind vielleicht unerwartet besser, als beim Schreiben des Konzepts gedacht. Das sind wichtige Erkenntnisse, die Sie in die nächsten Videos einfließen lassen sollten.

Idealerweise produzieren Sie noch einen zweiten oder dritten Piloten, bis Sie damit raus gehen – aber irgendwann müssen Sie. Trotz einer ausführlichen Vorbereitung und sorgfältigen Planung können Sie nicht bis ins letzte Detail planen, wie Ihre Zielgruppe auf das Video reagieren wird. Ein bisschen ist es also trotz allem ein Sprung ins kalte Wasser. Sehen Sie diesen aber als große Chance und hören Sie genau hin, was Ihr Publikum für Feedback gibt. Denn am Ende nützt es nichts, wenn Sie selbst Ihre Videos lieben, ihre Zielgruppe aber nur mäßig davon begeistert ist.

Da Sie nicht einfach so und automatisch ein Publikum haben, können Sie sich auch Schritt für Schritt rantasten. Zeigen Sie das Video zuerst Menschen im persönlichen Umfeld und bitten Sie sie um Feedback. In einem nächsten Schritt sind es vielleicht Geschäftspartner, Stammkunden oder die Community, die Sie auf einem anderen Kanal bereits aufgebaut haben.

Wichtig ist dabei: Nur weil einer Person etwas nicht gefällt, müssen Sie dies nicht anpassen, aber filtern Sie den allgemeinen Tenor raus und überlegen Sie sich, was Sie an Ihrem Format wie anpassen können.

Machen Sie das so lange, bis Sie sich wohl fühlen und legen Sie dann richtig los mit Ihrem Kanal. Selbstverständlich kann auch das ganze Prototyping bereits öffentlich auf Ihrem neuen Kanal passieren, muss aber nicht.

Community-Aufbau und Kontinuität 

Wenn Sie sich entschieden haben, YouTube als eigenständigen Kanal zu sehen und nicht nur als Hostingplattform zu nutzen, dann werden Sie diesen Kreislauf von Konzeption, Produktion, Distribution, Evaluation und Adaption nun immer und immer wieder durchlaufen.

Denn Sie, die Plattform und auch Ihre Zielgruppe sind ständig in Bewegung. Und was heute absolut gut funktioniert, muss in einem Jahr nicht mehr so sein.

YouTubes Statistiken nutzen

Überprüfen Sie also immer wieder Ihre Videos auf Ihre Ziele. YouTube gibt Ihnen dazu ausführliche Statistiktools an die Hand. Sie sehen nicht nur wie oft Ihr Video angeschaut oder kommentiert wurde, sondern z.B. auch wie lange Ihr Video angeschaut wurde, an welchem Punkt die meisten Nutzer:innen abspringen, etc.

Sie können daraus wichtige Erkenntnisse ziehen und an den richtigen Stellen Dinge umstellen. So stimmen Sie Ihre Videos auf Ihr persönliches Zielpublikum und Ihre Community Schritt-für-Schritt immer besser ab. 

Mit Interesse sollten Sie auch beim Blick in die Statistik darauf achten, wen Sie mit Ihren Videos erreichen. YouTube zeigt Ihnen das Publikum nach Alter, Geschlecht und Abrufland an. Diese Statistiken können Sie also in gewisser Weise zu Marktforschungszwecken verwenden.

Wenn Sie nun sehen, dass z.B. ein deutlich älteres Publikum Ihre Videos anschaut, als Sie als Zielgruppe formuliert haben, sollten Sie sich fragen, ob Sie vielleicht die ganze Zeit eine falsche Zielgruppe im Kopf hatten – oder was Sie an den Videos ändern müssen, um das von Ihnen angestrebte Publikum zu erreichen. Es geht ja nicht darum, möglichst viele Views irgendeiner Art zu erreichen, sondern möglichst viele Menschen aus Ihrer Zielgruppe. 

Warum Regelmäßigkeit so wichtig ist

Ganz allgemein sollten Sie YouTube nicht als Sprint sehen, sondern als Marathon. Auch andere Social-Media-Kanäle eröffnen Sie in der Regel nicht für ein enges Zeitfenster, sondern für eine kontinuierliche Bespielung.

