Liveblogging mit CoverItLive im Selbstversuch

Wer von einer Veranstaltung “live” berichten will, kann das natürlich im eigenen Blog – mit CoverItLive sogar recht bequem und mit witzigen Zusatzfunktionen. Mein erster Test hat nur zur Hälfte gut funktioniert. Hier meine Erfahrungen mit dem Tool.


Screenshot: Website von CoverItLive
Auf der Website von CoverItLive gibt es weitere Infos auch in Videoform.

In diesem Artikel kann man meinen ersten Versuch mit CoverItLive sehen. Für die Leser ist es praktisch eine eingebettete Seite (für die Experten: ein Iframe).

An der Stelle sieht man auch bereits eines der besonderen Features von CoverItLive: Hinterher können die Nutzer das Livegeschehen noch einmal abspielen. Wie sinnvoll das ist, muss jeder für sich selbst entscheiden.

Überhaupt kann man die Sinnhaftigkeit eines solchen Dienstes natürlich grundsätzlich in Frage stellen. Ganz simpel könnte man während einer Veranstaltung einfach direkt ins Blog schreiben und den Artikel eventuell zwischendurch bereits abspeichern und freischalten. Kommen neue Informationen hinzu, aktualisiert man ihn entsprechend. Was CoverItLive besser macht, erkläre ich gleich.

Eine andere Lösung wäre es, seinen Twitter-Account dafür zu missbrauchen. Ich selbst bin allerdings kein großer Fan davon, denn Twitter ist nicht besonders geeignet, um eine Veranstaltung über mehrere Stunden hinweg in 140-Zeichen-Schnippseln zu begleiten. Du kannst es tun – wenn Dir egal ist, dass Deine Follower in Scharen davonlaufen, weil Du sie plötzlich mit einer Flut von Tweets überforderst, für die sie sich im Zweifel nicht die Bohne interessieren.

Funktionsweise und Features

Screenshot: Liveblogging-Fenster von CoverItLive
So sieht CoverItLive auf Seiten des Livebloggers aus: In der Mitte ist die eigentliche Action, links die Features und Funktionen, rechts die Kommentare der Leser.

Der Weg zum eigenen Liveblog ist recht simpel. Nachdem man sich bei CoverItLive angemeldet hat, kann man sein erstes Event anlegen. Daten wie der Titel werden dafür benötigt. Zum Schluss bekommt man ein Stückchen Quelltext, das man dort veröffentlicht, wo das Liveblogging-Fenster für die Leser zu sehen sein soll.

Als Schreibender öffnet man nun wiederum ein spezielles Fenster, in dem sich alle Funktionen versammeln. In der Mitte sieht man, was auch die Leser auf der eigenen Website sehen. Linker Hand hat man ausklappbare Menüs mit Zusatzfunktionen, für Einstellungen und um beispielsweise Dateien einzubinden: Bilder, Videos oder Sound. Das geht recht einfach: Hochladen und dann per Doppelklick in die Berichterstattung befördern. Das mit dem doppelten Klicken hat bei mir nicht gleich funktioniert, aber das muss nicht unbedingt die Schuld von CoverItLive sein… Auf der rechten Seite jedenfalls sieht man die einlaufenden Kommentare der Leser – die können einen Namen frei wählen und damit Nachrichten an den Liveblogger schicken. Der kann sie ignorieren, löschen oder mit einem Klick veröffentlichen.

Besonders die Leserkommentare finde ich ein sehr sinnvolles Feature, da sie direkt in den Verlauf integriert werden. Bei einem mehrfach aktualisierten Blogbeitrag stehen die Kommentare hingegen wie üblich unter dem Text – der direkte Bezug zu einer speziellen Äußerung fehlt dann.

Ein Gag sind die Umfragen, die man starten kann. Sie können je nach Thema durchaus nützlich sein und bringen auf jeden Fall ein zusätzliches interaktives Element ins Geschehen.

Technisch benötigt man als Liveblogger lediglich einen Internet Explorer oder den Firefox als Browser. So jedenfalls empfehlen es die Macher.

Die Leser selbst rufen die entsprechende Seite mit dem Liveblog ganz normal auf.

Nachteile und Schwierigkeiten

Ein Problem lässt sich kaum umgehen: Es ist im Liveblogging-Fenster sehr wenig Platz. Die Bildschirmhöhe ist nun einmal begrenzt. Eine Umfrage beispielsweise nimmt zusätzlich Platz weg. Wenn es also sehr lebendig zugeht, der Liveblogger viel schreibt und auch noch viele Kommentare bekommt, kann es schnell eng werden.

