Backlinks gehören seit den frühen Tagen des Internets zu den wichtigsten Signalen für Suchmaschinen, um die Relevanz und Glaubwürdigkeit einer Website einzuschätzen. Seit dem Penguin Update von 2012, bei dem Google manipulative Linkaufbau-Methoden deutlich abstrafte, ist Linkbuilding für viele Marketingverantwortliche jedoch ein Bereich, den sie lieber meiden. Besonders kleine Unternehmen scheuen Aufwand und Kosten – oft zu Unrecht. Ruth Pfahler zeigt dir in ihrer neuen Kolumne: Wer die Grundprinzipien verstanden hat, findet im Alltag zahlreiche einfache Möglichkeiten, hochwertige Backlinks aufzubauen und damit sinnvoll in die eigene Sichtbarkeit zu investieren. Sowohl klassische Suchmaschinen als auch KI-gestützte Systeme analysieren das Web nach verlässlichen Quellen, nachvollziehbaren Empfehlungen und klaren thematischen Zusammenhängen.

Inhaltsverzeichnis
Zusammenfassung
- Backlinks fungieren als digitale Empfehlungen und sind essenzielle Vertrauenssignale für Suchmaschinen und KI-Systeme.
- Gerade kleine Unternehmen brauchen aktives Linkbuilding, um fehlende Markenbekanntheit auszugleichen und Relevanz aufzubauen.
- Beim Linkaufbau gilt immer: Qualität schlägt Quantität. Seriosität, Themenrelevanz und Vielfalt der verlinkenden Seiten sind entscheidend.
- Es gibt zahlreiche kostenlose und praxistaugliche Methoden wie Gastartikel, lokales Sponsoring, Branchenbücher oder kluge Pressearbeit.
- Linkbuilding ist keine einmalige Maßnahme, sondern ein kontinuierlicher Prozess, der fest in den Geschäftsalltag integriert werden sollte.
Was Linkbuilding bedeutet
Linkbuilding beschreibt den strategischen Aufbau von externen Links, die von anderen Websites auf die eigene verweisen.
Dabei lohnt es sich, interne und externe Links sauber zu trennen:
Interne Verlinkung
Dabei wird ein Link innerhalb derselben Domain gesetzt wie etwa von der Startseite zur Kontaktseite.

Interne Links helfen Nutzer:innen wie auch Suchmaschinen, sich innerhalb der eigenen Seite zurechtzufinden.
Externe Verlinkung
Hierbei wird ein Link von einer Domain auf eine andere gesetzt. Wikipedia verlinkt beispielsweise am Ende eines Artikels auf externe Websites, die als Quellen dienen.

