KI-Tools sind aus dem Content-Alltag kaum mehr wegzudenken und oft fällt die Wahl dann auf den Pionier und Marktführer ChatGPT. Dabei gibt es exzellente Alternativen, denn Gemini, Claude, Copilot und Mistral sind mehr als nur dasselbe Tool mit einem anderen Logo: Sie haben eigene Stärken und Schwächen sowie ganz individuelle „Persönlichkeiten“. Welcher digitale Assistent passt am besten zu deinem Workflow, deinen Aufgaben und nicht zuletzt zu den Datenschutzvorgaben deines Unternehmens? Jan Tißler macht den Vergleich und zeigt dir, welche Angebote in deinen KI-Werkzeugkasten gehören.

Inhaltsverzeichnis
Zusammenfassung
- Unterschiedliche Persönlichkeiten: Die großen ChatGPT-Alternativen haben sich zu eigenständigen Werkzeugen mit sehr individuellen Stärken und Schwächen entwickelt.
- Spezialisten für jeden Zweck: Während ChatGPT ein vielseitiger Allrounder ist, brilliert Claude zum Beispiel beim natürlichen Schreiben und Gemini bei der tiefgehenden Recherche sowie multimedialen Inhalten.
- Datenschutz im Fokus: Unternehmen mit strengen Compliance-Vorgaben finden in Microsoft Copilot (tiefe Office-Integration) oder dem europäischen Anbieter Mistral AI (lokales Hosting möglich) bessere Alternativen.
- Der beste Tipp: Setze nicht auf die eine perfekte KI, sondern baue dir einen vielfältigen Werkzeugkasten auf, um die spezifischen Stärken der verschiedenen Modelle im Team optimal zu kombinieren.
Einleitung: Die vielfältige, wachsende KI-Landschaft
Vor wenigen Jahren waren KI-Werkzeuge simple Textgeneratoren, die ich in einem Artikel noch 2022 ordentlich in die Pfanne gehauen habe. Heute sind sie aus dem Arbeitsalltag vieler Content-Profis kaum noch wegzudenken. Das gilt auch für mich selbst. Sie unterstützen bei der Recherche, bei der Bearbeitung von Texten und bei unzähligen weiteren Aufgaben.
Dabei stellt sich bald eine Frage: Welcher digitale Assistent passt am besten zu deinem persönlichen Workflow und deinen Aufgaben? Die Auswahl auf dem Markt ist schließlich groß. Oft greift man da aus reiner Gewohnheit zum bekanntesten Namen.
Ein Blick auf die Alternativen lohnt sich jedoch. Denn Gemini oder Claude sind nicht nur ChatGPT mit einem anderen Logo. Sie entwickeln sich mehr und mehr zu eigenständigen Angeboten mit individuellen Stärken, Schwächen, Features und Besonderheiten.
Nicht zuletzt haben diese Assistenten spürbar unterschiedliche Persönlichkeiten. Das ist nicht nur Geschmackssache: Es bestimmt klar mit, wofür eine KI geeignet ist und wofür nicht.
Gemeinsamkeiten der Angebote
Sie haben zugleich einiges gemeinsam. Die Benutzeroberflächen sehen sich beispielsweise alle recht ähnlich, sodass du dich meistens nicht lange eingewöhnen musst.
Die großen Modelle von OpenAI, Google, Anthropic, Microsoft und Mistral bieten zudem inzwischen alle große Kontextfenster. Das ist sozusagen das Kurzzeitgedächtnis der KI: Es bemisst, wie viele Informationen der Assistent gleichzeitig überblicken kann. Mit einem großen Kontextfenster kannst du deshalb auch umfangreiche Dokumente oder ganze Styleguides als Hintergrundinformationen hochladen.
Trotz großer Kontextfenster solltest du allerdings sorgsam entscheiden, welche Dokumente und Informationen du an die KI übermittelst. Das hat sowohl technische als auch praktische und rechtliche Gründe. Im KI-Modul der UPLOAD Content Academy gehe ich genauer darauf ein.
Eine weitere Gemeinsamkeit ist die multimodale Verarbeitung. Das meint: Die Systeme verstehen und generieren neben Text zunehmend auch Bilder, Audio oder Video. Claude ist hier eine Ausnahme, da sich dessen Anbieter voll und ganz auf textbasierte KI konzentriert. Aber wie ich gleich noch erklären werde, muss das kein Nachteil sein.
Zudem haben fast alle Angebote nützliche Recherche-Funktionen. „Deep Research“ kann dir beispielsweise viel Sucharbeit abnehmen und strukturierte Zusammenfassungen inklusive Quellenangaben liefern. Alle Kandidaten haben zudem jederzeit Zugriff aufs Web, um aktuelle Informationen einzuholen und Fakten zu überprüfen. Das hilft zugleich dabei, erfundene Fakten („Halluzinationen“) in den Antworten zu verringern.
Schauen wir uns nun einmal genauer die Stärken, Schwächen und Besonderheiten von ChatGPT und seinen wichtigsten Alternativen an.
ChatGPT: Der bekannte Name

