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Zwischen Kreativität und Koordination: Visual Content und Projektmanagement

In dieser Kolumne zeigt Stephanie Kowalski dir, warum hinter Visual Content meist deutlich mehr Planung steckt, als das fertige Ergebnis vermuten lässt. Sie erklärt dir, weshalb Gestaltung, Abstimmung, Materialbeschaffung und Freigaben zusammen ein eigenes Projekt ergeben und warum der Aufwand in Teams trotzdem oft zu knapp eingeschätzt wird.

(Foto: © alphaspirit, depositphotos.com)

Zusammenfassung

  • Plane Visual Content von Beginn als Projekt mit klaren Aufgaben, Zuständigkeiten und Terminen.
  • Berücksichtige bei deiner Aufwandsschätzung alle Schritte von der Auftragsklärung bis zur Veröffentlichung.
  • Klärst du Ziel, Aussage und Format vor der Produktion, vermeidest du unnötige Korrekturen und Abstimmungsschleifen.
  • Nutze Templates für wiederkehrende Gestaltungsschritte, nachdem Inhalt und Informationsstruktur feststehen.
  • Halte zentrale Entscheidungen in einem kompakten Briefing fest, damit alle Beteiligten auf derselben Grundlage arbeiten.

Ein Visual ist selten nur ein Visual

Ein Satz wie: „Und jetzt brauchen wir noch eine Grafik für den Beitrag.“ war in meiner Agenturzeit keine Seltenheit – die daraus resultierenden grauen Haare auch nicht. Was zunächst nach einer klaren Aufgabe mit überschaubarem Aufwand klingt, kann sich sehr schnell in Details und Freigabeschleifen verlieren. Denn nach dem Auftrag kommen dann auch schnell weitere Fragen hinzu: Gibt es passende Fotos? Wer liefert den finalen Text? Benötigen wir ein Hoch- oder Querformat? Wo ist die Variante für den Newsletter? Wer gibt das Motiv frei?

Aus einer Grafik wurde schnell ein ganzes Projekt. Oft waren auch mehrere Personen beteiligt, es fehlten Materialien und die Rückmeldungen kamen zu unterschiedlichen Zeitpunkten – ans Einhalten einer Deadline war dann gar nicht mehr zu denken. Eine Änderung der Aussage wirkte sich auf den Text, das Layout und manchmal auch auf die Bildauswahl aus. Der Entwurf war dabei nur ein kleiner Teil der Arbeit.

Ähnliche Abläufe erlebe ich heute in meiner Selbstständigkeit, wenn auch in einem deutlich kleineren Rahmen. Der Aufwand entsteht dabei weniger durch das Gestalten selbst. Zeitintensiv sind vor allem die Entscheidungen davor, die Abstimmungen währenddessen und die Anpassungen kurz vor der Veröffentlichung.

Problematisch wird es, wenn diese Schritte in der Planung kaum berücksichtigt werden. Dann fällt oft erst im laufenden Projekt auf, wie viele Abhängigkeiten tatsächlich bestehen. Die Erstellung von Visual Content bedeutet deshalb fast immer auch, Termine, Zuständigkeiten und Entscheidungen zu koordinieren.

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