Kaltura: Ein ernsthafter YouTube-Konkurrent aus der Open-Source-Ecke

Eine freie Video-Plattform aus Israel will dem Platzhirschen YouTube das Fürchten lernen. Das Open-Source-Projekt Kaltura bietet dabei sogar noch mehr Funktionalität als der etablierte Konkurrent aus dem Hause Google. Denn Videos lassen sich nicht nur hochladen und anschauen, sondern auch noch bearbeiten – ganz ohne zusätzliche Software und ohne spezielle Kenntnisse. Erfolgversprechend ist auch die Möglichkeit, Kaltura einfach in offene Content Management Systeme wie WordPress, Drupal oder MediaWiki einzubauen.

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Ganz neu ist Kaltura nicht, doch so richtig offensiv in Richtung YouTube marschierten die Entwickler erst jetzt mit der Veröffentlichung der Community Edition. Helfen könnte dabei auch die Zusammenarbeit mit Wikipedia, die Kaltura für die Einbindung von Videomaterial nutzen will.

Der Funktionsumfang

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Die Basis von Kaltura ist der Video Player. Er erlaubt ein schnelles und einfaches Veröffentlichen von Videos in vielen verschiedenen Formaten. Besonders interessant ist die Möglichkeit, direkt über den Player den Besuchern weitere Funktionen bereit zu stellen. So können Schaltflächen hinzugefügt werden, mit denen Funktionen wie Upload, Remix, Share, Kommentare oder Bewertungen eingebaut werden.

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Videos, Bilder und Audiodaten lassen sich mit dem integrierten Uploader auch als Stapel vom Rechner hochladen und aber direkt von anderen Onlinequellen wie YouTube oder Flickr importieren. Die Videodaten werden dabei automatisch in das FLV-Format konvertiert, so dass alle Videos im gleichen Format gespeichert sind und sich somit jederzeit miteinander vermischen lassen.

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Zum Bearbeiten der hochgeladenen Videos stellt Kaltura gleich zwei Editoren bereit. Für einfache Anpassungen kann man den Standard Video Editor nutzen, der recht übersichtlich wirkt und intuitiv zu bedienen ist.

Wenn es dann etwas mehr sein darf, sollte man zum Advanced Video Editor greifen. Er bietet deutlich mehr Funktionalität ist aber dafür auch eher für Fortgeschrittene gedacht.

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Besonders schön gelöst ist auch die Untertitel-Funktion. Sie lassen sich in mehreren Sprachen einfügen und vom Betrachter über ein Kontextmenü auch während der Wiedergabe ein-, aus- oder umschalten.

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Die Video Management Console von Kaltura verfügt über eine ganze Reihe von Werkzeugen, mit denen die Videos verwaltet werden können. Dazu gehören beispielsweise auch Statistiken und Statusanzeigen, so dass man schnell im Bilde ist, welche Videos verfügbar sind und häufig angesehen werden.

Fazit

Insgesamt ist der erste Eindruck von Kaltura schon recht positiv. Der Funktionsumfang überzeugt gerade durch die beiden Video-Editoren und kann dank Open Source und dem bereitgestellten Entwickler-Kit auch noch erweitert werden. Ob es Kaltura tatsächlich gelingt, YouTube ersthaft Konkurrenz zu machen, wird sich erst noch zeigen müssen. Es wird auch davon abhängen, ob die prominente Verwendung durch Wikipedia weitere Nutzer anzieht. Nach eigenen Angaben ist Kaltura bereits in über 35.000 Webseiten integriert. Und wenn der Einbau in populäre Systeme wie WordPress oder Drupal wirklich so leicht ist, wie es beworben wird, könnte die Zahl schon bald stark steigen. Einen Blick ist die offene Plattform definitiv wert.

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4 Gedanken zu „Kaltura: Ein ernsthafter YouTube-Konkurrent aus der Open-Source-Ecke

  1. Schön das YouTube ein bisschen Konkurrenz bekommt, somit werden die sich vielleicht mal ein bisschen weiterentwickeln. :)

    Allerdings mag ich Flash immer noch nicht und werde es auch nie mögen. Liegt vielleicht daran das ich es noch nie mochte oder auch an der Tatsache das ich Apple Nutzer bin und QuickTime viel besser finde. ;) :P

  2. Nicht deren ernst? Open-Source-Projekt und dann funktioniert die Seite nicht richtig ohne Flash? Sorry, schlechter Versuch…

Kommentare sind geschlossen.