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Faktor Mensch in Social Media: Human in the Loop oder Human in Charge

„Human in the Loop“ war gestern, jetzt ist Zeit für „Human in Charge“. KI-Tools wie ChatGPT und Claude nehmen uns viel Arbeit ab, doch sie haben weder Bauchgefühl noch echten Humor. Wenn die KI patzt, fangen am Ende wir die Kritik ein. Warum es keine gute Idee ist, die Verantwortung an Algorithmen abzugeben, und wie du die gewonnene Zeit sinnvoll für Strategie und Kreativität nutzt, zeigt dir Jan Firsching in seiner neuen Kolumne. Mach Schluss mit KI-Micromanagement und übernimm wieder die Führung!

(Bild generiert mit ChatGPT)

Wer ist hier eigentlich am Hebel?

Managen wir die KI? Managed die KI uns? Oder ist es wirklich so, dass KI-Agenten und unsere Arbeitskollegen sind?

Geht es um den Faktor Mensch und KI, gibt es viele Floskeln. Speziell wenn es um Kreativität oder das Schreiben von Texten geht. Niemand will AI Slop und deswegen heißt es oft so schön: Human in the Loop. Also wird der Mensch von der Maschine informiert und korrigiert sie bestenfalls.

Denkt man aber mal daran, wofür „keeping you in the loop“ in der Arbeitswelt wirklich steht, dann ist das für das Zusammenspiel zwischen Menschen und KI nur bedingt richtig. Denn eine Information ist schön und gut, hat aber mit Kontrolle nicht so viel zu tun. Vielmehr geht es ja darum, dass der Mensch die Verantwortung trägt. Also nicht Human in the Loop sondern Human in Charge.

Gemini, ChatGPT, Claude und Co. sind bekanntermaßen nicht fehlerfrei. Nutzt man sie für Social Media Inhalte, Mails oder Whitepaper und es werden Fehler eingebaut, dann landet die Kritik beim Absender und nicht bei der KI. „Hättet ihr nochmal überprüfen sollen.“ Klar, man spart Zeit und Kosten und kann das in Kauf nehmen, aber das kann niemand langfristig wollen.

Hinzu kommt für mich, dass es einen Unterschied zwischen menschlichen Fehlern und KI-Halluzinationen gibt. Es ist ja so absurd, dass in KI-Mails und Social Media Posts teilweise Fehler eingebaut werden, damit sie menschlicher wirken.

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Kontrolle ist besser als Abhängigkeit

Verantwortung und Kontrolle liegen trotz allem bei uns. Aber auch die Qualität der Inhalte an sich. Wir sind mal wieder in Charge.

KI kann uns das Gefühl vermitteln, als hätte sie einen Geschmack oder ein Bauchgefühl. Hat sie aber nicht. Speziell wenn man beispielsweise Inhalte für unterschiedliche Zielgruppen erstellen muss. Ja, sie wird mit Daten, Studien und Marktforschungsergebnissen gefüttert, analysiert diese und fasst Erkenntnisse zusammen (übrigens super hilfreich und ein simpler Use Case), aber geht es dann ins Detail und um Emotionen, dann sind die Grenzen von KI schnell erreicht. Von einem freudig piepsenden R2-D2 sind wir noch weit entfernt.

Oder denken wir an Humor? Was war einer der meistgenutzten Sprachbefehle für Alexa? „Alexa, erzähle mir einen Witz.“ Ein Witz kam, aber meistens so schlecht, dass von Humor nicht die Rede sein kann. Hängt bei diesem Beispiel natürlich auch zusätzlich mit der Stimme zusammen.

Humor kann ein effektives Mittel für Social Media oder Markenkommunikation im Allgemeinen sein. Hier ist aber der Faktor Mensch mehr Erfolgsgarant als die KI. Klar, bei Humor ist die Fallhöhe immer hoch, aber vertraut da mehr auf euch, als auf generische KI Jokes oder abgedroschene funny Headlines.

Das Ziel: der KI vertrauen und kein KI-Micromanagement

Ein weiterer wichtiger Punkt beim Faktor Mensch ist das tatsächliche Ziel, welches durch den Einsatz von KI-Tools erreicht werden sollte.

