6+1 Alternativen zu Google Analytics

Google Analytics ist kostenlos und bietet umfangreiche Funktionen. Es gibt aber zugleich gute Alternativen, die einen Blick wert sind. Robert Franzke, Head of SEA bei Agentur cormes, stellt sechs solcher Tools vor. Außerdem verraten die UPLOAD-Macher, welche Analytics-Alternative sie auf ihrer eigenen Seite einsetzen. 

(Illustration: © Variant, depositphotos.com)

Einleitung

Ohne sie ist effizientes Onlinemarketing kaum möglich: Analyse-Tools. Sie erlauben es, die digitalen Aktivitäten eines Unternehmens auszuwerten. Insbesondere für das Marketing sind Erkenntnisse über die Nutzenden der eigenen Website Gold wert.

Die wohl bekannteste Anwendung in diesem Bereich ist Google Analytics, das als Universallösung gilt. Kein Wunder: Der Einstieg ist niedrigschwellig, die Verknüpfung mit der Homepage einfach und die Nutzung kostenlos.

Dennoch: Google ist nicht allein. Es gibt  zahlreiche vielversprechende Alternativen, die sich vor dem Branchen-Primus aus dem Hause Google nicht verstecken müssen.

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Etracker: Vor allem für die Produktanalyse mächtig

Etracker setzt als deutsches Unternehmen nicht nur hohe Maßstäbe beim Thema Datenschutz, sondern kann auch im Bereich Produktanalyse glänzen. Damit bietet sich der Einsatz insbesondere im E-Commerce perfekt an.

Mit Etracker erhalten Marketing-Experten detaillierte Einblicke, welche Produkte von der Zielgruppe gut angenommen werden, welche Warengruppen besonders gut laufen und wie lange der durchschnittliche Kunde bis zum Check-Out braucht. Sortimentsanalysen lassen sich somit sehr einfach erstellen.

In der alltäglichen Anwendung ist insbesondere die Filterfunktionen vorteilhaft: Nutzer lassen sich nach Kriterien wie Sprache, Herkunft oder Gerätetyp filtern. Dadurch ergibt sich ein detaillierteres Nutzerprofil eines potenziellen Kunden. 

Econda: Hier wird Personalisierung großgeschrieben 

Econda bietet als Analysetool ein hohes Maß an Personalisierung. Dadurch entscheidet der Nutzer selbst, wie tief er in die Analyse vordringen möchte.

Ein besonderes Augenmerk sollten Marketer beispielswiese auf die nützliche Centricity-Funktion werfen: Diese erlaubt tiefergehende Einblicke zu den einzelnen Nutzern und gibt nicht nur Durchschnittswerte an. Somit können individuelle Verhaltensmuster von potenziellen Kunden ausgewertet werden.

Auch die Definition von Kundensegmenten ist problemlos möglich. Social Media-, Kaufprozess- und Klickpfadanalysen lassen sich unkompliziert mit dem Shop Monitor erstellen. Damit eignet sich das Tool für größere Onlineshops und Lösungen, die auf Cross-Selling basieren und eine große Produktvielfalt anbieten.

Hotjar: Das Nutzerverhalten im Fokus

Die Webtracking-Lösung Hotjar ist besonders für Anwender geeignet, die für ihre Analyse mehr als Zahlen und Graphen bekommen möchten. Das Tool zeigt einem nicht nur die Ziele der User, sondern ihre Aktivität. Anhand einer Heatmap kann der Anwender Mausbewegungen, Klicks und Scrollverhalten nachvollziehen und bekommt somit Erkenntnisse darüber, welche Bereiche der Website am meisten genutzt werden.

Über die Funktion „Recordings“ gibt es die Möglichkeit, dem User quasi über die Schulter zu schauen, wie er einzelne Elemente auf der Seite bedient.

Finden sich Nutzer auf einer Seite schlecht zurecht oder sind die Absprungquoten hoch, dann kann Hotjar Auskunft darüber geben, wenn ein Button zu versteckt oder die Architektur der Seite nutzerunfreundlich ist.

Matomo: Mit eigenen Servern Datenschutz fokussieren

Matomo (früher Piwik) eignet sich insbesondere für Firmen, die mit sensiblen Informationen arbeiten und einen hohen Wert auf Datenschutz legen. Die Besonderheit an diesem Tool ist, dass Matomo komplett auf den eigenen Servern gehostet werden kann.

Die Anwendung basiert auf PHP und stützt sich auf eine eigenständige MySQL-Datenbank. Matomo ist Open Source und der Quellcode ist somit jedem zugänglich ist. Nutzer der Anwendung sind zugleich wie eine Community organisiert: Sie stehen im ständigen Austausch und unterstützen sich gegenseitig.

Ein weiterer großer Vorteil gegenüber anderen Tools ergibt sich beim Analysieren großer Datensätze: In der Zeit, in der andere Tools die Daten erst herunterrechnen müssen, hat Matomo die Informationen bereits ausgewertet. 

Mapp Intelligence: Cross-Channel-Analysen leicht gemacht

Das Besondere an Mapp Intelligence (früher Webtrekk) ist die Vielseitigkeit. Das Tool kann ohne Probleme klassische Datenpakete auswerten, eignet sich aber auch für das Analysieren von Cross-Channel-Kampagnen.

Mit der Funktion „Split-Testing“ lassen sich ohne Probleme die einzelnen Kanäle miteinander vergleichen und kombinieren. Damit ist die Anwendung für all jene besonders praktisch, die ihre Offline- und Online-Aktivitäten gleichzeitig messen möchten.