ChatGPT von OpenAI ist für viele nach wie vor der Standard. Immerhin hat diese Plattform den aktuellen Hype rund um generative KI überhaupt erst ausgelöst. Zudem hat das Startup in schneller Folge neue Modellversionen und Funktionen herausgebracht und konnte damit seine Marktführerschaft erfolgreich verteidigen.
Entsprechend ist das Angebot vielseitig und sehr flexibel einsetzbar. So lassen sich neben Text auch Bilder analysieren, bearbeiten und erzeugen. OpenAI versteht zugleich, dass sich ihr Werkzeug in vorhandene Arbeitsabläufe integrieren muss und fügt immer mehr Verbindungen zu bekannten Drittanbieter-Plattformen hinzu.
Mit Funktionen wie den „Custom GPTs“ und „Projects“ kannst du dir wiederverwendbare Anlaufstellen für bestimmte Kampagnen oder Kunden einrichten. Du fütterst das System einmal mit den wichtigsten Briefings und Dokumenten und die KI greift bei künftigen Aufgaben immer wieder auf dieses Wissen zurück.
Ein weiteres nützliches Feature für die Textarbeit ist „Canvas“. Diese Ansicht öffnet ein separates Fenster neben dem Chat. Dort kannst du gemeinsam mit der KI an einem Dokument arbeiten. Aus unerfindlichen Gründen versteckt OpenAI diese überaus praktische Funktion jedoch oft tief in der Benutzeroberfläche.
Trotz seiner Vorreiterrolle hat ChatGPT im professionellen Einsatz aber auch spürbare Schwächen. Ein großer Kritikpunkt ist der typische KI-Schreibstil: Die Texte wirken oft formelhaft und sind für geübte Leser:innen leicht zu erkennen. Zugleich ist es schwer, ChatGPT seine Schreibmarotten auszutreiben: Oft versteht es gar nicht erst, was es tun soll oder vergisst die Anweisungen sehr schnell wieder. Aus meiner Sicht ist ChatGPT eher als Assistent hilfreich und könnte auch für kurze Social-Media-Texte geeignet sein. Long-form Content ist hingegen nicht seine Stärke.
Zudem irritierte die zuletzt recht chaotische Modellpolitik von OpenAI. Der holprige Wechsel von GPT-4o zu GPT-5 ist ein gutes Beispiel dafür. Immerhin ist dadurch die Modellauswahl einfacher und klarer geworden. Das Unternehmen hat inzwischen mehrere Updates nachgereicht, um Kritikpunkte an der neuen KI zu beheben.
Bei mir entsteht allerdings bisweilen der Eindruck, dass das Unternehmen zu sehr an viralen Effekten interessiert ist. Man denke hier an die Video-App Sora, die aus meiner Sicht kaum einen praktischen Nutzen für ernsthafte Content Creator hat. Die alltägliche Produktivität für professionelle Anwender scheint dabei zu oft in den Hintergrund zu rücken. Ich hoffe, das ändert sich wieder.
Ein weiterer Wermutstropfen für Nutzer der Basis-Tarife „Free“ und „Go“: Das Unternehmen experimentiert mit Werbung. Alle Tarife ab „Plus“ bleiben davon (noch?) verschont.
Claude: Der gute Schreiber

