Storytelling im Handwerk: Wie Geschichten Kunden überzeugen

Im digitalen Zeitalter reicht klassische Werbung für Handwerksbetriebe nicht mehr aus, um Kunden nachhaltig zu gewinnen. Potenzielle Kunden wollen wissen, wer der Mensch hinter dem Werkzeug ist. Hochglanzwerbung funktioniert vielleicht noch bei großen Betrieben. Doch vor allem bei kleineren Handwerksunternehmen wird heutzutage mehr Persönlichkeit erwartet. Wie aber können Betriebe diese Authentizität dem Kunden nahebringen? Die Antwort lautet: Storytelling. Geschichten machen Handwerksbetriebe lebendig und schaffen eine tiefe Beziehung zu der Zielgruppe. Lies in diesem Beitrag von Max Winkler, wie eine authentische Geschichte aussehen kann und wie du sie gekonnt einsetzt.

(Illustration: © deagreez1, depositphotos.com)

Welche Rolle Storytelling spielt

Kunden wollen schon lange nicht mehr nur ein Produkt oder eine Dienstleistung kaufen – sie wollen wissen, wem sie ihr Projekt anvertrauen. Während es früher vor allem persönliche Empfehlungen waren, die Kunden überzeugten, informieren sich die meisten heute zunächst online über potenzielle Dienstleister. Die Webseite oder Social-Media-Präsenz eines Betriebs ist daher oft die ersten Anlaufstelle und der erste Eindruck zählt bekanntlich. 

Für Handwerksbetriebe ergibt sich daraus: Eine 08/15-Online-Präsenz reicht nicht mehr aus, um Kunden zu überzeugen. Es gilt viel mehr, aus der Masse hervorzustechen. Und wie könnte das besser gelingen als mit einer packenden Geschichte? Diese Methode nennt sich im Marketing „Storytelling“. Dahinter steht die Kunst, eine Information in Form einer spannenden Geschichte zu verpacken. Dabei stehen Emotionen, Charaktere und fesselnde Handlungen im Fokus, um eine starke Verbindung zur Marke zu schaffen. So entsteht Vertrauen, Kunden identifizieren sich leichter mit dem Handwerksbetrieb und entscheiden sich schneller für einen Kauf. 

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Die richtige Geschichte für den Handwerksbetrieb finden

Einzigartige Geschichten können Handwerksbetriebe ausreichend liefern. Wichtig ist, sie authentisch und spannend zu erzählen. Die Bandbreite an möglichen Erzählsträngen ist dabei groß:

1. Mit Herzblut im Beruf: der Gründungsweg 

Vor allem die Entstehungsgeschichte eines Betriebs kann eine starke emotionale Wirkung haben. Denn Anekdoten oder persönliche Erlebnisse der Gründer machen die Geschichte greifbarer. Viele Handwerksbetriebe entstehen aus Leidenschaft oder familiärer Tradition. Interessante Aspekte sind unter anderem:  

  • Welche Herausforderungen mussten gemeistert werden? Gab es finanzielle Engpässe, bürokratische Hürden oder andere Hindernisse?
  • Was war die treibende Kraft hinter der Gründung? War es ein besonderes Erlebnis, eine Familientradition oder der Wunsch nach Selbstständigkeit?
  • Gab es vielleicht auch einen Wendepunkt, der den Betrieb in eine neue Richtung gelenkt hat?

Ein fiktives Beispiel: Ein junger Schreiner übernimmt die Werkstatt seines Großvaters, modernisiert die Produktionsweise und kombiniert traditionelle Handwerkskunst mit nachhaltigen Materialien. Die Geschichte erzählt nicht nur von der Übernahme, sondern auch von der Bewahrung des Erbes und der Anpassung an moderne Anforderungen.

2. Mitarbeiter sind die Seele eines Betriebs 

Die Atmosphäre im Betrieb steht und fällt mit den Mitarbeitern. Sie sind das Herzstück eines jeden Unternehmens. Da ist es kaum verwunderlich, dass potenzielle Kunden gern mehr über sie erfahren. Schließlich sind es am Ende überwiegend die Mitarbeiter, die beim Kunden arbeiten. Vor allem wenn es um Privatkunden geht, die Handwerksbetriebe in ihr Eigenheim lassen, ist das ein nicht zu unterschätzender Aspekt.  

