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Reoptimierung von Inhalten: Im 2. Schritt zur Top-Platzierung in Suchmaschinen

Nicht immer gelingt der Sprung an die Spitze der Suchergebnisseite (Search Engine Result Page, kurz SERP) sofort: Trotz sorgfältiger Optimierung erreicht die Seite nicht die gewünschte Spitzenposition. In solchen Fällen ist es sinnvoll, nachzujustieren. In der SEO wird dieser Schritt als Reoptimierung bezeichnet. Der folgende Text von Ruth Pfahler gibt einen Einblick, welche Seiten für eine Nachoptimierung geeignet sind und welche Maßnahmen sich dafür anbieten.

(Illustration: © LustreArt, depositphotos.com)

Zusammenfassung

  • Ressourcen sparen: Bevor du neuen Content erstellst, prüfe, ob du bestehende Seiten durch Reoptimierung aufwerten kannst, um bessere Rankings zu erzielen.
  • Ziele identifizieren: Konzentriere dich auf Seiten, die knapp an den Top-10 vorbeischrammen („Low Hanging Fruits“) oder deren Ranking sich verschlechtert hat.
  • Indexierung checken: Stelle sicher, dass Google deine Seite überhaupt kennt und nutze dafür den „site:“-Befehl oder die Google Search Console.
  • Strategisch verlinken: Stärke deine Zielseite durch thematisch passende interne Links von anderen Unterseiten deiner Website.
  • Suchintention treffen: Analysiere, was Nutzer wirklich wollen (Info, Kauf, Navigation) und platziere deine Keywords an den richtigen Stellen (Title, H1, Textanfang).

SEO-Potenzial ausschöpfen: Bestehendes nutzen, bevor Neues entsteht

Für bessere Rankings ist nicht immer zusätzlicher Content erforderlich. Bevor derselbe Inhalt zum x-ten Mal neu verpackt wird, lohnt sich ein Blick auf das, was bereits vorhanden ist. Durch gezielte Nachoptimierung werden bestehende Seiten aufgewertet und gleichzeitig einzigartige Inhalte mit echtem Mehrwert für die Nutzer geschaffen. Vorhandene Ressourcen werden dadurch effizient genutzt und redundante Inhalte vermieden. Das ist ein Ansatz, der nicht nur Zeit spart, sondern auch die Sichtbarkeit nachhaltig stärkt.

Dieser Artikel gehört zu einem Schwerpunkt rund ums geschickte Wiederverwenden vorhandener Inhalte. Eine Übersicht dazu gibt dir der Beitrag „Content smart wiederverwenden und vorausschauend planen“.

Was bedeutet eigentlich „Optimierung“ im Kontext von Online-Inhalten?

Bevor ein Text online geht, wird er so vorbereitet, dass er in den Suchergebnissen möglichst weit oben erscheint. Ziel ist ein gutes Ranking und in der Praxis heißt das: eine Platzierung unter den Top-Ergebnissen einer SERP. Dazu zählen nicht nur die Positionen eins bis drei, sondern auch eine Erwähnung in den AI Overviews (KI-generierte Antworten von Google). Inhalte im oberen Bereich erhalten den Großteil der Klicks. Ab Platz vier sinkt die Klickrate deutlich: Die Positionen vier bis zehn erreichen nur noch rund jeden vierten Nutzer.

Welche Seiten sind für eine Reoptimierung geeignet?

Prinzipiell alle Seiten, die für ein geeignetes Keyword nicht die Top-Platzierung erreichen. Dazu gehören:

  • Gezielte, optimierte Inhalte, die (noch) nicht das Zielranking erreichen
  • Unentdeckte Rankings jenseits der Fokus-Keywords

Damit sind Seiten gemeint, die für ein bestimmtes Keyword ranken, das bei der grundlegenden Optimierung nicht berücksichtigt wurde. Gute Landingpages (SEO-optimierte Seiten, die Nutzer nach dem Klick auf das jeweilige Suchergebnis aufrufen) ranken nicht nur für ein Keyword, sondern für ein ganzes Keyword-Set. Dieses kann auch Begriffe enthalten, die beim Verfassen des Textes zunächst nicht im Fokus standen. Werden sie häufig gesucht (siehe Erklärung Suchvolumen) und passt die Suchintention, ist es sinnvoll, die Seite entsprechend nachzuoptimieren.

  • Verschlechterte Rankings

Das Ranking gut platzierter Seiten solltest du fortlaufend beobachten. Fällt die Platzierung ab, gilt es nachzujustieren.

