Der begrenzte Content-Garten: Was man von der Taglilienzucht für die Contentarbeit lernen kann

Manchmal bestehen zwischen zwei Handlungsfeldern erstaunliche Parallelen, obwohl sie in ihrer Natur unterschiedlicher nicht sein könnten. Dies zu erkennen, eröffnet nicht nur neue Perspektiven, sondern kann auch beide bereichern. In diesem Artikel veranschaulicht Falk Hedemann dieses nützliche Prinzip anhand seiner beiden Leidenschaften, der Content-Arbeit und der Taglilienzüchtung. Eine wichtige Erkenntnis lautet: Nicht immer ist viel mehr wert, manchmal kann weniger ein Mehrwert sein.

(Foto: Falk Hedemann)

Zusammenfassung

  • Die physische Begrenzung eines Gartens erzwingt eine strenge Selektion und fördert so die Qualität – ein Prinzip, das der Contentarbeit oft fehlt.
  • Eine große Menge an Inhalten kann Nutzer überfordern; statt immer mehr zu produzieren, ist eine bessere Kuratierung und nutzerorientierte Führung gefragt.
  • Künstliche Intelligenz wirkt wie Dünger: In der richtigen Dosis nützlich, kann sie eine schlechte Grundidee nicht verbessern und bei übermäßigem Einsatz die Authentizität gefährden.
  • Mehr Geduld in der Contentarbeit ist gefragt, um Inhalte zu analysieren, zu verbessern oder neu zu kombinieren, anstatt sie bei ausbleibendem Erfolg vorschnell aufzugeben.
  • In einer von KI geprägten Welt wird die persönliche, menschliche Note zum entscheidenden Qualitätsmerkmal, um aus der Masse an Inhalten herauszustechen.

Wer etwas mit Leidenschaft und großen Zielen intensiv verfolgt, entwickelt oftmals ohne es selbst zu bemerken Scheuklappen. Alles geht seinen gewohnten Gang. Das stört uns nicht, weil es gut funktioniert, logisch erscheint und man sich keine größeren Gedanken machen muss. So schleifen sich im Laufe der Zeit Gewohnheiten ein, ganz wie Wege im Garten, die eigentlich keine sind: Man läuft immer die gleichen Strecken und trampelt unbewusst Pfade in den Rasen.

Bei der Content-Arbeit ist die Sicherheit solcher Pfade geradezu ein Segen. Es gibt immer wieder neue Herausforderungen und Aufgaben, die uns einiges abverlangen. Je nach Typ und persönlicher Einstellung können sie für Enthusiasmus oder auch für Stress sorgen, auf jeden Fall bedeuten sie aber Unruhe. Wenn wir dann unsere digitalen Trampelpfade nutzen können, um die gewünschte Verlässlichkeit zu spüren, ist das ein angenehmer Gegenpol zur Unruhe, die die Auseinandersetzung mit dem Neuen mit sich bringt.

Was wäre, wenn wir uns das bewusst machen? Was, wenn wir diese liebgewonnenen Pfade ebenso bewusst verlassen würden? Nicht, um wieder in die Unruhe zu geraten, sondern um zu reflektieren und neue Perspektiven zu erleben? Um uns weiterzuentwickeln? Um wirklich voranzukommen?

Wenn wir unsere Arbeit aus einer neuen Perspektive betrachten, können wir sehr viel lernen. So erkennen wir die Trampelpfade, die sich aus gewohnten Denkweisen und Handlungen ergeben haben. Mir gelingt das besonders gut, wenn ich meine berufliche Leidenschaft mit meiner persönlichen Nebenleidenschaft vergleiche.

Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede gibt es zwischen der Contentarbeit und dem Züchten von Taglilien (Hemerocallis)?

Was wäre, wenn wir uns das bewusst machen? Was, wenn wir diese liebgewonnenen Pfade ebenso bewusst verlassen würden? Nicht, um wieder in die Unruhe zu geraten, sondern um zu reflektieren und neue Perspektiven zu erleben? Um uns weiterzuentwickeln? Um wirklich voranzukommen?

Kennst du uns schon? Auf den Punkt gebracht: Wenn Content Marketing, dann UPLOAD Magazin! Das große deutsche Portal für alle Fragen rund um erfolgreiche Inhalte. Vieles kannst du vollkommen kostenlos lesen und jeden Montag kommt ein Artikel wie dieser hinzu. Bleib am Ball mit dem „Update am Montag“ …

Gärten wachsen nicht mit

Starten wir gleich mit dem wohl größten Unterschied: dem Platz.

