Welches Shopsystem passt am besten zu Ihrem Unternehmen?

Onlineshopping ist bequem, es ist von überall aus möglich und vor allem durch die Coronavirus-Pandemie hat es an Wichtigkeit gewonnen. Eine Vielzahl verschiedener Shopsysteme unterstützen dabei die Betreiber. Doch worauf ist bei der Auswahl zu achten? Welche Formen von Shopsystemen gibt es und wie finden Sie das passende System für sich? Erfahren Sie in diesem Beitrag von Kristina Schmitz, worauf Sie achten müssen, welche Arten von Shopsystemen es gibt und wie Sie am besten bei Ihrer Entscheidung vorgehen.

(Illustration: © Sentavio, depositphotos.com)

Warum ein Onlineshop? Die Vorteile eines digitalen Geschäftsmodells

  1. Shopping rund um die Uhr: Ein Onlineshop kennt keinen Ladenschluss. Kunden können rund um die Uhr shoppen und Interessenten sich jederzeit von Ihrem Angebot überzeugen. Der Bestellvorgang läuft vollautomatisiert mittels Tools, sodass für diesen Punkt keine Mitarbeiter notwendig sind. 
  2. Nicht abhängig von „Laufkundschaft“: Mit einem Onlineshop können Sie nicht nur rund um die Uhr Umsatz generieren, sie müssen sich auch nicht nur auf Offline-Laufkundschaft verlassen. Der Onlineshop kann ein guter Zusatz zu Ihrem stationären Geschäft sein und Kunden anlocken, die sich nicht am Standort Ihres Ladengeschäfts befinden. So erweitern Sie Ihr Kundenspektrum und die Zielgruppe ist unabhängig von der geografischen Lage.
  3. International skalierbar: Dank der Standortunabhängigkeit ist ein internationaler Verkauf möglich, ohne dass Sie in den jeweiligen Ländern Filialen eröffnen müssen.
  4. Zeitsparend für die Kunden: Das Stöbern im Onlineshop ist einfacher als im Laden. Durch Filter- und Sortierfunktionen haben Besucher genau den Teil des Sortiments im Blick, für den sie sich interessieren. Außerdem können User direkt nach Größe, Farbe, Material oder Preis sortieren und Produkte miteinander vergleichen. Kundenfreundliche Wunschlistenfunktionen sorgen dafür, dass Artikel für später gespeichert werden können. Außerdem kommt Bequemlichkeit ins Spiel:  Kunden müssen für das Wiederkehren in den Shop nicht von der Couch aufstehen. Ist ihnen der Sinn danach, können sie direkt losshoppen. 
  5. Gute Basis für Mehrverkäufe und direkte Kundenkommunikation: Sie sind im Besitz der Kontaktdaten Ihrer Kunden. Das ist ein Vorteil gegenüber dem Verkauf in einem Ladengeschäft. Denn dort kennen Sie in den seltensten Fällen die E-Mail-Adresse der Kunden und auch die gekauften Produkte jedes Kunden speichern sie selten in deren Kontaktdetails ab. Im Onlineshop ist das anders. Sie können dank der Interaktionen und Daten ganz leicht zielgerichtete Kommunikationsketten aufbauen und so die Customer Journey nachhaltiger beeinflussen.
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Shopsystem: Warum es wichtig ist, das richtige Shopsystem zu wählen

Gutes Einkaufserlebnis

Ein Shopsystem unterstützt das digitale Einkaufserlebnis. Was das bedeutet? Es bietet reibungslose Abläufe und intuitive Handhabung seitens der Kundschaft. Dazu gehören ein funktionierender Warenkorb, eine Wunschliste, Gutscheine und Filter- und Sortierfunktionen. 

Repräsentation des Unternehmens

Professionalität sells: Ein Shopsystem sorgt für die professionelle Darstellung Ihrer Produktpalette und Sie können es direkt in Ihre Website einbinden. Funktionen wie Chat, verschiedene Zahlungsmittel und die Anbindung an Ihre Content-Management- und Newsletter-Systeme sind unerlässlich.