Möglich sind persönliche Erfolgsgeschichten, etwa, wie ein Mitarbeiter im Unternehmen Karriere macht. Ganz nach dem Motto „Vom Lehrling zum Meister“ lässt sich dann erzählen, wie der Weg des Mitarbeiters war. Oder aber ein Mitarbeiter berichtet von seinen Tätigkeiten im Betrieb und seinen besonderen Erfolgserlebnissen. Gut kommen in der Regel auch Kurzinterviews mit Mitarbeitern an, die sich zu bestimmten Aspekten und Vorteilen im Betrieb äußern, wie zum Beispiel „Wie ist die Arbeitsatmosphäre?“ oder „Welche Aufgaben übernimmst du täglich?“

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3. Neugier stillen und den Kunden am täglichen Arbeitsalltag teilhaben lassen

Kunden, die sich über einen Betrieb informieren, wollen wissen, wie dort gearbeitet wird. Ein Einblick hinter die Kulissen schafft hier mehr Transparenz und somit auch Vertrauen. Mögliche Themen sind:

  • Der tägliche Ablauf im Betrieb: von der Planung bis zur Fertigstellung eines Projekts.
  • Herausforderungen, die sich während der Arbeit ergeben, und wie sie gelöst werden.
  • Besondere Momente oder Erfolge im Team. 

Denkbar wäre außerdem, einen tieferen Einblick in die Arbeitsweisen und -techniken des Betriebs zu geben. Beliebt ist beispielsweise, wenn ein Betrieb zwar bewährte Techniken weiterführt, die über Generationen weitergegeben wurden, aber auch offen für Innovation ist.  

4. Die Kunden zu Wort kommen lassen 

Auch wenn sich heute vieles geändert hat, bleibt ein Faktor wichtig: Menschen vertrauen Menschen und Kunden vertrauen somit vor allem den Erfahrungen anderer Kunden. Vielleicht ist das klassische Empfehlungsgeschäft aufgrund der Verlagerung ins Internet etwas abgeflaut. Doch Empfehlungen können sich Interessierte auch im Internet einholen. Ob über Google-Rezensionen oder auf der eigenen Webseite, viele Menschen lesen gerne, was andere über einen Betrieb schreiben. Es macht deshalb großen Sinn, die Kunden auf der eigenen Webseite einzubinden.

Vorher-Nachher-Geschichten sind hier besonders wirkungsvoll, weil sie die direkte Wirkung der Arbeit des Handwerksbetriebs sichtbar machen. So könnte ein Dachdeckerbetrieb die Sanierung eines maroden Dachs präsentieren und Bilder des vorherigen Zustands, der einzelnen Arbeitsschritte und des fertigen Ergebnisses zeigen. 

Ob der Kunde per Textbeitrag oder Video zu Wort kommt, ist jedem Betrieb überlassen. Allgemein hat es sich jedoch bewährt, beim Storytelling als Handwerksunternehmen auf unterschiedliche Formate und Kanäle zu setzen. 

Storytelling in unterschiedlichen Formaten

Texte sind das geeignete Format, um Geschichten ausführlich zu erzählen. Sie können in Form von Blogartikeln erscheinen, in denen beispielsweise Projekte mit allen Details näher erläutert werden. Der große Vorteil: Diese Texte können Unternehmen für Suchmaschinen optimieren, um hier die Sichtbarkeit zu erhöhen. Auch die „Über uns“-Seite einer Unternehmenswebsite eignet sich für längere Geschichten, so etwa die Gründung des Unternehmens. 

Kürzere Geschichten eignen sich wiederum für Social-Media-Posts auf Facebook, Instagram oder LinkedIn. Hier empfiehlt sich eine Kombination aus Texten mit Bildern oder Videos, da die Aufmerksamkeitsspanne heutzutage immer kürzer wird. Ein guter Post kann neugierig machen und die Interaktion anregen. Denkbar ist ein Vorher-Nachher-Bild eines Projektes, wie einem restaurierten Schrank, bei dem mit ein paar zusätzlichen Sätzen schriftlich erklärt wird, was es mit dieser Transformation auf sich hat. 

Bilder, die starke visuelle Eindrücke schaffen 

Bilder verstärken die emotionale Wirkung eines jeden Textes. Sie helfen außerdem, eine Geschichte auf den ersten Blick verständlich zu gestalten und machen das Handwerk greifbarer. Ob es sich um Vorher-Nachher-Fotos handelt; Werkstatt-Einblicke mit authentischen Fotos aus dem Arbeitsalltag; Detailaufnahmen, um die Präzision im Handwerk zu zeigen; oder aber Mitarbeiterporträts: ein Bild erzählt seine eigene Geschichte. 

Siehe ergänzend dazu den UPLOAD-Artikel von Stephanie Kowalski zu Visual Storytelling.

