Wissen ist Geld: vom Blog zum Buch (3)

Dass der Weg vom Blogger zum Buchautor nicht unbedingt weit sein muss, haben die ersten beiden Teile dieser kleinen Reihe vielleicht deutlich gemacht. Heute geht es um die praktische Umsetzung: Aus dem Manuskript wird ein E-Book, das Buch wird bekannt gemacht und der Verkauf organisiert. Und zum Schluss ein Fazit.

Logo 'Vom Blog zum Buch'
Foto: Pixelquelle.de

Vom Manuskript zum E-Book

Beim Layout des E-Books sollte man meiner Meinung nach darauf achten, dass es sowohl bequem ausgedruckt, als auch am Bildschirm gelesen werden kann. Dann hat es eine doppelte Funktion und bedient beide Zielgruppen. Das heißt, die Schrift sollte so gewählt werden, dass sie auch am Monitor noch bequem lesbar ist. Das Format des Buchs ist hingegen einfach DIN A4.
Eine andere Möglichkeit wäre das DIN A4-Querformat, um sich besser an den Bildschirm anzupassen.

Wie aber erstellt man nun ein PDF? Das Profitool dazu ist Adobe Acrobat in den Varianten Standard und Professional, dürfte für diese Zwecke allerdings überdimensioniert sein. Für Mitte 2007 ist das preisgünstigere Adobe Acrobat Elements angekündigt. Die gute Nachricht: Es gibt auch schon jetzt günstigere und sogar kostenlose Möglichkeiten, aus einem Dokument ein PDF-Dokument zu machen, beispielsweise den PDFCreator. Für Mac-Nutzer reicht zunächst die eingebaute Funktion “als PDF speichern” im Druck-Dialog.

Wer will, kann beschränken, was der Leser mit dem PDF tun kann. Ich würde hier aber alles dem Leser überlassen. Natürlich besteht die Gefahr, dass das E-Book auch auf anderen Wegen verbreitet wird. Aber ist das wirklich so schlimm? Bei mir hat es sich jedenfalls nicht besonders negativ bemerkbar gemacht.

Mit dem Buch zum Leser

Ist das Buch oder E-Book fertig, geht es an den Verkauf. Das Buch muss bekannt gemacht werden.

Als Blogger hast Du natürlich viele Möglichkeiten. Das Buch kann immer wieder Thema im Blog sein, Du kannst Ausschnitte daraus im Blog veröffentlichen oder es anderen Bloggern mit passender Thematik zur Rezension anbieten. Du kannst Dich als Gastautor bei anderen engagieren. Du kannst Dein Buch verlosen. Veranstalte einen Schreibwettbewerb zum Thema (Stichwort: Blog-Karneval) oder wirf mal ein Blogstöckchen in die Runde. Ein Partnerprogramm könnte andere motivieren, über das Buch zu berichten und Werbung zu machen. Allerdings ist ein Partnerprogramm nicht mal eben schnell eingerichtet. Ein Tipp wäre hier Superclix, weil hier die Einstiegshürden vergleichsweise niedrig sind. Es gibt darüber hinaus weitere Angebote, um ein Partnerprogramm selbst zu organisieren. Wer sich dafür interessiert, schaut mal bei 100partnerprogramme.de vorbei.

Wie schon in einem vorherigen Teil erwähnt: Du kannst sogar das Buch in digitaler Form komplett kostenlos zur Verfügung stellen und dadurch neue Leser gewinnen.

Hast Du ein sehr umfangreiches Werk zu einem gut benennbaren Thema, denk auch einmal über Werbung mit Google AdWords und ähnlichen Programmen nach.

Wie verkaufen?

Eine eigene Verkaufsseite ist eine gute Idee. Die muss das Werk bewerben, ohne marktschreierisch zu werden. Es sollten alle Fragen der Interessenten geklärt werden, der Inhalt des Buches anschaulich beschrieben sein und auch Neugier auf das Werk wecken. Leserstimmen sind immer ein gutes Mittel, um Vertrauen zu gewinnen.

Über gute Verkaufstexte gibt es glücklicherweise sehr viel Material im Internet. Ganz hilfreich sind hier Informationen zu “Landing Pages”, wenn es um Online-Werbung geht. Was für diese Seiten gilt, gilt für alle Verkaufsseiten.

Technisch gesehen lässt sich der Verkauf gut über PayPal und Click & Buy (ehm. Firstgate) realisieren. PayPal ist über eBay gut bekannt und bietet für den Verkäufer derzeit noch unschlagbar günstige Konditionen. Click & Buy ist bei vielen namhaften Portalen zu finden und in der entsprechenden Zielgruppe gut verbreitet. Leider sind die Konditionen hier recht abschreckend. Die Grundgebühr ist beim Basic-Account mit 5,- Euro moderat, aber von den Umsätzen werden gut 20 Prozent und mehr einbehalten, es gibt Sondergebühren für neue Nutzer usw. Das schmerzt schon sehr.

Sowohl mit PayPal als auch mit Firstgate lässt sich die Verkaufsabwicklung automatisieren. Und das ist die traumhafte Situation, von der manch einer herumschwärmt: schlafen und reich werden. Allerdings wird dann gern vergessen, dass das E-Book zunächst einmal erstellt werden muss und sobald es einmal online ist, sind Aktualisierungen ebenfalls Pflicht.