Wer Taglilien züchtet, hat automatisch einen zu kleinen Garten. Es gibt weltweit je nach Quelle zwischen 80.000 und 100.000 registrierte Sorten. Das Züchten selbst ist technisch vergleichsweise einfach, sodass jedes Jahr zahlreiche Taglilien registriert werden. Der einfache Zugang sorgt demnach für eine anhaltende Registrierungswelle neuer Sorten. Die größten Sammlungen, die ich kenne, umfassen maximal 4.000 Sorten.

In meinem Garten haben sich im Laufe der letzten zehn Jahre etwa 500 registrierte Sorten angesammelt. Dazu kommen etwa 2.000 Sämlinge, wie Jungpflanzen zunächst genannt werden. Zusammen mit anderen Stauden sowie vielen Obstbäumen und -sträuchern füllt das alles das knapp 900 m² große Grundstück gut aus. Der Platz ist also maximal ausgereizt und Gärten wachsen in der Regel nicht mit (warum das gut ist, erkläre ich gleich).

Für mich bedeutet das zwei Dinge:

  1. Für jede neue Sorte, die ich von anderen Züchtern erhalte, muss eine Sorte aus meinem Garten weichen.
  2. Für jeden Sämling, den ich neu züchte, muss ein älterer Sämling ausselektiert werden.

Der erste Punkt ist noch recht einfach abzuhaken: Ich kaufe einfach keine neuen Sorten. Die Selektion der Sämlinge ist jedoch ungleich schwieriger. Jedes Jahr entstehen je nach Witterung und Aufwand zwischen 200 und 300 Sämlinge. Das bedeutet, dass ich mich jedes Jahr von ebenso vielen älteren Sämlingen trennen muss.

Was lernen wir daraus für die Contentarbeit?

Vorab eine knifflige Frage: Wie viele Inhalte gibt es in deinem Contentgarten?

Viele werden diese Frage nicht einmal annähernd beantworten können oder liegen mit ihrer Schätzung weit daneben. Denn im digitalen Contentgarten gibt es keinen Platzmangel. Wir erstellen ständig neue Inhalte und fügen sie selbstverständlich zum Bestand hinzu. Für einen Content-Manager ist es nicht wirklich von Belang, die Zahl der Inhalte zu kennen.

Schließlich hat es keine Konsequenzen, wenn es massenhaft Inhalte gibt, oder?

Zudem hat die Entwicklung der KI-Tools den Zugang zur Produktion von Inhalten jeglicher Art radikal vereinfacht. Mit geringem Aufwand lässt sich heute massenhaft Content generieren.

Machen wir an dieser Stelle ein Gedankenexperiment: Begrenze deinen Content-Garten.

Stelle dir vor, du bist der verantwortliche Manager eines Content-Hubs eines großen Unternehmens. Deine Aufgabe ist es, die verfügbaren Inhalte konstant auf eine bestimmte Anzahl zu halten. Um es dir nicht zu leicht zu machen, definiert sich der Richtwert über die aktuelle Anzahl der Inhalte und beträgt genau die Hälfte.

Deine Aufgaben:

  1. Du musst die Hälfte der Inhalte im Bestand aussortieren.
  2. Zudem musst du zukünftig für jeden neuen Inhalt einen weiteren aussortieren.
  3. Dafür benötigst du einen Kriterienkatalog, der deine Content-Strategie absichert.

Lass uns gerne wissen, welche Erfahrungen du mit diesem Gedankenexperiment gemacht hast. Schreibe uns dazu einfach eine E-Mail!

Selektion ist harte, aber unerlässliche Arbeit

Die härteste Züchterarbeit findet nicht etwa körperlich, sondern komplett im Kopf statt. Zu Beginn war ich über jeden einzelnen Sämling glücklich. Dann sorgte die begrenzte Fläche jedoch dafür, dass ich mich von einigen Sämlingen trennen musste. Das war ein harter Schritt, denn immerhin hatte ich Ressourcen investiert und war geduldig gewesen. Ich konnte mich jedoch trennen, da ich ein komplexes System entwickelt habe, das auf Daten, generellen Anforderungen und meinen persönlichen Vorlieben basiert.

