Effizientes Content-Marketing: 10 Tipps gegen notorische Zeitknappheit

Content-Marketing ist für viele Unternehmen ein wertvolles Werkzeug, benötigt aber viel Energie und konsequente Arbeit. Wie setzt du es am besten um, wenn deine Ressourcen stark begrenzt sind? Vor allem die Zeit wird doch immer wieder knapp … Jan Tißler gibt dir in diesem Artikel einige Anregungen für deine Arbeit.

(Foto: Andrea Piacquadio, Pexels)

Einführung

Dass Content-Marketing ein so schönes wie erfolgreiches Werkzeug ist, um deine Zielgruppen zu erreichen und für dich zu gewinnen, weißt du wahrscheinlich schon. Und da du diesen Beitrag liest, hast du wohl ebenfalls festgestellt, wie aufwändig es sein kann, Content-Marketing gut umzusetzen. Gerade Einzelunternehmer, Startups und kleine Organisationen müssen mit ihren begrenzten Ressourcen gut haushalten. Da stellt sich die Frage, wie du das meiste herausholst und vor allem dein Zeitkontingent sinnvoll einsetzt.

In diesem Artikel gebe ich dir Tipps aus meinem eigenen Alltag weiter, denn ich arbeite laufend mit begrenzten Ressourcen. Zugleich verabscheue ich es, meine Zeit, Energie und Aufmerksamkeit zu vergeuden.

Kennst du schon die UPLOAD Content Academy? Hier lernst du Content-Marketing aktuell, praxisnah und umfassend. Du bekommst Lektionen in Text-, Audio- und Videoformaten sowie viele weitere nützliche Inhalte. Alles auf dem neuesten Stand, gemacht von Content-Profis. Klingt interessant? Mehr erfahren …

1. Kenne deine Zielgruppe

Je besser du deine Zielgruppe verstehst, desto besser weißt du, welche deiner Themenideen gut sind. Du solltest deshalb versuchen, so viele Informationen wie möglich zusammenzutragen. Idealerweise kannst du repräsentative Personen direkt befragen: Was beschäftigt sie? Was sind ihre drängendsten Fragen und Probleme? Was macht ihnen Sorgen?

Dieser Input wird dir ebenfalls dabei helfen, die Sprache deiner Zielgruppe zu sprechen. Auf diese Weise werden deine Inhalte besser bei ihnen ankommen. Und es hilft dir sogar ganz nebenbei bei der Suchmaschinen-Optimierung, weil du die Begriffe und Formulierungen nutzt, nach denen tatsächlich gesucht wird.

Anmerkung am Rande: Denke dabei nicht nur an die Zielgruppe(n), die du bereits erreichst, sondern auch an solche, die du gern erreichen möchtest. Außerdem solltest du hier klare Prioritäten setzen, auch wenn dir das eventuell schwerfällt. Wenn du versuchst, zu viele, unterschiedliche Zielgruppen anzusprechen, wird auch das deine knappen Ressourcen verschwenden.

2. Habe ein klares Ziel vor Augen

Letztlich geht es dir aber sehr wahrscheinlich nicht nur darum, deiner Zielgruppe zu dienen. Du verfolgst deine eigenen Ziele wie beispielsweise Neugeschäft zu generieren.

Diese Ziele solltest du im Hinterkopf haben, wenn du deine Themenideen bewertest und wenn es an die Umsetzung der Inhalte geht.

So kann es sein, dass du eine Idee hast, die zwar deine Zielgruppe anspricht, die dir aber bei deinen Geschäftszielen nicht weiterhilft. Dann wirst du diese Idee eher zurückstellen oder sogar ganz verwerfen, wenn es überhaupt nicht passt.

Solche Ziele festzulegen, ist nicht immer ganz einfach. Wir haben eine eigene Lektion in der Content Academy dazu. Zudem ist es gerade im Content-Marketing so, dass es hier nicht um die großen Konversionen geht, sondern eher um Micro Conversions: Deine Inhalte sollen generell gesprochen eine positive Veränderung in den angesprochenen Personen hervorrufen.