Fazit

Wie Du siehst: Alles ist möglich. Mit einem Blog und den vielen Möglichkeiten des heutigen Internet hast Du im Prinzip alles zur Verfügung, was Du für die Veröffentlichung eines Buchs oder E-Books brauchst. Vieles davon ist sogar für wenig Geld oder ganz kostenlos zu bekommen.

Du investierst vor allem Dein Fachwissen, Deine Mühe bei der Erstellung des Manuskripts und Deine Zeit in den Verkauf des Buchs.

Das sind die Hürden, die Du überwinden musst.

Und noch ein letzter Tipp: Wenn Du das alles nicht allein bewältigen willst, sprich doch andere Blogger an, ob Ihr es nicht gemeinsam auf die Beine stellen wollt. Dann wird das Buch vielfältiger und die Mühe mit der Manuskripterstellung ist auf mehrere Schultern verteilt. Jeder Autor kann das Buch oder E-Book dann in Eigenregie verkaufen. Eine zentrale Verkaufsseite wäre auch möglich, bringt aber Konfliktpotenzial: Wer verschickt die Bücher? Wer überwacht die Einnahmen? Wie und wann wird das Geld untereinander aufgeteilt? Da scheint es zumindest mir praktischer, das koordiniert jeder für sich selbst.

Links: Teil 1, Teil 2

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7 Gedanken zu „Wissen ist Geld: vom Blog zum Buch (3)

  1. Wer mit dem Ziel schreibt, als PDF zu veröffentlichen, sollte vielleicht überlegen, gleich in OpenOffice.org/StarOffice zu schreiben, da ist der PDF-Export bereits eingebaut.

    Und wer bereit ist, sich etwas einzuarbeiten, der kann mit LyX (http://www.lyx.org), LaTeX (http://tug.org/texshowcase/) oder ConTeXt (http://www.contextgarden.net) Drucksachen auf hohem Niveau erzeugen, die nicht mehr nach “Textverarbeitung” aussehen, sondern den Vergleich mit hochwertigen Publikationen nicht zu scheuen brauchen.

  2. Mich wundert ein bißchen, dass hier Lulu nicht erwähnt wird – preiswerter geht es nämlich wirklich nicht. Für schlappe 14 Euro (einschl. Versandkosten) habe ich dort mein Buch drucken lassen und bin begeistert von der Qualität. Logisch … etwas teurer wird es mit einer ISBN-Nummer, aber manchmal reicht es einem ja auch, das eigene ‘Werk’ in gedruckter Form zu erhalten und dann ist der Spaß bei BOD usw. doch relativ teuer.
    Hier der Link:
    http://www.lulu.com/de

  3. Hallo Monika, Lulu kenne ich, habe es aber selbst nicht getestet. Was mich dort abschreckt, sind die Versandkosten und dass ich niemanden habe, mit dem ich mich mal eben schnell in Verbindung setzen kann. Beim Engelsdorfer Verlag in Leipzig kostet das Paket ohne ISBN einmalig gerade mal 20 Euro und pro Buch sind die auch sehr, sehr preisgünstig. Ich kann nur empfehlen, denen einmal eine Mail mit einer Anfrage zu schicken. (Ich bekomme keine Prozente für meine Empfehlung, ich habe persönlich einfach gute Erfahrungen damit gemacht und andere auf der “bod_ies”-Mailingliste ebenfalls.)

  4. danke für den link, monika. das problem mit bod ist ja wirklich, dass die sehr teuer sind. andererseits regeln die auch den absatz, indem jede buchhandlung bei ihnen direkt ordern kann, amazon dein buch listet und auch die nationalbibliothek ein exemplar bekommt.
    selbst ausdrucken und binden lassen kann man ja immer, so dass man sein “werk” gedruckt in händen hält ;)
    man kann es sogar leicht selbst binden.
    mit isbn und bißchen verlagsdingens siehts dann aber doch professioneller und wichtiger aus.

    aber das können auch lulu und engelsdorfer zum beispiel bieten, nur dass man dort eben nicht so leicht zu ordern ist, sondern den verkauf selbst regeln muss.

    und pdf geht ohne druck direkt im netz, das ist für kunden und anbieter der schnellste und sicherste weg. find ich jedenfalls. ;)

  5. Vielen Dank für Ihre dreiteilige Serie.
    Habe auch vor, meine Blogbeiträge als Buch zu veröffentlichen. Schwankte noch zwischen Eigendruck und BookonDemand. Vor allem will ich gleichzeitig eine kostenlose E-Book-Version anzubieten, da es mir dabei nicht um’s Geldverdienen geht.

    Ihre Tipps haben mir sehr geholfen. Werde wohl doch das Angebot aus Noderstedt annehmen wegen der Bestellmöglichkeit über die Buchhandlungen und v.a. amazon.

    Herzlichen Dank für Ihren Artikel. Hat mit sehr bei der Entscheidungsfindung geholfen.

  6. Das freut mich natürlich sehr zu hören. BoD Norderstedt ist inzwischen auch deutlich billiger geworden und sicher für viele Projekte eine interessante Möglichkeit – gerade im Sachbuch- und Ratgeber-Bereich.

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