Ohne hier zu sehr ins Detail zu gehen: Grundsätzlich geht es um die Frage, ob ein Sämling etwas hat, das ihn besonders oder gar einzigartig macht.

„More of the same“ kann nicht das Ziel sein, denn es ist die unglaubliche Vielfalt, die mich an Taglilien begeistert. Im Laufe der Zeit habe ich durch meine umfangreichen Dokumentationen sehr viel gelernt.

  • Welche Kombinationen sind erfolgversprechend?
  • Mit welchen Sorten sollte ich weiterarbeiten?
  • Welche Merkmale geben bestimmte Sorten weiter?

Was lernen wir daraus für die Contentarbeit?

Wir können und sollten auch auf unsere inhaltlichen Kreationen stolz sein. Wenn das nicht der Fall ist, sollte der Inhalt gar nicht erst veröffentlicht werden. Uns muss jederzeit klar sein, dass es zu jedem erdenklichen Thema bereits Inhalte gibt. Daher kann „More of the same“ auch hier nicht das Ziel sein. Stattdessen sollten wir uns immer fragen, welchen besonderen Inhalt wir zu einem Thema beitragen können.

Ein Bewertungssystem für Contentideen kann dabei hilfreich sein. Gibt es etwa neue Erkenntnisse, Aspekte oder Erfahrungen zu einem Thema? Oder macht ein neues Ereignis, wie eine neue Studie, ein Thema wieder aktuell?

Zu den besonderen Merkmalen von Inhalten gehört übrigens auch die persönliche, menschliche Note, die wir als Content-Ersteller weitergeben können. In einer von KI-Inhalten getriebenen Contentwelt wird das immer wichtiger werden.

Warum mehr Platz nicht besser wäre

Nun könnte man leicht auf die Idee kommen, dass ein größerer Garten hilfreich wäre. Ich könnte mit noch mehr Sorten einen variableren Genpool aufbauen und noch mehr Sämlinge heranziehen. Doch das ist ein Trugschluss.

Ein befreundeter Züchter, dessen Garten parkähnlich anmutet und der angrenzend noch mehrere Hektar Land zur Verfügung hätte, hat sich vor Jahren bewusst für einen Zaun als klare Begrenzung entschieden. Auf die Frage nach den Gründen erklärte er mir: „Ich brauche diese physikalische Grenze, weil ich sonst kein Ende finden würde!“ Erst etwas später verstand ich ihn, weil ich es selbst praktisch erfahren habe. Eine klare Begrenzung ist ein wichtiges Instrument für die Qualitätssicherung.

Zur Erklärung: Gibt es keinen Platzmangel, wird man sich nicht von Pflanzen trennen, die zwar sehr gut, aber eben nicht herausragend sind. Je größer der Platzmangel, desto höher ist der Selektionsdruck. Je höher der Selektionsdruck, desto besser ist die Qualität der Pflanzen, die die Selektion überstehen.

Was lernen wir daraus für die Contentarbeit?

Bei der Contentarbeit haben wir praktisch keine Grenzen – abgesehen von unseren zeitlichen Ressourcen. Den Selektionsdruck reichen wir einfach an unsere Zielgruppe weiter. Diese darf sich aus der Contentmasse die Inhalte herausselektieren, die für sie relevant sind. Ob das immer gut funktioniert, ist eine andere Frage.

Würden wir die Selektion dagegen selbst vornehmen, müssten wir uns regelmäßig von älteren Inhalten trennen, wenn wir ähnliche neue Inhalte erstellen. Dabei haben wir den großen Vorteil, dass wir Inhalte zum gleichen Thema ohne Qualitätsverlust zusammenführen können. Für Taglilienzüchter bleibt das ein unerfüllbarer Traum.

Besucher sind oftmals überfordert

Zur Hauptsaison ist die Fülle an Blüten für ungeübte Besucher regelmäßig überwältigend. Wer im Juli in den Lehmder Tagliliengarten kommt, bleibt oft gleich am Eingang stehen und weiß nicht, wohin er zuerst schauen soll. An einem guten Tag buhlen immerhin rund 1.000 Blüten in verschiedenen Farben und Formen um die Aufmerksamkeit der Besucher. Wer das zum ersten Mal sieht, kann nur überfordert sein.

