Was das agentische Web für Content-Strategie, Informationsarchitektur und UX bedeutet

Stell dir vor, deine Kunden besuchen deine Website nicht mehr selbst, sondern schicken ihre KI-Agenten. Im sogenannten „agentischen Web“ recherchieren, vergleichen und kaufen Maschinen stellvertretend für uns. Das verändert vieles: Websites müssen dann nicht nur für Menschen gut aussehen, sondern für KIs leicht verständlich und eindeutig sein. Andre Eberle zeigt dir, warum deine Seite Klicks verliert, aber als Datenquelle gewinnt und wie du deinen Content jetzt clever anpasst.

(Illustration: © VisualGeneration, depositphotos.com)

Zusammenfassung

  • Das Internet wandelt sich: Im „agentischen Web“ übernehmen KI-Systeme zunehmend die Recherche, den Vergleich und perspektivisch sogar den Kaufprozess für Nutzer.
  • Neue Rolle der Website: Sie verliert zwar an direkten Klicks, wird als verlässliche, strukturierte Datenquelle für KI-Agenten aber umso wichtiger.
  • Konkrete Fakten statt Floskeln: Austauschbare Marketing-Sprüche („Individuelle Lösungen“) helfen Maschinen nicht. KIs brauchen detaillierte Dokumentationen zu Preisen, Zielgruppen und Bedingungen.
  • Kontext durch Nähe: Wichtige Informationen wie Voraussetzungen, Kosten und vor allem Ausschlusskriterien (für wen das Angebot nicht gedacht ist) müssen räumlich direkt beim Angebot stehen.
  • Vertrauenssignale als Text: Zertifikate, Logos oder Sterne-Bewertungen nützen der KI in Bildform kaum. Sie müssen als eindeutiger, ausformulierter Text in die Seite integriert werden.

Eine Nutzerin sucht einen zweitägigen Projektmanagement-Kurs in München. Er soll im September stattfinden, weniger als 1.000 Euro kosten und sich speziell an Führungskräfte aus mittelständischen Unternehmen richten.

Normalerweise würde sie dafür eine Suchmaschine öffnen, mehrere Websites besuchen, Angebote vergleichen und sich schließlich für einen Anbieter entscheiden.

Im agentischen Web könnte sie diese Aufgabe an einen KI-Agenten übergeben. Dieser recherchiert geeignete Kurse, prüft Termine, vergleicht Preise und fasst die Ergebnisse zusammen. Er empfiehlt eine Buchung und schließt diese nach Bestätigung ab.

Für Unternehmen entsteht dadurch eine neue Frage: Was passiert, wenn die Website für Menschen hervorragend aussieht, der KI-Agent das Angebot aber nicht versteht?

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