Je nachdem, wofür dein Inhalt gedacht ist, solltest du mit den Zielen also unterschiedlich streng sein. Content-Marketing wird sich beispielsweise nur selten direkt sichtbar oder gar kurzfristig auf deinen Umsatz auswirken. Zugleich nützen dir die schönsten Landingpages und Produktseiten nicht viel, wenn sich deine Zielgruppe bei deiner Konkurrenz besser aufgehoben fühlt, weil ihre Fragen dort Antworten finden.

Lesetipp zur Vertiefung der ersten beiden Punkte: In einem UPLOAD-Artikel von Falk Hedemann liest du noch mehr über Ziele und Zielgruppen fürs Content-Marketing und warum das „Persona“-Modell hier in die Irre führen kann.

3. Mach dir einen Plan (oder mehrere)

Eine gute Planung ist wertvoll, auch wenn sie erst einmal Zeit zu kosten scheint. Denn keinen Plan zu haben, kostet ebenfalls Zeit und im Zweifel deutlich mehr – man sieht es nur nicht so direkt.

Ich finde es z.B. immer hilfreich zu wissen, woran ich als Nächstes arbeiten will. Konkreter gesprochen: Ich habe vor allem am Vormittag die richtige kreative Energie fürs Schreiben. Am Nachmittag funktioniert das nur selten. Insofern versuche ich, bereits am Vortag festzulegen, woran ich am nächsten Morgen als Erstes arbeiten möchte. Und genau damit fange ich dann idealerweise sofort an. Erst danach schaue ich in meine E-Mails oder ins Social Web. So nutze ich mein „kreatives Zeitfenster“ maximal aus.

Dieses Ideal schaffe ich nicht immer. Aber wenn ich eine volle To-do-Liste habe, komme ich stets darauf zurück. Es funktioniert einfach.

Auch sonst ist es gut, wenn ich nicht lange überlegen muss, was ich als Nächstes tun könnte. Für ein Kundenprojekt führe ich beispielsweise zwei Listen mit möglichen Aufgaben: „kreative“ und „administrative“ – je nach aktueller Gemütslage. Sie sind außerdem nach Wichtigkeit/Dringlichkeit sortiert. Brauche ich ein neues To-do, schaue ich dort hinein und habe in Sekundenschnelle etwas gefunden.

Bei wiederkehrenden Aufgaben mit diversen Zwischenschritten haben sich wiederum Checklisten für mich bewährt. Wenn ich beispielsweise eine neue Ausgabe des UPLOAD Magazins veröffentliche, habe ich eine Checkliste mit 17 Elementen. Die gehe ich einfach Schritt für Schritt durch. Ohne diese Liste müsste ich immer wieder von vorn überlegen und würde garantiert etwas vergessen. Ähnliche Checklisten habe ich für neue Academy-Lektionen oder um monatlich meine Unterlagen für die Steuer zusammenzustellen. Es entlastet mein Gehirn enorm, dass ich mir die Arbeitsschritte einmal überlegt habe und nun einfach durchgehen kann.

4. … aber überorganisiere dich nicht

So sehr ich Redaktionspläne und To-do-Listen mag: Ich sehe immer die Gefahr, mehr Zeit mit der Organisation der Arbeit als mit der tatsächlichen Arbeit zu verbringen. Wenn ich das Gefühl bekomme, dass mein Unterstützungssystem mehr im Weg steht als hilft, hinterfrage ich es. Im Zweifel werfe ich es über Bord.