In solchen Fällen ist es hilfreich, wenn ich als Guide fungiere und behutsam erfrage, welche Farben und Formen die Besucher besonders ansprechend finden. Dann kann ich sie zu den entsprechenden Pflanzen führen und ihnen die Überforderung nehmen.

Wichtig: Für mich selbst stellt die Fülle keinesfalls eine Überforderung dar. Ich sehe die Pflanzen jeden Tag und kenne sie bestens. Viele habe ich schließlich selbst gezüchtet. Überforderung erkenne ich nur durch einen Perspektivwechsel.

Ein Ausschnitt des Lehmder Tagliliengartens (Foto: Falk Hedemann)

Was lernen wir daraus für die Contentarbeit?

Hier noch einmal die Frage: Wie viele Inhalte buhlen auf deinem Content-Hub um die Aufmerksamkeit der Besucher?

Auch hier gibt es sicher eine Fülle an Themen und Formaten, die neuen Besuchern zur Schau gestellt werden und sie schnell überfordern können. Eine eventuell vorhandene Suchfunktion, die oftmals die einzige Hilfe darstellt, ist nur selten an die Bedürfnisse der Besucher angepasst. Stattdessen unterstützt sie eher die Zielsetzungen des Webseitenbetreibers.

Ein hilfreicher Guide, der diese Überforderung auflösen könnte, ist nicht in Sicht. Dafür möchte ein Chatbot die Besucher gerne möglichst reibungslos in den sorgfältig aufgebauten Salesfunnel bugsieren. Hurra.

Mein Wunsch: weniger Inhalte, dafür mehr kundenorientierte Hilfestellung bei der Erkundung.

Dünger lässt die Pflanzen noch besser gedeihen

Ein für mich schon immer kritischer Aspekt bei der Gartenarbeit ist die Düngung. Künstlicher Dünger versorgt die Pflanzen ideal mit allen Nährstoffen, die sie für ein gesundes Wachstum und eine vollendete Blüte benötigen, und sorgt so für eine optimale Entwicklung der Pflanzen. Trotzdem verwende ich aus ökologisch-ökonomischen Gründen vergleichsweise wenig davon. Stattdessen habe ich ein nachhaltiges Wertstoffkreislaufsystem etabliert, in das fast alles in meinem Garten integriert ist. Man könnte es auch klassisch als Kompost bezeichnen. Doch leider verstehen viele Menschen darunter heute einen wertlosen Biomüllhaufen.

Dabei gibt es für Pflanzen nichts Besseres als Kompost. Da meinen Kompost jedes Jahr zudem viele aussortierte Taglilien bereichern, enthält er genau die Substanzen, die neue Taglilien-Sämlinge benötigen, um zu wertvollen Pflanzen heranzuwachsen. Bei künstlichem Dünger muss man dagegen sehr genau auf die Zusammensetzung und die Menge achten. Eine Überdüngung kann den Pflanzen schaden und den Boden nachhaltig verschlechtern. „Weniger ist mehr” ist also auch hier das Motto.

Was lernen wir daraus für die Contentarbeit?

Künstliche Intelligenz kann für Inhalte wie ein Dünger wirken. In der richtigen Dosierung und Anwendung profitieren Inhalte davon, zu viel kann jedoch auch hier schädlich sein. Inhalte, die für Menschen kreiert werden, brauchen menschliche Komponenten, wenn sie auch zukünftig aus der Masse herausragen sollen.

Zu viel künstlicher Dünger kann den Boden für erfolgreiche Inhalte nachhaltig verschlechtern, wenn er den Menschen, für die die Inhalte gedacht sind, zu künstlich erscheint. Es kann zu einem Vertrauensverlust kommen, der auch zukünftige Inhalte in ihrer Wirkung eher lähmt als beschleunigt.

Der wichtigste Aspekt ist jedoch der folgende: So wie künstlicher Dünger nur eine Unterstützung darstellt, solltest du auch Künstliche Intelligenz nur als Support einsetzen. Ein Sämling mit einer miserablen Blüte wird schließlich auch nicht besser, wenn er ordentlich gedüngt die doppelte Anzahl an miserablen Blüten hervorbringt. Für Inhalte gilt daher: Es ist deine Idee, die sie einzigartig machen kann. Die KI lässt sie gemeinsam mit dir wachsen, aber sie wird die Qualität der Idee nicht verbessern.

