Neue Konkurrenten für AdSense (1): fünf Fragen zu AdShopping

In einer Mini-Serie stelle ich in dieser Woche drei neue Angebote aus Deutschland und der Schweiz vor, die angetreten sind, Alternativen und Ergänzungen zu Google AdSense anzubieten. Ralph Werner ist Geschäftsführer von AdShopping und hat mir fünf Fragen zu diesem Dienst beantwortet. AdShopping ist ein Marktplatz für Werbeplätze und funktioniert daher nach einem ganz anderen Prinzip als AdSense. Der Dienst zielt aber gerade auf kleine und mittlere Webseiten – und damit auch auf Blogger.


Screenshot von AdShopping

1. Wie kam es zum Start des Systems – wie entstand die Idee, was war bei der Umsetzung wichtig und schwierig?

Die Idee zu AdShopping entstand daraus, zum einen Webseitenbetreibern mehr Kontrolle darüber zu geben, wer auf der Ihrer Webseite zu welchem Preis Werbung schaltet und zum anderen Werbekunden die Möglichkeit zu geben, Platzierungen aus einen großen Pool an Angeboten seitenspezifisch zu buchen. Das wird durch vergleichbare Angebote aus unserer Sicht nur unzureichend addressiert und macht AdShopping einzigartig.

Die technische Umsetzung ist durchaus eine kleine Herausforderung gewesen, im Moment stehen wir noch am Anfang der Markteinführung und freuen uns über das bislang rege Interesse im Markt.

2. Wie charakterisieren Sie Ihr Angebot – worauf legen Sie besonderen Wert?

AdShopping versteht sich als Marktplatz – wir bringen Webseitenbetreiber (Publisher) und Werbekunden (Advertiser) zusammen und kümmern uns um die komplette Abwicklung, inklusive des Adserving. Wir sind damit Vermittler und Dienstleister.

Als Marktplatzbetreiber legen wir besonderen Wert auf Neutralität und Transparenz. Werbeträger legen die Preise für ihre Platzierungen fest. Wir machen diese Platzierung vergleichbar und sehr einfach buchbar – mehr nicht, aber auch nicht weniger.
Dabei spielen die Bedienbarkeit der Plattform und die Einfachheit der Abwicklung eine besondere Rolle.

3. Was sind Ihre Besonderheiten gegenüber Adsense und anderen Konkurrenten?

Mehr Kontrolle für den Webseitenbetreiber.

Mehr Transparenz und Nachvollziehbarkeit für den Werbetreibenden.

4. Wie sieht die Bezahlung aus? Was lässt sich verdienen?

Im Moment werden die Werbeflächen von Publishern zu festen Preisen für feste Zeiträume zur direkten Buchung auf der Plattform angeboten.

Die Publisher legen dabei die Preise für die verschiedenen Zeiträume (1, 7 oder 30 Tage) in Eigenregie fest.

Sie können dabei ganz unterschiedliche Preisstrategien fahren:

Man kann Premium-Platzierungen für Premiumpreise anbieten oder aber auch nicht so prominente Platzierungen zu attraktiven Discount-Preisen, das bleibt jedem Publisher selber überlassen.

Am Ende entscheidet der Werbekunde darüber, ob der Preis für ihn attraktiv ist und er eine Testbuchung aufsetzen oder nach einer solchen eine Platzierung langfristig weiterbuchen will oder nicht. Dadurch ensteht zudem eine gewisse Dynamik in der Preisfindung.

5. Für wen ist Ihr Angebot besonders interessant, für wen lohnt es sich eher nicht?

Prinzipiell sollte AdShopping für Webseitenbetreiber und Werbetreibenden jeder Größe interessant sein.

Für Webseitenbetreiber lohnt es sich, AdShopping als Selbstvermarktungs-Plattform zu nutzen, um kleine Buchungen effizient und schnell abzuwicklen. Der Aufwand für die Abwicklung einer Direktbuchung war bislang für den Publisher im Verhältnis zum Volumen dieser Buchung zu hoch. Mit AdShopping wird genau das sehr effizient und einfach.

Besonders interessant und relevant ist AdShopping aber für mittelgroße bis kleine Webseitenbetrteiber, die sich keine eigene Verkaufsorganisation leisten können und weitere automatisierte Vermarktungskanäle als Ergänzung zu Google AdSense und Affiliate-Plattformen suchen.

Auf Seiten der Werbetreibenden bietet sich AdShopping für diejenigen Advertiser an, die selbst herausfinden wollen, wo ihre Werbung “funktioniert”, mit dem Ziel ihre eigene Online-Marketing-Expertise zu mehren.

Ein Zuordnung von “Wo werbe ich” und “Was bringt mir das” ist viel eindeutiger und nachvollziehbarer.

Werbetreibende mit kleinem Budget haben es zudem schwer, bei Online-Agenturen beachtet zu werden. Sie sind bei der Allokation ihres Marketingbudgets auf sich selbst angewiesen. Für diese Werbetreibenden ist die Bedienung von Keyword-basierten Modellen häufig auch zu komplex und das Ergebnis nicht ganz einfach zu interpretieren. AdShopping ist transparenter und nachvollziehbarer.

Ein weiterer Vorteil für den Werbetreibenden: Er ist auf der Webseite bei einer Buchung permanent präsent und verpasst keinen potentiellen Kunden. Er kann nicht von einem anderen Werbetreibenden überboten werden.

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10 Gedanken zu „Neue Konkurrenten für AdSense (1): fünf Fragen zu AdShopping

  1. Hi Peseta, das wird in Frage 4 behandelt. Da AdShopping ein Marktplatz ist, kann man das so genau nicht sagen. Du bietest Deine Werbeplätze zu einem Preis an, der dann von Werbekunden bezahlt wird – oder nicht ;-) Falls nicht, gehst Du evtl. so lange runter, bis jemand bucht oder Du wartest, bis jemand den Preis bezahlt.

    So habe ich es jedenfalls verstanden, getestet habe ich es noch nicht.

  2. Grundsätzlich finde ich es gut, solche Adsense-Alternativen. Aber die dort vorhandenen TKP sind ja wirklich bodenlos… niedrig :-((

  3. Das ist doch nur eins dieser üblichen Affiliate-Programme.
    Auch wenn sich die Seite besonders an “kleine und mittlere” Seiten richtet, lohnt es sich für ein blog kaum daran teizunehmen. Man wartet dann Ewigkeiten in der Liste, bis man ein Angebot unter AdSense-Preisen bekommt.
    Das System ist noch nicht ausgereift genug, denke ich.

  4. Pingback: Das Podcast-Buch
  5. Googles AdSense ist mir schon mehrfach aufgestoßen, da ich die kontextbezogene Werbung nicht beeinflussen kann und zu bestimmten Zeiten auch und gerade die schwarzen Schafe der Branche, über die ich mehr oder minder regelmäßig schreibe (wie lebensuhr.com, verkehrsprofi.com etc.) ungewollt beworben habe. Insofern interessiert mich jede Alternative, die einen anderen Ansatz verfolgt.

    Dass man mit Werbung nicht reich werden kann, ist bekannt. Wer die TKP Googles zum Vergleich nimmt, sollte IMHO auch diesen Aspekt mit berücksichtigen. Nämlich dass das Geld teils aus der Grauzone der Seriosität kommt…

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