Wie eingangs erwähnt, kennen viele Nutzer:innen der Plattform den Veröffentlichungsrhythmus Ihrer Lieblingskanäle. Das liegt daran, dass erfolgreiche Kanäle in den allermeisten Fällen regelmäßig neue Videos veröffentlichen. Also immer zu selben Uhrzeit, an festgelegten Tagen.

Auch wenn Videos danach natürlich jederzeit abrufbar sind, ist es entscheidend, was in den ersten Stunden nach Veröffentlichung passiert. Denn mit diesen Daten (Wie oft wird das Video angeklickt? Wie lange wird es im Schnitt angeschaut? Wie oft wird es positiv bewertet und kommentiert?,…) wird der Algorithmus der Plattform gefüttert – und dieser entscheidet schlussendlich, ob Ihr Video viele Views erzielt oder nicht.

Das Video erreicht nur dann sein Publikum, wenn es auch angezeigt wird, z.B. auf der Startseite der Nutzer:innen, als Vorschlag in der Suche oder auch als Vorschlag neben/nach anderen Videos. Wenn Sie also regelmäßig Videos veröffentlichen, werden Ihre Fans mit der Zeit wissen, wann dies ist und versuchen die Videos möglichst kurz nach Veröffentlichung anzuschauen und sorgen damit für gute Werte.

Außerdem weiß auch der Algorithmus mit der Zeit, dass auf Sie Verlass ist. Regelmäßige Uploads zeigen, dass Sie die Plattform fortlaufend bespielen wollen. Und das mag YouTube. So sind ihre Videos in den Augen des Algorithmus’ es wert, empfohlen zu werden.

Denn um ganz ehrlich zu sein: Es wartet grundsätzlich niemand auf Ihre Inhalte. Auf YouTube werden jede Minute 500 Stunden neuer Content hochgeladen. Es gibt also Inhalte im Überfluss – und Sie müssen sich mit gutem Content, der Ihre Community interessiert und regelmäßig veröffentlicht wird, dagegen durchsetzen.

Langfristiger Community-Aufbau

Auch die Community bauen Sie daher nicht von heute auf morgen auf. Auch den Nutzer:innen müssen Sie zunächst beweisen, dass ihr Kanal es wert ist, abonniert zu werden und Beachtung verdient.

Denn der Entscheid für Ihren Kanal und Ihre Videos ist gleichbedeutend mit einem Entscheid gegen alle anderen Inhalte und Kanäle, denen man sein begrenztes Budget an Aufmerksamkeit und Zeit schenken könnte.

Bringen Sie der Community Wertschätzung entgegen indem Sie z.B. auf Kommentare reagieren oder direkt nach deren Meinung fragen. Aber tun Sie dies nur, wenn Sie auch tatsächlich daran interessiert sind. Wenn Sie mit Ihren Videos nur möglichst viele Views erreichen möchten, aber z.B. keine Fragen in den Kommentaren lesen, dann sollten Sie sich überlegen, ob ein aktiv bewirtschafteter YouTube-Kanal das Richtige für Sie ist, oder ob Sie ihn vielleicht doch einfach nur als Hostingplattform nutzen möchten.

Wenn Sie aber Ihrer Community auf Augenhöhe begegnen und am Austausch interessiert sind, dann werden ihre treuen Abonnent:innen es Ihnen danken und sich immer und immer wieder Content von Ihnen anschauen und damit interagieren. Dadurch werden andere Nutzer:innen auf ihren Kanal aufmerksam und ihre Community wird stetig wachsen.

Mit YouTube Geld verdienen

YouTube ist längst nicht mehr nur eine Plattform für Hobbyfilmer:innen. Zudem ist „YouTuber“ inzwischen ein oft genannter Berufswunsch von jungen Menschen. Selbstverständlich auch, weil sich mit YouTube Geld verdienen lässt. Wobei dies nicht ganz so einfach ist, wie sich das einige vielleicht vorstellen. Die Möglichkeiten, durch YouTube Geld zu verdienen, sind jedoch da und sie sind sehr vielfältig.