Reibungsloser Verkauf durch viele Funktionen

Ein Shopsystem ist die Online-Verlängerung Ihres Geschäfts. Genau wie in der Offline-Welt müssen Abläufe funktionieren, der Laden aufgeräumt sein und verschieden die Bezahloptionen gewährleistet sein. Und genau das erledigen Shopsysteme. Der Besucher kommt in Ihren digitalen Shop, stöbert nach Kategorien und Größen, legt seine Wunschprodukte in den Warenkorb und will diese bestellen. Ganz einfach, ganz intuitiv und ohne Probleme mit dem Shopsystem. Diesen reibungslosen Ablauf des Verkaufsprozesses können Sie mittels vieler unterschiedlicher Funktionen gewährleisten und sogar fördern. 

SaaS, Open Source oder On-Premise? Vor- und Nachteile der verschiedenen Systeme

SaaS (Software as a Service) lässt sich mieten

SaaS bedeutet Software as a Service. Eine solche Software ist zumeist cloudbasiert und kann von Unternehmen gemietet werden. Die Bezahlung erfolgt monatlich, jährlich oder individuell auf Nachfrage. Die Systeme funktionieren nach einer Art Baukastenprinzip, sodass Sie den Onlineshop so gestaltet können, wie es Ihr Unternehmen verlangt. SaaS-Lösungen sind meist die unkomplizierteste Lösung und einfach zu handhaben. Weitere Programmierkenntnisse sind nicht notwendig. Für kleine und mittelständische Unternehmen also ideal.

Mit Open Source flexibel sein

Open-Source-Systeme sind kostenlos und flexibel. Allerdings ist viel technisches Wissen notwendig, um die Systeme aufzusetzen und so zu entwickeln, dass sie zum jeweiligen Unternehmen passen. Zwar sparen Sie mit diesen Shopsystemen die Kosten für das Programm selbst, jedoch benötigen Sie Entwickler. Dafür profitieren Sie bei diesen Systemen von maximaler Kontrolle, da Open-Source-Systeme wie die Bezeichnung nahelegt Zugriff auf den Quellcode gewährleisten. 

On-Premise als Komplettlösung mit individuellen Lizenzen

On-Premise-Lösungen funktionieren über Lizenzen. Diese Lösungen sind individuell an Ihr Unternehmen anpassbar. On-Premise bedeutet, dass das Hosting bei Ihnen liegt. Dies unterscheidet sich entsprechend von SaaS-Lösungen, die cloudbasiert sind. Die individuelle Anpassung der Systeme ist recht aufwändig. Diese Shopsysteme lohnen sich, auch aufgrund der höheren Kosten, für große Unternehmen mit entsprechendem Budget und sehr hohen Sicherheitsanforderungen.

All in One: Komplettlösung Open-Source/SaaS & On-Premise

Flexible Kundenwünsche in Sachen Shopsystem sind am besten mit Komplettlösungen zu befriedigen. Die Anbieter jener Systeme kombinieren Open-Source- und SaaS-Lösungen. Vor allem für Unternehmen, die ihr Geschäftsmodell erweitern oder sich in einem starken Wachstum befinden, ist diese Variante die beste. Die Systemkombinationen lassen sich ideal an Geschäftsstrategien, Zielgruppen und Produkte anpassen.

Die wichtigsten Fragen zum Finden des richtigen Shopsystems

Was darf ein Shopsystem kosten?

Wie viel ein Shopsystem tatsächlich kosten darf, ist von mehreren Faktoren abhängig: Sortiment, Arbeitspower und Unternehmensgröße. Grob geschätzt kann ein Onlineshop-Setup zwischen 4.000 und 30.000 Euro kosten. Das ist eine große Spanne. Setzen Sie auf SaaS-Lösungen, haben Sie bereits viele Funktionen integriert und benötigen nicht viel technischen Aufwand. Möchten Sie etwas größer denken und eine Open-Source-Lösung wählen, müssen Sie mehr Zeit und Ressourcen einplanen. Es geht also nicht nur um die Kosten der Programme, sondern auch die Kosten, die Sie für die Einrichtung der Anwendungen einplanen. Dadurch steigen beispielsweise die Personalkosten.