  • Low Hanging Fruits

In der SEO spricht man von Low Hanging Fruits, wenn eine Seite ein Ranking auf den Plätzen elf oder höher für ein geeignetes Keyword erreicht, ohne dass eine gezielte Optimierung stattgefunden hat. Ist eine Webseite technisch und inhaltlich gut für Suchmaschinen aufgestellt, kommt es immer wieder zu solchen Low Hanging Fruits. Ein guter SEO prüft deshalb regelmäßig nicht nur das Ranking der Fokus-Keywords, sondern fragt mithilfe von Tools wie Sistrix oder Ubersuggest das komplette Ranking der Webseite ab.

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Reoptimierung – wie gehe ich vor?

1. Schritt: Indexierung prüfen

Neu publizierte Seiten müssen zunächst in den Index einer Suchmaschine aufgenommen werden, bevor sie ein Ranking erreichen können. Dies geschieht nicht automatisch. Suchmaschinen erhalten nicht zwangsläufig eine Benachrichtigung, dass neue Inhalte vorliegen. Nur wenn die Seite über einen eingehenden Link verfügt, den Suchmaschinencrawler entdecken, in einer Sitemap.xml gelistet wird oder manuell über die Google Search Console eingereicht wird, erfolgt das Crawling und im nächsten Schritt die Indexierung.

Um zu prüfen, ob eine Seite bei Google indexiert ist, gibt es folgende Möglichkeiten:

  • site-Operator

Google-Operatoren sind spezielle Befehle oder Zeichen, die in die Suchleiste eingegeben werden, um Suchanfragen präziser zu gestalten. Sie ermöglichen es, bestimmte Ergebnisse ein- oder auszuschließen, gezielt nach Inhalten auf einer bestimmten Website zu suchen oder komplexe Suchanfragen zu strukturieren. Die Abfrage einer URL mithilfe des site-Operators zeigt, ob die URL indexiert ist. Ist dies der Fall, erscheint ein entsprechendes Suchergebnis. Das zweite Bild zeigt das Ergebnis einer Abfrage einer URL, die nicht im Google-Index ist.

Abfrage der indexierten URL https://growbility.de/seo-kauderwelsch/indexierung/ mit dem Google-Operator site, 3.1.2026
Abfrage einer nicht indexierten URL mit dem Google-Operator site, 3.1.2026
  • Google Search Console

Die zweite Möglichkeit ist die Abfrage über die Google Search Console. Mit dem sogenannten Inspection Tool kann der aktuelle Stand jeder URL innerhalb der verifizierten Webseite geprüft werden. Dazu wird die entsprechende URL in das Abfragefeld der Google Search Console eingegeben. Das nachfolgende Bild zeigt die Abfrage einer URL, die indexiert ist und bei der keine Probleme vorliegen:

Ergebnis einer Abfrage innerhalb des Inspection Tools der indexierten URL https://growbility.de/seo-kauderwelsch/indexierung/

Diese Abfrage listet weitere Informationen auf. Ist eine URL nicht indexiert, können auch Probleme der Grund dafür sein. Google meldet dann Hinweise wie: „Gefunden, aber nicht indexiert“. In solchen Fällen ist es ratsam, den Hilfeartikeln innerhalb der Google Search Console zu folgen.

Sollte die URL nicht indexiert sein, kann dies über „Indexierung beantragen“ angestoßen werden.

Bei neuen oder aktualisierten Seiten empfiehlt es sich, die Funktion „Indexierung beantragen“ zu nutzen, um den Indexierungsprozess zu beschleunigen.

2. Schritt: Interne Verlinkungen setzen

Rankt eine Seite nicht wie gewünscht, ist der Ausbau von internen Links ein wichtiger Optimierungshebel. Interne Links sind Verlinkungen innerhalb einer Webseite von einer Inhaltsseite auf eine andere:

Quelle: Sistrix

Interne Links geben einer Seite eine Gewichtung für ein bestimmtes Thema oder Keyword. Die zu optimierende Seite ist dabei die Zielseite (Seite 2 in der Grafik). Wichtig ist, dass der Linktext der verlinkenden Seite (Seite 1 in der Grafik) thematisch zum Keyword passt. Der Suchmaschinencrawler bekommt so die Information, dass die Zielseite Inhalte zu diesem Thema enthält. Idealerweise wird innerhalb der Webseite immer, wenn das entsprechende Keyword erwähnt wird, von diesem auf die optimierte Seite verlinkt. Dies bedeutet im Umkehrschluss auch, dass von der optimierten Seite kein Link mit entsprechendem Linktext zu einer anderen Zielseite gesetzt wird.