Besonders hervorzuheben ist auch der nutzerfreundliche Support, der mit dem Umfang anderer wie der Adobe Marketing Cloud mithalten kann.

Mapp Intelligence eignet sich für User, die mehrere Kanäle gleichzeitig betreuen möchten. Zwar gibt es keine kostenlose Basisversion, dafür können Interessierte die Anwendung gebührenfrei testen.

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Google Analytics 4 Properties: Googles Konkurrenz zu sich selbst

Zugegeben: Eine Alternative zum Google-Universum stellt das neue Google Analytics 4 nicht dar. Da derzeit jedoch das klassische Google Analytics sowie der zukünftige Nachfolger parallel verfügbar sind, sie sich in den Nutzungsweisen teils stark voneinander unterscheiden und auf unterschiedlichen Tracking-Codes beruhen, können sie zumindest übergangsweise als Alternativen zueinander wahrgenommen werden.

In erster Linie kann die neue Version des beliebtesten Analyse-Tools als Googles Antwort auf den Wegfall von 3rd-Party-Cookies gewertet werden. Die Marschrichtung zu einem Mehr an Datenschutz ist somit klar.

Zentral ist in diesem Zusammenhang beispielsweise der neue Einwilligungsmodus, in welchem sich das Verhalten der verwendeten Tags dem Einwilligungsverhalten der Nutzer anpassen lässt. Cookies werden somit nur für die Zwecke eingesetzt, für die ein Nutzer seine Einwilligung gegeben hat.

Damit offenbart sich eine wesentliche Neuerung in der neuen Google Analytics-Version: Im Mittelpunkt stehen nun weniger einzelne Sitzungen, sondern vielmehr die User selbst.

Besonders im Bereich Machine Learning hat die Software deutlich Fortschritte gemacht. Stellt der Algorithmus beispielsweise Auffälligkeiten bei der Nutzerherkunft fest, wird dies dem Anwender gemeldet. Auch für die Nutzer-Turn-Rate sind somit erstaunlich präzise Vorhersagen möglich.

Aktuell besteht für Nutzer der gewohnten Google-Analytics-Version kein Zwang zur Umstellung. Für gewöhnlich wird der Parallelbetrieb einige Jahre anhalten, bis Google Analytics 4 Properties selbst keine Konkurrenz darstellt.

Derzeit sei empfohlen, beides parallel laufen zu lassen und sich einerseits auf die gewohnte Zuverlässigkeit der alten Anwendung zu verlassen, andererseits das neue Tool bereits mit Daten und Informationen zu füttern, damit bei der gänzlichen Umstellung in einigen Jahren bereits hinreichende Nutzungsdaten zur Website vorliegen.

Plausible: Auf diese Analytics-Alternative setzen wir bei UPLOAD

Im Frühjahr 2020 haben wir uns darum gekümmert, Google von unserer Site zu verbannen. Google Fonts sind seitdem direkt auf unserem Server installiert. Statt mit ReCaptcha schützen wir unsere Formulare mit hCaptcha und statt Google Analytics setzen wir seitdem auf das damals noch ganz frische Plausible.

Für einen Jahresbetrag von 96 US-Dollar bekommen wir hier zwar nicht den Funktionsumfang von Google Analytics, aber den brauchen wir auch nicht. Stattdessen unterstützen wir nun einen europäischen Webanalyse-Anbieter, dem Datenschutz und schnelle Ladezeiten besonders wichtig sind.

Im Verlaufe des ersten Jahres hat das kleine Plausible-Team das Angebot laufend erweitert und inzwischen hat es sich zu einer Analytics-Alternative gemausert, die uns alle wesentlichen Grunddaten liefert, die wir wirklich brauchen.

Die Preise orientieren sich bei alldem am Datenverkehr. Bis zu 10.000 Abrufe im Monat bekommt man Plausible für 6 US-Dollar/Monat oder 48 US-Dollar/Jahr.

Fazit: Es lohnt sich abseits des Google-Universums zu schauen

Das Userverhalten oder die KPIs der eigenen Website im Blick behalten: Im Onlinemarketing sind das unerlässliche Tätigkeiten. Für den, der sich nicht nur auf die bekannte Anwendung von Google verlassen möchte, steht eine Reihe von Alternativen bereit.

Marketing-Verantwortliche sollten sich zunächst über ihre individuellen Ansprüche klar werden, denn jede Alternative bringt spezifische Vor- und Nachteile mit sich. Ein Wechsel ist mitunter mit einem hohen Kosten- und Zeit-Aufwand verbunden, daher sollten alle Tools zunächst umfassend geprüft werden.

Und: Mitunter ist gar kein Wechsel notwendig und ein Parallelbetrieb mit verschiedenen Analyse-Anwendungen nicht ausgeschlossen, um die jeweiligen Vorteile voll auszureizen. 

In einem eigenen Artikel lesen Sie noch mehr über die Auswahl und den richtige Einsatz eines Webanalyse-Systems.


Dieser Artikel gehört zu: UPLOAD Magazin 91

Es gibt die Werkzeuge und Dienste, die jeder kennt. Die Marktführer. Die großen Marken. Aber sie sind nie die einzige Option und oftmals nicht die beste. Deshalb schauen wir uns in dieser Ausgabe Alternativen an für WordPress und Google Analytics. Wir stellen den WhatsApp-Konkurrenten Signal genauer vor. Und wir schauen uns Suchmaschinen abseits von Google und Browser jenseits von Chrome an. Bonus-Artikel: So funktionieren Buyer Personas.

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(Illustration: © AlisaRut, depositphotos.com)

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