Werbeeinnahmen

Wird man ins YouTube-Partnerprogramm aufgenommen, bekommt man einen Anteil an den Werbeeinnahmen, die rund um die eigenen Videos erzielt werden. Diese Einnahmen können je nach Kanal und Video sehr stark variieren. Oft wird als Basis von 1-2 Euro pro 1000 Views gesprochen. Dies ist ein guter Basiswert. Im konkreten Einzelfall kann der aber auch deutlich höher liegen.

YouTube-Funktionen für Creator

In den letzten Jahren hat YouTube weitere Tools für Creator vorgestellt, um mit Videos Geld zu verdienen. Etwa mit der Möglichkeit, Kanalmitgliedschaften anzubieten, eine Art Abo-Modell bei dem die Abonnent:innen für einen bestimmten Betrag pro Monat gewisse Extras bekommen. Das können z.B. zusätzliche Videos oder Livestreams sein, aber auch die Möglichkeit besondere Emojis in den Kommentaren zu nutzen.

Eine weitere Funktion sind „Super Chats“. Damit lassen sich Kommentare während eines Livestreams hervorheben.

Als weitere Funktion lässt sich YouTube direkt mit einem Merchandising-Shop verknüpfen, in welchem es dann z.B. T-Shirts oder Tassen mit dem Logo des YouTube-Kanals zu kaufen gibt.

Affiliate-Links

Affiliate-Links sind in der Bloggerwelt stark verbreitet, kommen aber auch bei YouTube zum Zug. Durch Partner-Links auf bestimmte Produkte und Angebote werden Nutzer:innen dabei auf Seiten von Anbietern gelenkt. Bei einem erfolgreichen Kauf bekommen die YouTuber einen definierten Betrag oder Anteil davon.

Diese Geldeinnahmequelle funktioniert z.B. besonders gut für Tech-YouTuber, die die neuesten Geräte in Ihren Videos vorstellen und in der Beschreibung auf einen Shop verlinken, in dem man das entsprechende Gerät erwerben kann.

Produktplatzierungen

Grundsätzlich ist es für Marken spannend, durch eine Person oder einen Kanal mit einer interessanten Zielgruppe auf ihre Produkte aufmerksam zu machen. Und auch für Content Creator sind solche Kooperationen spannend, weil sie mehr Geld einbringen als die klassischen Werbeeinnahmen von YouTube. Aber das Produkt muss natürlich zum Kanal passen und sinnvoll eingesetzt werden. Diese Möglichkeit Geld zu verdienen ist in den letzten Jahren immer mal wieder durch kuriose Videos oder Posts auf verschiedenen Social-Media-Kanälen negativ aufgefallen. Zudem darf die Grenze zur Schleichwerbung nicht überschritten werden.

Kunden gewinnen / Umsatz steigern

Als Firma sind Sie in der Regel aber weniger interessiert, auf YouTube selbst Geld zu verdienen als vielmehr mit YouTube.

So können Sie durch Ihre YouTube-Präsenz selbstverständlich Nutzer:innen auf sich aufmerksam machen und als Kunden gewinnen. Indem Sie sich z.B. mit interessantem Content ins Gespräch bringen und sich einen Expert:innenstatus aufbauen.

YouTube ist zwar grundsätzlich gratis, aber Nutzer:innen sind durchaus bereit, für Mehrwert zu bezahlen. Vielleicht haben Sie einen Online-Kurs und spendieren ein paar zusätzliche Videos gratis auf YouTube. So können Nutzer:innen diese anschauen, lernen Sie kennen, sehen was Sie können. Und wenn sie mehr möchten wissen sie, dass es bei Ihnen den umfassenden Online-Kurs zu kaufen gibt. Ähnlich funktioniert es bei E-Books oder Coachings. Und selbstverständlich funktioniert es auch bei physischen Produkten. 

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Ausblick: Alles nur noch 60 Sekunden im Hochformat?

Der Erfolg von TikTok zeigt: Es gibt ein großes Interesse an kurzen Videos im Hochformat. Bis vor wenigen Jahren undenkbar, denn Bewegtbild war immer quer. Die Kinoleinwand und der TV-Bildschirm sind es bis heute.