Um Optionen für interne Links zu finden, kannst du Tools wie Screaming Frog nutzen. Eine Anleitung findest du in diesem YouTube-Video:

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

3. Schritt: Prüfe, ob der Inhalt die Suchintention bedient

Die Suchintention beschreibt das Ziel oder die Absicht, die hinter einer Suchanfrage in einer Suchmaschine steht. Sie gibt Auskunft darüber, was Nutzer tatsächlich erreichen möchten, wenn sie ein bestimmtes Keyword eingeben. Das Verständnis der Suchintention ist entscheidend für die Erstellung von Inhalten, die den Erwartungen der Nutzer entsprechen und dadurch bessere Rankings erzielen. Grundsätzlich lassen sich drei Haupttypen unterscheiden:

  • Informational – Nutzer suchen nach Informationen oder Antworten auf Fragen, z. B. Laufschuhberater
  • Navigational – Nutzer möchten eine bestimmte Website oder Marke finden, z. B. Joggingschuhe adidas
  • Transaktional – Nutzer haben die Absicht, eine Handlung auszuführen, z. B. adidas Supernova Preis

Die Frage ist nun, welche Inhalte auf einer Landingpage benötigt werden, damit die Suchintention bedient wird. Erfüllt eine andere Seite das Informationsbedürfnis der Nutzer besser, wird Google diese bei der Platzierung bevorzugen.

Die genannten Haupttypen geben eine grobe Orientierung, prinzipiell ist jedoch eine tiefere Analyse und ein gutes Verständnis der Nutzerbedürfnisse in diesem Schritt nötig. Hierzu ein Beispiel für das transaktionale Keyword „adidas Supernova Preis“. Es handelt sich dabei um einen spezifischen Laufschuh. Der Suchintent ist transaktional, das bedeutet, der Nutzer möchte den Schuh kaufen. Welche Informationen benötigt er für seine Kaufentscheidung? Preis, Verfügbarkeit, Lieferzeit und -kosten sind obligatorisch. Darüber hinaus können Informationen wie Testergebnisse und Gütesiegel wie Trusted Shops hilfreich sein.

Um zu überprüfen, ob der Content der Landingpage ausreicht, um den Suchintent zu bedienen, lohnt ein Blick auf die derzeitigen Google-Ergebnisse. Haben die aktuell top-platzierten Seiten Inhalte, die auf der eigenen Seite fehlen? Dann sollten diese ergänzt werden – ohne abzuschreiben, z. B. durch eigene Tests. Noch besser: Inhalte bieten, die über das Informationsangebot der Konkurrenten hinausgehen.

Die Intention der Nutzerschaft ist übrigens ebenfalls ein wichtiges Mittel für deine Content-Arbeit! Erfahre mehr darüber in unserem Beitrag „User Intent richtig interpretieren: Grundlage für eine bessere Content-Planung“

4. Schritt: Platzierung der Keywords kontrollieren

Im letzten Schritt überprüfst du die Platzierung des Haupt- und der Nebenkeywords. Das Hauptkeyword sollte im Inhalt der Seite an folgenden Stellen platziert sein:

  • im Title-Tag
  • zu Beginn der Meta-Description
  • in der Hauptüberschrift und den Zwischenüberschriften
  • zu Beginn des Textes

Keyword-Stuffing, also der übermäßige Gebrauch des Keywords, ist in jedem Fall zu vermeiden. Wichtig ist eine gute Lesbarkeit des Textes sowie die Verwendung von Synonymen und verwandten Begriffen.

Bevor inhaltliche Änderungen an einer SEO-optimierten Seite vorgenommen werden, empfiehlt es sich, das aktuelle Ranking zu prüfen. Dabei sollten nicht nur die Fokus-Keywords, sondern alle Rankings betrachtet werden (z. B. mit Tools wie Ubersuggest). Dadurch kannst du die Verschlechterung bestehender Rankings vermeiden.

Schlusswort

SEO ist kein einmaliger Vorgang, sondern ein kontinuierlicher Prozess. Selbst sorgfältig optimierte Inhalte erreichen nicht immer sofort die gewünschte Spitzenposition. Deshalb ist es entscheidend, Rankings regelmäßig zu überwachen und bei Bedarf nachzujustieren. Die Reoptimierung bestehender Inhalte bietet dabei eine effiziente Möglichkeit, vorhandenes Potenzial auszuschöpfen, ohne ständig neuen Content zu produzieren. Dieser Ansatz sorgt für maximale Wirkung bei optimalem Ressourceneinsatz und sichert langfristigen Erfolg in Suchmaschinen.

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Dieser Artikel gehört zu: UPLOAD Magazin 124

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