Was bieten Sie in Ihrem Onlineshop an?

Je komplexer Ihr Produkt desto mehr Funktionen benötigen Sie meist. Überlegen Sie also ganz genau, welche Produkte sie vertreiben und welche Funktionen Ihr Shopsystem unbedingt anbieten muss. Das beeinflusst die Entscheidung für die Art des Shopsystems immens. Je mehr Anforderungen Sie bewältigen müssen desto individualisierbarer sollte das Shopsystem sein. Wenn Sie als Start-up mit einem kleinen Sortiment starten, reicht auch schon eine SaaS-Lösung.

Wie technisch versiert ist Ihr Team?

Die Frage schließt sich an die Kostenfrage an. Denn nicht nur der Preis spielt eine Rolle, sondern auch die Ressourcen. Haben Sie ein Team, das technisch versiert und fit ist, können Sie sich an Shopsysteme wagen, die einen technisch höheren Aufwand erfordern, aber dadurch auch individualisierbarer sind. Haben Sie keine Ressourcen und kein ausreichendes Know-how im Team, bieten sich „fertige“ Systemlösungen an. Sie sind oft einfach und intuitiv zu bedienen und decken viele wichtige Funktionen ab.

Nationaler oder internationaler Verkauf?

Sie möchten international verkaufen? Dann sollte dies auch mit dem Shopsystem möglich sein. Wichtige Faktoren sind hier: Sprache, Währung und auch die Zeitzonen. Für den internationalen Verkauf eignen sich aufgrund der besseren Individualisierbarkeit On-Premise-Lösungen am besten.

Welche Shopsystem-Funktionen sind wichtig für Ihr Unternehmen?

Diese Frage ist wieder abhängig von Produkt, Unternehmensgröße, Know-how und Ressourcen. Einige Punkte sind jedoch auch übergreifend relevant:

  1. Der Kunde muss sich leicht im Onlineshop zurechtfinden. Je einfacher die „Usability“ desto höher sind die Umsätze und desto eher kehren Kunden zurück.
  2. Filtern, Suchen, Kategorisieren: Anders als im Laden sind nicht alle Produkte auf einen Blick scanbar. Eine entsprechend zentrale Rolle nehmen die verschiedenen Filter und Kategorien ein, durch die Kunden nach Größen, Farben oder speziellen Artikeln suchen können. Je schneller sie finden, was sie suchen, desto höher die Verkäufe.
  3. Zahlungsmittel: Nicht jeder nutzt PayPal, nicht jeder besitzt Kreditkarte und nicht jeder mag Rechnungen. Entsprechend wichtig ist es, dass Sie verschiedene Zahlungsmöglichkeiten in Ihrem Shop anbieten. Dafür sollten Sie darauf achten, welche Schnittstellen das Shopsystem zu Zahlungsdienstleistern anbietet. 
  4. Warenwirtschaftssystem: Diese Funktion ist relevant, wenn Sie Ihre Artikel auch über ein Ladengeschäft vertreiben. Es sorgt dafür, dass Kunden in Ihrem Onlineshop bspw. prüfen können, ob das Produkt im Laden vorrätig ist oder ab wann bzw. ob es lieferbar ist. Diese Multi-Channel-Funktionen bieten eine ideale Vernetzung zwischen Online- und Offline-Geschäft.
  5. Auch mobiles Shoppen macht Spaß: Viele User shoppen mittlerweile über Ihr Smartphone online. Entsprechend sollte Ihr Onlineshop auch für mobile Endgeräte optimiert sein. Ein responsives Design ist das A und O und auch die Funktionen sollten so implementiert werden, dass der Nutzer sie auf seinem Handy im Handumdrehen benutzen kann.
  6. Marketing und Shopsystem: E-Commerce und Marketing gehen Hand in Hand. Mit einer gesonderten Gutscheinaktion sollen im Marketing neue Nutzer und Käufer akquiriert werden. Und diese wollen den Gutschein natürlich auch einlösen. Achten Sie also darauf, dass das Shopsystem eine solche Funktion anbietet.