Externe Verlinkungen werten Suchmaschinen als Empfehlung einer anderen Quelle. Genau hier entfaltet Linkbuilding seine Wirkung.
Warum Backlinks generell wichtig sind und weshalb gerade kleine Unternehmen davon profitieren
Traditionelle Suchmaschinen wie Google werten Backlinks seit jeher als Vertrauenssignal. Auch KI-gestützte Systeme sind auf der Suche nach vertrauenswürdigen Quellen und nutzen deshalb eingehende Links als eine Richtlinie.
Beide Welten arbeiten zwar unterschiedlich, profitieren aber vom gleichen Prinzip:
1. Vertrauenswürdigkeit entsteht durch Empfehlungen
Ein eingehender Link zeigt, dass jemand Inhalte relevant genug findet, um sie zu referenzieren. Je etablierter und glaubwürdiger die verlinkende Website, desto stärker das Signal.
2. Thematische Relevanz schafft Orientierung
Links aus inhaltlich passenden Umfeldern helfen Suchsystemen – ob algorithmisch oder KI-basiert – zu erkennen, wofür eine Website steht und welchem Themenfeld sie zuzuordnen ist.
3. Wiederholung stärkt die Einordnung
Wenn Systeme immer wieder auf denselben Namen oder dieselbe Website stoßen, entsteht ein konsistentes Bild. Das unterstützt das Ranking in klassischen Suchmaschinen ebenso wie die Einordnung in KI-Antworten.
Eine neue bzw. kleine Website hat es schwer, die nötige Relevanz in Suchmaschinen oder KI-gestützten Systemen zu erreichen. Domains mit langer Historie genießen oft einen Vertrauensvorsprung. Große Brands profitieren von ihrer Markenbekanntheit und Institute von der Unabhängigkeit. Kleine Unternehmen müssen deshalb Signale geben, um die Relevanz ihrer Website zu beweisen. Genau hier setzt Linkbuilding an. Denn auch hochwertig produzierter Content wir nur gefunden, wenn Suchmaschinen ihm die entsprechende Bedeutung beimessen.
Worauf es beim Linkbuilding ankommt
Der wichtigste Merksatz beim Linkbuilding lautet: Qualität vor Quantität! Ein einziger guter Link von einer starken Seite ist wertvoller als viele schwache Backlinks. Aber was ist eine starke Seite? Um festzustellen, ob ein eingehender Link von einer Website für die eigene Sichtbarkeit hilfreich ist, solltest du generell folgende Punkte prüfen:
1. Seriosität des Linkgebers
Eingehende Links von schlechten Websites sind nicht nur nutzlos, sie können das Ranking sogar negativ beeinflussen. Um die Autorität einer Website zu prüfen, sind nicht unbedingt teure Tools nötig. Ein paar einfache Checks reichen aus:
- Gibt es Impressum und Kontaktdaten?
- Ist die Seite selbst indexiert? (Tipp: Gib die Domain mit dem „site:“-Operator bei Google ein!)
- Ist die Website gepflegt und vertrauenswürdig?
- Stimmt das Verhältnis zwischen Anzeigen und Inhalten (prinzipiell sollte der Anteil der Inhalte klar überwiegen)
2. Thematische Passung
Ein Link aus dem eigenen Fachbereich hilft Suchmaschinen, den thematischen Schwerpunkt deiner Website einzuordnen. Er hat damit einen stärkeren positiven Einfluss als Links von themenfremden Websiten.
3. Vielfalt
Generell haben Backlinks von unterschiedlichen Domains einen höheren Stellenwert als mehrere Links von der gleichen Domain. Setze also nicht nur auf ein Portal, sondern auf ein möglichst breit gefächertes Portfolio.
Wie kleine Unternehmen Linkbuilding umsetzen können
Die folgenden Ansätze funktionieren branchenübergreifend und lassen sich gut anpassen. Für die Anschaulichkeit werden alle Maßnahmen am Beispiel eines Ernährungsberaters erklärt.
1. Gastartikel
Für den Start empfehlen sich Gastartikel in themenverwandten Blogs. Greife dafür auf deine Ressourcen zurück: dein Netzwerk. Bei einem Ernährungsberater kann dies bspw. ein Heilpraktiker sein, den er persönlich kennt. Gesundheit und Ernährung hängen zusammen und passende Themen sind leicht zu finden.
Scheue dich aber nicht, auch größere Plattformen um die Möglichkeiten eines Gastbeitrags zu bitten. Viele Websitebetreiber sind für guten Content von Experten dankbar und im Gegenzug für die Verlinkung bereit. Wichtig: Überlege dir vorab, welche Themen passen können und sende diese direkt mit. Dies erhöht deine Chance für eine Platzierung.
2. Wikipedia sinnvoll nutzen
Für kleine Unternehmen ist es meist schwierig, einen Beitrag über das eigene Unternehmen bei Wikipedia zu platzieren. Allerdings können selbst erstellte Bilder für passende Artikel bereitgestellt werden. Der Ernährungsberater kann bspw. Fotos verschiedener Getreidesorten im Artikel über Zöliakie bereitstellen. Die Verlinkung folgt über die genannte Quelle. Auch Fachwissen auf deiner Website, welches du als Quelle für einen bestehenden Artikel nutzt, ist eine Möglichkeit.
3. Branchenbücher und lokale Verzeichnisse
Viele dieser Plattformen bieten kostenlose Basisprofile mit Linkmöglichkeiten:
- Gelbe Seiten
- Stadtbranchenbuch
- regionale Firmenportale
Sie bilden oft einen guten Grundstock und sind schnell umgesetzt.
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4. Inhalte, die andere verlinken möchten
Stelle auf deiner Website Content zur Verfügung, der deutlichen Mehrwert bietet. Idealerweise findest du eine Nische, die so noch nicht von anderen Contentanbietern bespielt wird. Diese Art von Inhalten werden gern geteilt und häufig verlinkt. Im Beispiel des Ernährungsberaters sollte es nicht die x-te Kalorientabelle sein. Vielleicht ein regionaler Führer mit Restaurants, die glutenfreies Essen anbieten? Dadurch werden vor allem Websites mit regionalem Bezug einen eingehenden Link setzen, was wiederum ein wichtiges Signal für local SEO ist.
5. Sponsoring im Kleinen
Viele Vereine und lokale Gruppen freuen sich über kleine Unterstützungen. Dies können beispielsweise neue Bälle für den Handballverein sein oder der Ernährungsberater sponsert gesunde Snacks für Jugendturniere. Als Gegenleistung entsteht oft eine Erwähnung auf der Vereinsseite.
Auch kostenlose Vorträge sind wirksam, zum Beispiel über Ernährung im Sport, gesunde Pausenverpflegung oder Ernährungstrends. Unternehmen und Vereine verlinken in diesen Fällen häufig von selbst. Auch die lokale Presse kann mit einer entsprechenden Pressemitteilung versorgt werden.
6. Ungelinkte Erwähnungen entdecken
Nicht selten existieren im Internet Erwähnungen des Unternehmens, die einem nicht bekannt sind und von denen es keine Verlinkung zur eigenen Website gibt. Eine höfliche Anfrage reicht oft aus, um den Link nachtragen zu lassen.
Richte unter https://www.google.com/alerts einen Google Alert mit deinem Unternehmensnamen ein. So wirst du benachrichtigt, wenn neue Veröffentlichungen im Web erscheinen.