Generell gilt: Ich füge nur dann Elemente hinzu, wenn ich sie benötige. Für die Content Academy haben wir beispielsweise ein Google Spreadsheet als Redaktionsplan. Ich bin auf dieses Werkzeug zurückgekommen, da es sich an anderer Stelle bereits bewährt hat. Es ergibt für die Academy viel Sinn, da wir dadurch auch die bereits veröffentlichten Inhalte im Blick behalten. Aber zugleich sehe ich zu, dass wir hier nur Informationen, Spalten und Optionen hinzufügen, die wir tatsächlich in der Praxis benötigen. Es soll mir helfen meine Arbeit zu erledigen und nicht selbst in Arbeit ausarten.

5. Arbeite mit einem langen Vorlauf

Ein Vorlauf ist ein „Wundermittel gegen plötzliche Content-Lücken“, wie ich es in dieser Ausgabe des Content-Briefing beschrieben habe: Wenn dir ein anderer Inhalt ausfällt oder dir etwas anderes dazwischenkommt, greifst du dir schnell etwas aus deinem Fundus und das Problem ist gelöst.

Mit einem Vorlauf zu arbeiten, hat noch einen weiteren Vorteil: Du kannst deine Aufgaben genau dann erledigen, wenn sie dir gerade leicht fallen. Du wirst das sicher kennen: Es gibt Momente, in denen du vor guten Ideen nur so sprühst. Oder du hast Lust, Texte zu schreiben. Oder du hast die Energie, um alte Inhalte durchzugehen.

Wenn du einen Vorlauf als Puffer hast, kannst du stärker bestimmen, was du wann erledigst. Passiert hingegen alles immer erst in letzter Minute, musst du deine To-dos erledigen, auch wenn es gerade nicht passt. Darunter leidet die Qualität deiner Arbeit. Deine Langzeitmotivation geht flöten. Und du nutzt deine knappen Ressourcen nicht effizient.

6. Stärke deine Stärken

Wenn du dir anschaust, was Fachleute im Contentbereich empfehlen, dann werden längst nicht alle Tipps zu dir passen (oder zu deinen Zielgruppen). Verlasse dich deshalb nicht allein darauf, was andere sagen, selbst wenn die mehr Erfahrung als du zu haben scheinen. Sammle immer auch deine eigenen Erkenntnisse.

Dazu gehört es, mehr von dem zu machen, was bereits gut funktioniert. Vielleicht hast du ein Thema entdeckt, das dir gut liegt und außerdem bei der Zielgruppe gut ankommt. Oder es ist ein Contentformat oder eine Plattform, das sich als Hit herausgestellt hat.

Schau immer, was du aus deinen erfolgreichen Inhalten lernen kannst – und baue darauf auf.

In einem eigenen Artikel habe ich bereits beschrieben, wie die Erfolgsmessung für Content funktioniert. Wir haben zudem mehrere Lektionen in der Academy dazu.

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7. Optimiere deine Themenideen vorab

Hast du eine neue Themenidee, zu der du noch keine Erkenntnisse gesammelt hast, kannst du die Idee trotzdem auf verschiedene Weisen vorab prüfen und bei Bedarf anpassen. Schaue dir dazu einmal meinen Artikel mit Anregungen zur Themenfindung an und meinen Artikel zum Umgang mit umkämpften Themen. Darin findest du Tipps, die sich auch auf das Testen von Ideen anwenden lassen. Und auch hier findest du passende Lektionen in der Content Academy.

8. Konzentriere dich auf einige wenige Kanäle, Plattformen und Formate

Die Versuchung ist immer groß, alles ausprobieren zu wollen. Wir sind schließlich Kreativarbeiter und entsprechend ist das Neue immer verlockend.

Und, ja: Experimente sind eine gute Sache. Denn nur so kannst du dazulernen und bislang unbekannte Stärken und Potenziale erkennen. Es ist allerdings schnell passiert, es mit den Experimenten zu übertreiben.

Stelle dir vorab ein bestimmtes Zeitkontingent dafür zur Verfügung. Beispiel: 80 Prozent deiner Zeit verwendest du auf Dinge, die bereits funktionieren. 20 Prozent verwendest du auf neue Themen, Formate, Plattformen und Kanäle.

