mufin: Musikfinder aus Deutschland (mit Screencast)

Das Portal mufin (“Musicfinder”) geht in die offene Betaphase: Jeder kann sich also anmelden und die Seite ausprobieren. Das als “Entdeckungsmaschine” deklarierte Angebot aus Berlin geht auf ein Forschungsprojekt des Fraunhofer Instituts zurück. Entsprechend spannend sind die technischen Grundlagen. Vor allem unbekannte Bands könnten von dem Service profitieren.
Screenshot mufin
Startseite bei mufin. Es gibt einige Empfehlungen, idealerweise beginnt man aber damit, oben eine Band, ein Album oder einen Titel einzugeben.

Heute gibt es bereits mehrere Wege, neue Musik zu entdecken. Bei last.fm beispielsweise wird ähnliche Musik vor allem anhand der Hörgewohnheiten der Teilnehmer gefunden. In iTunes hat Apple mit Version 8 die “Genius”-Funktion integriert, deren exakte Kriterien nicht bekannt sind, die mal gute und mal seltsame Ergebnisse liefert.

So funktioniert mufin

Das deutsche Angebot mufin geht einen anderen Weg: Die Musik selbst wird analysiert. mufin ist es also egal, wie die Band heißt oder mit welchen Schlagwörtern ein Titel versehen ist. mufin interessiert es auch nicht, welche Bands allgemein als ähnlich angesehen werden.

Stattdessen geht mufin die Musikstücke durch und sucht nach klanglicher Ähnlichkeit: Rhythmus, Lautstärke, Instrumente – um nur einige Beispiele zu nennen. Über vier Millionen Stücke kennt mufin aktuell.

Entstanden ist mufin am Fraunhofer Institut für Digitale Medientechnologie in München. Es wurde ausgegründet, um die Forschungsergebnisse kommerziell einzusetzen und zu verwerten. Seit vorigem Jahr gehört mufin zur Magix AG.

So kann man es nutzen

Wie das Ganze aussieht, könnt Ihr Euch in diesem kurzen Screencast (3:21 Minuten) ansehen:

Screencast zu mufin – der “Musikentdeckungsmaschine” auf Vimeo.

Im mufin-Portal gibt man zunächst einen Künstler, eine Gruppe, einen Titel oder ein Album vor. Zu allen Suchtreffern kann man sich eine Liste mit verwandter Musik anzeigen und die Stücke probehören, Playlists und Merkzettel anlegen.

Ergänzend gibt es zudem jetzt auch Widgets für Facebook und MySpace, so dass man darüber auf seinen Profilseiten seine “Musikentdeckungen” zeigen und anderen empfehlen kann.

Zudem gibt es ein Plugin für iTunes (aktuell nur für Windows), das die komplette Musikbibliothek entsprechend analysiert und ähnliche Songs findet. Diesem Plugin kann man als Nutzer dabei auch sagen, wie ähnlich die Musik sein soll, die mufin zusammenstellen soll.

Auf dem Portal kann man leider noch nicht wie auf last.fm komplette Musikstücke hören. Dazu sind noch einige technische Dinge zu klären und vor allem Verhandlungen mit den Plattenlabels zu führen, wie mir Petar Djekic von mufin mitteilte.

Chancen und Zukunftsmusik

Aber auch so ist das Portal bereits eine große Chance für neue Bands: Schließlich wird ihre Musik vorgeschlagen, sobald sie passt – unabhängig davon, ob sie bekannt sind oder nicht. Man bewegt sich hier als Hörer also nicht zwangsläufig innerhalb der ausgetretenen Mainstream-Pfade.

Geld verdient das mufin-Portal derzeit vor allem, sobald es einen zum Kauf von Musik über das Portal verführt. Über ein Partnerprogramm-Modell bekommt mufin etwas von den Umsätzen ab.

Weitere Anwendungen der Technologie lassen sich in Zukunft denken. So könnte man die Erkenntnisse aus der Musikanalyse beispielsweise in einer Grafik oder auf einem Raster visualisieren. Da könnten sich auf jeden Fall interessante Erkenntnisse ergeben – und Entdeckungen machen lassen.

Fazit

mufin als Portal steht noch am Anfang. Vor allem ganze Musikstücke hören zu können, wird schmerzlich vermisst. Auch die Zahl der bekannten Titel muss sicher noch steigen, um die Suchergebnisse zu verbessern und noch interessanter zu machen. Die technologische Grundlage aber ist spannend und verspricht interessante Anwendungen für die Zukunft.

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