Lesetipp zum Thema Suchmaschinen-Optimierung im E-Commerce: In einem eigenen UPLOAD-Artikel erklärt Markus Pentzek, welche SEO-Funktionen ein Shopsystem mitbringen sollte.

Shopsysteme als CMS-Erweiterungen – Plugins

Shopsysteme lassen sich mittels Plugin auch in Ihr Content Management System (CMS) integrieren. Eines der beliebtesten Plugins ist WooCommerce, das WordPress als Grundlage benutzt. Die meisten bieten ähnliche Vorteile wie eine SaaS-Lösung. Der Vorteil solcher Plugins ist, dass sie besonders kostengünstig und anwenderfreundlich sind. Durch die Integration in die eigene Webseite ist der Onlineshop-Betreiber nicht abhängig vom Anbieter des Shopsystems. Jedoch weist eine solche Integration eines Shops einige Sicherheitslücken auf und bei kostenlosen Plugins muss häufig auf Funktionen sowie eine individuelle Anpassung und Erweiterung verzichtet werden. Für kleinere Shops ist ein solches Plugin jedoch zunächst ausreichend. 

Insights: So entscheiden sich Branchen und Unternehmen

Unterschiedliche Unternehmen wählen unterschiedliche Shopsysteme. So setzen vor allem größere Firmen auf Systeme von Magento oder WooCommerce. Diese Open-Source-Lösungen eignen sich ideal für Großbetriebe, die auf einen hohen Standard an Flexibilität setzen. Laut einer Studie zu den beliebtesten Shopsystemen meines Arbeitgebers Mollie nutzen Unternehmen ab einem Jahresumsatz von 50 bis 100 Mio. Euro vorwiegend Magento und WooCommerce – über 43 Prozent setzen dabei auf WooCommerce und 25 Prozent entscheiden sich für Magento. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass die Systeme besonders flexibel sind und sich somit optimal an die Anforderungen der Unternehmen anpassen lassen. 

Auch in den unterschiedlichen Branchen finden sich verschiedene Präferenzen wieder. Während Magento und Shopify hier in der Möbelbranche mit je um die 40 Prozent die absoluten Spitzenreiter sind, überzeugen im Großhandel die Systeme von WooCommerce und Odoo eCommerce. Über 65 Prozent der Fashion-Unternehmen setzen auf Shopify. 

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Fazit

Das eine richtige Shopsystem gibt es nicht, vielmehr gibt es eine umfassende Auswahl an verschiedenen Lösungen für die unterschiedlichen Anforderungen. Das erleichtert zwar nicht die Wahl, aber es lohnt sich, einen genauen Blick auf den Markt zu werfen und die Systeme miteinander zu vergleichen.

Dabei müssen sich Shop-Betreiber ebenfalls überlegen, welche Funktionen unabdingbar sind. Denn je nach Produkt, Zukunftsvision, Branche und Markt bieten die unterschiedlichen Shopsysteme jeweils Vor- und Nachteile. Bevor Sie also eine Wahl treffen, sollten Sie genau eruieren, wie viel Budget zur Verfügung steht, wie viel Zeit gegeben ist und welche technischen Voraussetzungen unbedingt vorhanden sein müssen. 

  • Linktipp: Mollie hat für Unentschlossene ein interaktives Quiz erstellt, das Ihnen dabei hilft, anhand einiger Fragen die richtige Lösung für Ihr Shopsystem zu finden.

Dieser Artikel gehört zu: UPLOAD Magazin 89

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