9. Eine Idee = viele Inhalte

Hast du eine gute Idee gefunden, die sowohl deine Zielgruppe anspricht als auch deinen Zielen dient (siehe oben), dann lasse sie nicht so schnell wieder los! Aus einer einzigen Idee können etliche Inhalte entstehen:

  • Du kannst die Darstellungsform ändern: erst eine Begriffserklärung, dann eine Anleitung, dann eine FAQ
  • Du kannst das Contentformat ändern: erst ein YouTube-Video, dann ein Artikel, dann eine Instagram Story
  • Du kannst dieselbe Idee immer wieder aus neuen Blickwinkeln betrachten, auf neue Weise erklären und neue Erkenntnisse hinzufügen

Lies dazu auch diese beiden Artikel:

  1. Das „Topic Cluster“-Prinzip hilft dir bei der Planung. Es unterstützt zugleich die interne Verlinkung und damit deine Suchmaschinen-Optimierung.
  2. Bei der Umsetzung hilft dir mein Artikel zu „modularen und fließenden“ Inhalten.

10. Es muss nicht immer brandneu sein

Und zu guter Letzt ein Tipp, der gern vergessen wird: Nicht jeder neue Inhalt muss brandneu sein. Im Gegenteil: Es ist auch aus SEO-Sicht eine gute Idee, wichtige Inhalte regelmäßig zu überarbeiten, erweitern und verbessern. Danach holst du sie mit dem aktuellen Datum wieder nach vorne.

In alten Medien wie Zeitschriften wirst du sehen, wie ein Thema immer und immer wieder aufs Neue hervorgeholt wird. Online ist es hingegen besser, den einen entscheidenden Inhalt zu diesem Thema zu erstellen und dranzubleiben. Anstatt deine Ressourcen auf viele kleinere Inhalte zu verteilen, konzentrierst du sie auf einen langsam, aber stetig wachsenden Beitrag.

Suchmaschinen wie Google belohnen das, weil dein Beitrag auf diese Weise neue Links einsammelt. Zudem ist es für sie ein gutes Zeichen, wenn Inhalte aktuell gehalten werden. Verschwinden sie zu tief im Archiv, geraten sie zudem oftmals aus dem Blick der Suchmaschinen.

Schlusswort

Ich hoffe, dass du einige Anregungen dazu gefunden hast, wie du deine Content-Arbeit effizienter gestalten kannst. Einen Gedanken möchte ich dir dabei ganz am Schluss noch mit auf den Weg geben: Vergiss deine geistig-seelische Gesundheit nicht.

Gerade als Kreativmensch ist es enorm wichtig, sich selbst gut zu behandeln. Dazu gehört es, dass du deine „unkreativen“ Phasen akzeptierst und deine Planung entsprechend darauf einstellst. Pausen und Ablenkungen gehören ebenfalls dazu: Auch das Gehirn muss mal „durchatmen“. Problematisch wird dies nur, wenn du damit vor deinen eigentlichen Aufgaben fliehst. Ganz verteufeln solltest du sie aber nicht.

Die beste Antwort findet sich hier, wie so oft im Leben, in der Mitte.


Dieser Artikel gehört zu: UPLOAD Magazin 101

Im Schwerpunkt der neuen Ausgabe „Content 101“ erklären wir dir, wie du deine Zeit beim Content-Marketing effizient einsetzt und welche Vor- und Nachteile fünf wesentliche Wege haben, an Inhalte für deine Website zu kommen. In ihrer neuen UPLOAD-Kolumne erklärt dir Rechtsanwältin Nina Diercks außerdem, was das Telekommunikation-Telemedien-Datenschutz-Gesetz (TTDSG) für Webanalyse und Onlinewerbung bedeutet. Und wir zeigen dir, wie du mit Google Trends Suchbegriffe bewertest und auf Themenideen kommst.

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(Illustration: © AlisaRut, depositphotos.com)

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