Auch zukünftig wird wohl quer das klassische Video-Format bleiben, denn es bietet uns einen größeren Genuss, weil wir das Bild so besser erfassen können. Schließlich sind ja auch unsere Augen nebeneinander angeordnet.

Und doch macht Hochformat, gerade für eher kurze Videos, die für den Konsum auf dem Smartphone produziert werden, absolut Sinn. Denn so füllen Sie den Bildschirm komplett aus und wir können dazu das Smartphone „normal“ in der Hand halten. Das Smartphone zu drehen ist oft schon eine Bewegung zu viel – ähnlich wie ein Klick zu viel, um etwas auf einer Webseite zu finden.

YouTube möchte nun mit „Shorts“ auch etwas von diesem Hochformat-Kuchen haben. Das kann eine Ergänzung zu den klassischen YouTube-Videos sein, wird diese aber nicht ersetzen. Ähnlich wie Stories, die auf Instagram die Posts auch nicht ersetzt, sondern ergänzt haben.

Es wäre auch nicht nachvollziehbar, wenn YouTube den klassischen Videos den Riegel vorschieben würde. Denn damit erreichen Sie heute bei vielen Nutzer:innen eine grosse Verweildauer auf Ihrer Plattform – und das ist schließlich das Ziel von YouTube.

Und die Nutzer:innen? Die wollen durchaus längere Videoinhalte auf YouTube sehen – die Zeiten von „ein Video darf nur zwei bis drei Minuten lang sein“ sind vorbei. Im Gegenteil: Wenn Nutzer:innen nach einem bestimmten Inhalt auf YouTube suchen, dann wollen Sie das entsprechende Thema umfassend beleuchtet haben und nicht kurz und knapp abgefrühstückt werden.

Shorts können als eine Ergänzung definitiv auch auf YouTube funktionieren, werden aber die Stärken des langlebigen klassischen YouTube-Videos nicht ersetzen. Shorts zeigt für mich aber, dass sich die Verantwortlichen nicht auf ihrem Erfolg ausruhen, sondern die Plattform ständig weiter entwickeln. Ein gutes Zeichen und Vorbild für Content Creator, denn auch als Kanal-Betreiber:in sollte man sich ständig weiterentwickeln und z.B. neue Funktionen wie etwa Shorts ausprobieren.

Lesetipp: Jan Firsching vergleicht YouTube Shorts, Instagram Reels und Snapchat Spotlight mit dem Vorbild TikTok.

Schlusswort

Ganz persönlich ist für mich YouTube auch nach über sechs aktiven Jahren auf der Plattform nach wie vor meine Lieblingsplattform. Trotz hohem Aufwand und auch mal unschönen Kommentaren ist YouTube etwas vom Besten für das ich mich entschieden habe. Denn dieser starke Community-Gedanke, das tolle Feedback, die vielen Bestärkungen, thematischen Ergänzungen und Weiterführungen sind toll und inspirierend. Ebenso auch die Forderungen nach weiteren Videos oder ergänzende Fragen und Diskussionen in den Kommentaren. Und selbst die Herausforderungen, wie etwa der Umgang mit negativen Kommentaren, können Ansporn sein weiterzumachen und sich stetig zu verbessern.

Unbezahlbar sind der Austausch mit anderen YouTubern und die Türen, die sich plötzlich öffnen – nur weil irgendjemand jemandem erzählt hat, dass jemand unser Video gesehen hat und toll fand …


Dieser Artikel gehört zu: UPLOAD Magazin 94

Unternehmen können Video auf viele Weisen einsetzen und auf einige der wichtigsten gehen wir in dieser Ausgabe ein. Wir geben Ihnen etliche Anregungen für den Einsatz von Bewegtbild. Wir erklären, wie Sie eine erfolgreiche YouTube-Kanalstrategie umsetzen. Und wir schauen uns an, was die TikTok-Kopien von Instagram, YouTube und Snapchat können. Außerdem in diesem Monat: ein Onlinekurs zu YouTube SEO. Bonusbeitrag: 99 gute Gründe für ein (Corporate) Blog.

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(Illustration: © AlisaRut, depositphotos.com)

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