Tipp: Lesestoff für Content-Profis (und solche, die es werden wollen)

Das UPLOAD Content Briefing liefert dir alle 14 Tage:

  • eine nützliche und interessante Anregung für deine Content-Arbeit
  • Links auf lesenswerte Beiträge und nützliche Tools
  • Hinweise auf neue UPLOAD-Angebote für dich und woran wir gerade arbeiten

Kein Spam! 100% nützlich. Schon über 300 Leser:innen sind dabei.

Hier eintragen …

Geduld ist gefragt

Wenn man Taglilien züchten will, dann kann man das nicht einfach von heute auf morgen machen. In einer sehr hektischen Zeit, in der sich alles rasend schnell entwickelt und die nach immer neuen Abkürzungen lechzt, ist die Entwicklung neuer Taglilien komplett aus der Zeit gefallen. Von der eigentlichen Kreuzung bis zur ersten Blüte vergehen mindestens zwei, meistens aber drei oder sogar vier Jahre. Erst dann zeigt sich, ob sich die Erwartungen erfüllen oder ob sich der Kompost über Arbeit freut.

Es gibt jedoch auch immer wieder Fälle, die nicht so eindeutig sind. Erfüllt ein Sämling beispielsweise nur einen Teil der Qualitätskriterien, kann er als Brückenpflanze fungieren. Dann könnte man ihn mit einer anderen Pflanze kreuzen, die die fehlenden Kriterien erfüllt. Mit etwas Glück ergibt sich nach einer weiteren Geduldsphase eine Kombination, die alle Kriterien erfüllt.

Die lange Wartezeit ist übrigens nur am Anfang einer Züchterkarriere wirklich schwierig. Bleibt man kontinuierlich dabei und übersteht die ersten Jahre, entsteht jede Saison so viel Neues, dass es nie langweilig wird.

Was lernen wir daraus für die Contentarbeit?

Meiner Erfahrung nach war es noch nie ein echter Trend, geduldig mit Inhalten zu sein. Gerade bei schnelllebigen Kanälen wie Social Media fühlen wir uns von den Algorithmen getrieben. Sie wollen möglichst schnell Reaktionen und Interaktionen auf unsere Inhalte sehen, um sie weiter auszuspielen – oder eben ins digitale Nirwana zu schicken.

Ein Teil der allgemeinen Ungeduld liegt aber auch bei uns selbst. Wir erstellen oft Inhalte mit klaren Zielsetzungen und Hoffnungen. Werden diese nicht erfüllt, analysieren wir nicht, wie wir den Inhalt verbessern können, sondern produzieren gleich den nächsten Inhalt, ohne große Erkenntnisse zu gewinnen. Wir können schließlich nichts dafür, wenn die Algorithmen unseren Inhalt in der Masse untergehen lassen.

Dabei könnte es Brücken-Inhalte geben, die einzeln nicht gut funktionieren, die aber miteinander kombiniert plötzlich etwas Einzigartiges ergeben. Damit würden wir die Möglichkeiten digitaler Inhalte viel besser nutzen, als so zu tun, als wären sie statische Printinhalte, und so den Fortschritt der digitalen Welt nutzen.

Schlusswort: Kann weniger nicht doch mehr sein?

Es gibt noch viele weitere Aspekte, anhand derer ich meine beiden Leidenschaften miteinander vergleichen könnte. Ich lerne immer neue Dinge in einem der beiden Bereiche, die mich auch im jeweils anderen weiterbringen. Einiges von dem, was ich in diesem Artikel beschrieben habe, ist mir erst beim Schreiben bewusst geworden.

Der zentrale Aspekt begleitet mich dagegen schon eine ganze Weile. Was wäre, wenn auch unser Contentgarten in seiner Größe unveränderlich wäre und nur eine ganz bestimmte Anzahl an Inhalten aufnehmen könnte? Würde das nicht automatisch dafür sorgen, dass nur die Inhalte mit der besten Qualität übrig bleiben?


Dieser Artikel gehört zu: UPLOAD Magazin 121

Schon gewusst? Mit einem Zugang zu UPLOAD Magazin Plus oder zur Content Academy lädst du Ausgaben als PDF und E-Book herunter und hast viele weitere Vorteile!

 

Schreibe einen Kommentar