Unbedingt wird zudem eine stabile und möglichst schnelle Internetverbindung gebraucht, ansonsten wird das Liveblogging zum Geduldsspiel. Bei meinem Test ging gelegentlich die Verbindung zu CoverItLive verloren. In der Folge wurden Texte von mir verschluckt, oder aber sie wurden den Lesern angezeigt, aber nicht mir. Auch die Zeiten, bis ein Kommentar oder ein Bild tatsächlich erschien, waren bei meinem ersten Versuch manchmal recht lang. Gerade in einer Live-Situation sollte aber alles reibungslos funktionieren, denn mit Zuhören, Formulieren, Schreiben, Kommentare lesen und freischalten, Bilder machen, hochladen und einsetzen hat man schon genug um die Ohren.

Ist die Verbindung einmal verloren gegangen, kann man als Liveblogger ein Fenster erneut öffnen und dann geht es weiter. Allerdings dauert es recht lange, bis die Funktionen wieder komplett zur Verfügung stehen.

Ich hatte das Ganze mit einer UMTS-Verbindung und einem überlasteten WLAN versucht und in beiden Fällen funktionierte es nicht rund genug, um Spaß zu machen. Ich hoffe, dass ich demnächst die Gelegenheit habe, es einmal unter besseren Bedingungen zu testen.

Soweit ich gesehen habe, kann zudem immer nur eine Person gleichzeitig livebloggen. Interessant wäre es aber, wenn man auch zu zweit oder dritt von einem Event mit CoverItLive berichten könnte. Man kann auch mit mehreren Personen zugleich livebloggen – siehe dazu den Kommentar von Manuel. Vielen Dank für den Tipp!

Das Ganze ist derzeit kostenlos.

Fazit

CoverItLive ist ein nützliches Tool mit netten, witzigen und nützlichen Zusatzfeatures. Das direkte Einbetten von Bildern und Leserkommentaren in den Verlauf ist eine gute Sache. Leider kann es aufgrund des beschränkten Platzes schnell etwas eng werden im Liveblogging-Fenster. Auf jeden Fall finde ich, dass CoverItLive aus Liveblogging ein kleines Blog-Event machen kann – wenn alles gut und reibungslos klappt.

Jetzt neu: „Kanban – Die schnelle Einführung“

Kanban – Die schnelle Einführung
(Coverfoto: © fizkes, depositphotos.com)

Mehr über die Inhalte erfahren ...

 

4 Gedanken zu „Liveblogging mit CoverItLive im Selbstversuch

  1. Zu. “Soweit ich gesehen habe, kann zudem immer nur eine Person gleichzeitig livebloggen. Interessant wäre es aber, wenn man auch zu zweit oder dritt von einem Event mit CoverItLive berichten könnte.”

    Ist ganz einfach, Du kannst bis zu 10 Kommentatoren zulassen, bei denen nicht jeder Kommentar extra freigeschaltet werden muss, so dass sie als Co-Kommentatoren auftreten können.

    Außerdem kannst Du Kollegen auch zu Co-Redakteuren machen, so dass sie auch Kommentare der zuschauer freischalten oder ablehnen können und Dir Arbeit abnehmen können, wenn es voll wird.

  2. Wenn nicht irre viele Kommentare erwartet werden und Wert auf schnell mal eingebundene Bilder, Videos, Audios oder Umfragen gelegt wird, ist CiL ein großartiges Tool – wenn es nicht gerade down ist.

    Wenn zu viele zu schnell kommentieren, und die eigenen Beiträge nicht regelmäßig über Twitter-Größe hinausragen, bekommt das ganze schnell Chat-Charakter.

    Wir haben während der EM zu zwei, teilweise zu dritt livegebloggt und hatten diverse Stammkommentatoren; das Liveblog war am ehesten mit einer großen Stammtischfußballguckrunde zu vergleichen. Hat Spaß gemacht.

    Das herkömmliche Waschmittel Liveblog ist dagegen ein ruhiger, technisch weniger anspruchsvoll und für den Leser im Endeffekt auch übersichtlicher.

    Anbei mal zwei Fußball-CiL-Liveblog-Beispiele:

    EM-Viertelfinale Deutschland-Portugal
    11. Bundesliga-Spieltag

  3. Auch wir haben das Tool kürzlich benutzt und waren begeistert. Wir hatten unseren Kunden einen LiveChat angeboten unter dem Motto “Fragen Sie unseren Tea Taster”. Klar gibt es noch Optimierungsbedarf aber dafür das es nix kostet, läuft es prima.

    Sicherlich werden wir es nochmals verwenden

  4. Vielen Dank für Eure Hinweise und Beispiele. Wer CoverItLive ebenfalls bereits verwendet hat, kann gern seinen Link hier als Kommentar ergänzen.

    Ich denke gerade: Eigentlich wäre CoverItLive ein idealer Kandidat für eine Desktop-Applikation, zum Beispiel über Adobe AIR. Das würde zwar nicht alle Performance-Probleme bei schlechten Internetverbindungen beheben, aber man könnte evtl. alle Einstellungen und Vorbereitungen an einem Ort vornehmen, ohne sich durch die Website von CiL klicken zu müssen.

Kommentare sind geschlossen.