7. Wettbewerbsanalyse für Inspiration
Analysiere deine Wettbewerber hinsichtlich Backlinks. Dadurch bekommst du weitere Ideen, von welchen Plattformen noch Links möglich sind und welche Inhalte häufig verlinkt werden. Dazu kannst du kostenlose Tools wie Ubersuggest nutzen. Sie zeigen zwar nur einen begrenzten Teil der Links an, für diese Recherche ist das aber völlig ausreichend.

8. Lieferanten & Geschäftspartner
Überlege, mit welchen Geschäftspartnern du zusammenarbeitest. Im Falle des Ernährungsberaters kann dies bspw. der Hersteller eines Nahrungsergänzungsmittels sein, das er seinen Patienten empfiehlt. Der Anbieter wird nicht zögern, diese Referenz auf seiner Website zu veröffentlichen und die Seite des Ernährungsberaters zu verlinken.
9. Pressearbeit
Lokale Medien haben einen hohen Stellenwert bei Suchmaschinen. Die Printartikel werden in aller Regel auch online veröffentlicht, womit die Möglichkeit für eine Verlinkung besteht. Der Ernährungsberater kann bspw. einen Artikel mit saisonalen Ernährungstipps vorschlagen.
Fazit: Linkbuilding bleibt ein langfristiger Erfolgsfaktor
Unabhängig davon, ob Inhalte über klassische Suchmaschinen oder moderne KI-Suchsysteme gefunden werden: Backlinks bilden weiterhin ein zentrales Vertrauenssignal. Linkbuilding ist dabei keine einmalige Maßnahme, sondern ein kontinuierlicher Prozess. Wer das Thema im Alltag bewusst mitdenkt, entdeckt ständig neue Ansätze:
- Kooperationen
- hilfreiche Inhalte
- lokales Engagement
- redaktionelle Beiträge
Das Ergebnis ist eine stetig wachsende Sichtbarkeit, gestützt durch glaubwürdige, thematisch passende Empfehlungen aus dem Web.
Dieser Artikel gehört zu: UPLOAD Magazin 126
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Ruth Pfahler ist Spezialistin für SEO mit über 15 Jahren Erfahrung. Unter dem Namen Growbility unterstützt sie ihre Kunden dabei, ihre Online-Sichtbarkeit durch effektive Maßnahmen zu steigern. Ihr Wissen teilt sie regelmäßig in sozialen Medien, Fachvorträgen sowie in Publikationen für Fachzeitschriften und Internetportale.