Die KI nimmt uns Aufgaben ab und dadurch gewinnen wir Zeit. Nun gilt es, diese gewonnene Zeit auch sinnvoll zu nutzen. Zumindest aus der Sicht von Unternehmen.

Problem ist aktuell noch das Vertrauen in die KI und das ist nicht ganz unberechtigt. Das ist aber zwingend notwendig, denn die Kontrolle von KI-Ergebnissen und Aufgaben ist wichtig, es sollte aber nicht in einem Micromanagement von Chats, Agenten und Workflows enden. Das führt am Ziel vorbei und die gewonnene Zeit verpufft.

Gewinne ich beispielsweise durch KI mehr Zeit, dann nutze ich sie, um mir Communities anzusehen, Trends zu analysieren, Strategien zu verfeinern und einfach mal einen Blick über den eigenen Tellerrand zu werfen. Das ist essentiell, um die KI-Antworten überhaupt bewerten zu können. Habe ich kein Gefühl und kein Verständnis für das Thema, dann ist der „Human in the Loop“ vorhanden, der „Human in Charge“ aber in weiter Ferne.

Und hier liegen häufig die größten Herausforderungen bei der Nutzung von KI oder der Schritt, wo es von einem reinen Chat mit einer KI zu einer strukturierten und Nutzung übergeht. Das ist aber entscheidend, um den Faktor Mensch effektiv einzusetzen.

Fehlendes Vertrauen in KI-Tools

Wenn wir uns die Hürden und Herausforderungen für die KI-Nutzung ansehen, dann geht es in die gleiche Richtung. So zählen für KMUs der Verlust der menschlichen Note und die Unzuverlässigkeit (Halluzinationen) von KI-Tools zu den größten Challenges.

Es ist unser Job, die KI nicht nur zu kontrollieren, sondern sie zu führen. Antworten müssen geprüft werden und Ergebnisse mit der eigenen Expertise oder Meinung angereichert werden.

Dann funktioniert das Zusammenspiel und dann macht die KI-Nutzung auch Spaß. Ja, es sollte uns Spaß machen.

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Faktor Mensch = Spaßfaktor

KI ist ein fester Bestandteil meines Arbeitsalltages. Wenn ich täglich ein „Tool“ nutze, dann muss es die richtigen Ergebnisse liefern.

KI erfüllt dabei zwei Aufgaben. Einmal als Effizienz-Tool mit einem niedrigen Spaßfaktor und einmal als Tool, um neue Dinge auszutesten. Das gilt prinzipiell für jedes Tool, aber die Möglichkeiten bei KI-Tools sind deutlich vielfältiger. Diese Vielfalt macht mir Spaß.

Zum Faktor Mensch gehört natürlich auch, dass mich KI manchmal nervt. Nicht KI an sich, sondern die Antworten. Oder wie Claude mich beschreibt:

Du bist schnell genervt von schlechten Outputs — kurze Korrekturen, keine langen Erklärungen. Das klingt erstmal nach Ungeduld, ist aber eigentlich ein Zeichen dafür, dass du ein klares inneres Bild hast, was gut ist. Wer kein Gefühl für die Arbeit hat, formuliert keine so präzisen Ein-Wort-Korrekturen.

Ob meine „Ein-Wort-Korrekturen“ jetzt wirklich so präzise sind, sei mal dahingestellt. Was stimmt, ist, dass ich KI nicht die volle Kontrolle überlasse und Rückmeldungen gebe. Nicht nur in Form von anderen Anforderungen, sondern auch ob mir die Ergebnisse gefallen oder nicht.

Unabhängig davon, ob wir KI jetzt als Werkzeug oder virtuelle Mitarbeiter*in bezeichnen, wir sitzen auf der anderen Seite. Laufen Automatisierungen im Hintergrund, dann ist das etwas anderes, aber auch hier sitzt immer ein Mensch auf der anderen Seite, welcher die Automatisierung aufgesetzt hat und sie kontrolliert. Wir initiieren die Chats, verfassen die Prompts und verfeinern die Ergebnisse.

Wir sind in Charge.

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Dieser Artikel gehört zu: UPLOAD Magazin 126

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