Noch eindrucksvoller sind Videos, die Geschichten lebendig vermitteln. Sie gelten als das „mitreißendste“ Storytelling-Format, da sie Bewegung, Ton und Emotionen kombinieren. Bei Videos gibt es großen kreativen Spielraum. Handwerksbetriebe können mit Interviews von Gründern, Mitarbeitern oder Kunden arbeiten. Denkbar sind auch Videos, die den Entstehungsprozess eines Produkts zeigen sowie Erklärvideos mit lehrreichen Inhalten. Während auf Social-Media-Kanälen wie Instagram oder TikTok eher Kurzvideos punkten, kommen auf YouTube längere Videos gut an. 

Lies in einem weiteren Artikel mehr zum Thema Video für Social Media.

Je nach Zielgruppe und Plattform kann ein Unternehmen verschiedene Formate kombinieren. Ein Blogartikel lässt sich um Bilder und Videos ergänzen, während Social-Media-Posts die Kurzversion einer längeren Geschichte enthalten.

Mit einem überlegten Skript die Geschichte zum Erfolg machen

Gutes Storytelling folgt einer klaren Struktur, damit die Hörer, Zuschauer oder Leser sie ansprechend finden und verstehen. Das trifft sowohl auf Videos, Social-Media-Posts oder Blogartikel zu.

Zunächst geht es darum, das Hauptthema einzuführen, idealerweise mit einer kurzen Vorstellung des Protagonisten oder einer Herausforderung, mit der sich Kunden identifizieren können. 

Familie Müller hat sich im Sommer den Traum eines Eigenheims verwirklicht. Liebevoll haben sie ihr Haus eingerichtet und nun leben sie seit ein paar Monaten dort und füllen den Platz mit Leben. Am Ende des Winters kommt dann jedoch eine weniger positive Nachricht ins Haus geflattert: eine saftige Rechnung der Heizkosten.  

Die Herausforderung ist deshalb so wichtig, weil jede gute Geschichte eine Hürde braucht, die es zu überwinden gilt. Das baut Spannung auf und man fiebert der Lösung entgegen. 

Verzweifelt überlegen sie, wie sie zukünftig die Heizkosten senken können. Denn mit zwei Kindern und einem Kredit, der abzuzahlen ist, bleibt am Ende des Monats ohnehin kaum mehr was an Rücklagen übrig. 

Die Spannung darf jedoch nicht zu lange gehalten werden. Nach einer gewissen Dramaturgie muss die Lösung folgen, bei der der Handwerksbetrieb die Retterrolle einnimmt. Auch das Ergebnis darf sich daran anschließen – emotional und faktisch. 

Nach intensiven Recherchen stoßen sie zufällig auf den Handwerksbetrieb Schmitt – ein Familienunternehmen mit langjähriger Tradition, das sich auf Balkonkraftwerke spezialisiert hat. Unverbindlich sprechen sie miteinander und lassen sich alle Vorteile einer solchen Anlage erklären. Sie fassen den Entschluss, diesen Weg zu gehen und entscheiden sich für ein Produkt mit Speicherfunktion. Die Installation durch das Team des Unternehmens Schmitt erfolgt reibungslos. Bei aufkommenden Fragen kann Familie Müller den Betrieb außerdem jederzeit kontaktieren. So vergeht ein weiteres Jahr und die Müllers sind ganz gespannt, ob sich ihre Investition gelohnt hat. Nach dem zweiten Winter in ihrem schönen Eigenheim wird schnell klar: Das Balkonkraftwerk lohnt sich auf jeden Fall. Nicht nur konnte die Familie Stromkosten einsparen, auch fühlen sie sich gut, weil sie aktiv etwas zum Klimaschutz beitragen. 

Fazit

Storytelling ist für Handwerksbetriebe ein tolles Mittel, um sich von der Konkurrenz abzuheben und eine tiefere Verbindung zu potenziellen Kunden aufzubauen. In einer zunehmend digitalisierten Welt, in der Kunden vor einer Entscheidung verstärkt online recherchieren, reichen herkömmliche Wege in der Kundengewinnung kaum mehr aus. Durch authentische und emotional packende Geschichten können Handwerksunternehmen Vertrauen schaffen, ihre Werte vermitteln und ihre Einzigartigkeit betonen.

Ob durch die Erzählung des eigenen Gründungswegs, Einblicke in den Arbeitsalltag, Mitarbeiterporträts oder Kundenberichte: Jede Geschichte bietet eine Möglichkeit, den Betrieb nahbarer zu machen. Unterschiedliche Formate wie Texte, Bilder oder Videos verstärken dabei die Wirkung und helfen, verschiedene Zielgruppen gezielt anzusprechen.

Entscheidend ist jedoch, dass die Geschichten authentisch sind und strategisch in die Unternehmenskommunikation eingebunden werden. Handwerksbetriebe, die Storytelling gezielt einsetzen, profitieren dann langfristig von einer stärkeren Kundenbindung und einer positiven Wahrnehmung ihrer Marke. 

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