Claude vom Anbieter Anthropic macht sich zunehmend einen Namen. Vor einem Jahr musste ich Leute praktisch dazu zwingen, diese KI auszuprobieren. Inzwischen werde ich hingegen von manchen darauf hingewiesen, dass es ja so viel besser als ChatGPT sei, wenn es ums Schreiben geht. Gut so!
Claude hat aus meiner Sicht ein gutes Verständnis für sprachliche Nuancen. Wenn du Texte generierst, klingen diese bei Claude von Anfang an authentischer und flüssiger als bei der Konkurrenz. Ich habe auch den Eindruck, dass diese KI Anweisungen besser versteht und befolgt.
Ein weiterer Vorteil für Content-Profis ist das Kontextfenster. Claude kann je nach Modellvariante bis zu eine Million Token gleichzeitig verarbeiten. Das entspricht etwa 750.000 Wörtern. Du kannst dem System also umfassende Referenzen mitgeben.
Eine weitere Spezialität ist die „Artifacts“-Funktion. Sie war das direkte Vorbild für die Canvas-Ansicht bei ChatGPT (siehe oben). Wenn du Claude bittest, ein Dokument oder eine Präsentation zu erstellen, öffnet sich eine eigene Ansicht neben dem Chat. Dort siehst du das fragliche Werk. Du kannst es direkt betrachten, bearbeiten und in andere Werkzeuge kopieren.
Interessant ist Anthropics Arbeit rund um „agentische KI“. Das ist aus meiner Sicht noch Zukunftsmusik und heute eher experimentell. Aber angesichts der schnellen Entwicklung in der Branche könnte sich das schon bald ändern. Ein „Agent“ ist dabei eine KI, die autonom komplexere Aufgaben erfüllen kann, die mehrere Schritte und Entscheidungen erfordern. Ein praktisches Beispiel ist die „Cowork“-Funktion, die in Claudes Desktop-App zu finden ist. Hier soll die KI bei alltäglichen Aufgaben helfen, wie beispielsweise Dateien aufzuräumen oder aus verstreuten Notizen eine Übersicht zu erstellen.
Es gibt jedoch auch eine klare Schwäche: Anthropic konzentriert sich voll auf Text und Analyse. Eine native Bildgenerierung findest du hier also nicht, ebenso fehlen Features für Video oder Audio. Benötigst du die, brauchst du also Zugang zu anderen Plattformen und Anbietern. Siehe dazu etwa in dieser Ausgabe den Vergleich zwischen den Bild-Funktionen von ChatGPT und Midjourney. Aus meiner Sicht ist diese Fokussierung allerdings auch ein wesentlicher Grund für Claudes Stärke, wenn es ums Schreiben geht.
Google Gemini: Die starke Alternative

Wenig überraschend liegt eine Stärke von Google Gemini in der hauseigenen Expertise in Sachen Websuche. Wenn du für deine Texte aktuelle Informationen oder Fakten im Recherche-Alltag überprüfen musst, ist Gemini aus meiner Sicht eine gute Wahl. Die „Deep Research“-Funktion durchforstet das Netz selbstständig für dich und bereitet die Ergebnisse übersichtlich auf. ChatGPT bietet das auch, aber Geminis Ergebnisse empfinde ich als vielseitiger und detaillierter.
Gemini punktet zudem mit seinen multimedialen Fähigkeiten. Das Modell erzeugt mit seiner Bild-KI „Nano Banana“ direkt im Chat sehr ansprechende Bilder. Hinzu kommen inzwischen führende Funktionen für KI-Videos und seit Neuestem auch Musik. Mit anderen Worten: Wenn es um die Funktionsvielfalt geht, hat Gemini inzwischen ChatGPT nicht nur eingeholt, sondern auch überholt. Nach meiner persönlichen Erfahrung gilt das außerdem für die Qualität der Ergebnisse. Google hat hier eine beeindruckende Aufholjagd hingelegt.
Für Marketer bietet das Werkzeug einige wertvolle Besonderheiten. Wie die schon genannte Konkurrenz verfügt Gemini mittlerweile über eine eigene Ansicht für die gemeinsame Textarbeit (hier ebenfalls „Canvas“ genannt). Außerdem spannend ist das Zusammenspiel mit Googles KI-Notizbuch „NotebookLM“, das darauf spezialisiert ist, umfangreiche Wissens- und Dokumentesammlungen schlau aufzubereiten und zu kombinieren.
Eine Stärke von Gemini ist natürlich die tiefe Integration in andere Google-Angebote. So ist es spielend einfach, Dokumente oder Chat-Antworten zu Google Docs zu exportieren oder Informationen von dort in einen Chat hinzuzufügen. Zudem ist Gemini nahezu überall in Googles großer Onlinewelt abruf- und hilfsbereit.
Wo viel Licht ist, gibt es allerdings auch Schatten. Wenn du gerne strukturiert arbeitest, wirst du bei Gemini Funktionen wie Ordner oder dedizierte Projekte vermissen. Ich erwarte jeden Tag, dass Google dieses so nützliche Feature hinzufügt. Immerhin gibt es mit den „Gems“ eine gut funktionierende Version der „Custom GPTs“ bei ChatGPT.
Ein besonders kritischer Punkt betrifft allerdings den Datenschutz. Wer Google kennt, wird hier nicht überrascht sein. Das wichtigste Beispiel: Wenn du in den Einstellungen festlegst, dass Google deine Chats nicht für das KI-Training verwenden darf, verlierst du automatisch den Zugriff auf deine Chat-Historie. Das ist ein erheblicher Nachteil im Arbeitsalltag. Kein anderer großer Anbieter stellt eine solche Bedingung.
Bei unserem Schwesterprojekt Smart Content Report habe ich zu diesem Thema genauer hingeschaut. Siehe: „Werden meine Chats fürs KI-Training genutzt?”
Microsoft Copilot: Die sichere Wahl

Microsoft Copilot wählt einen anderen Ansatz als die bisher genannten Werkzeuge. Du musst hier in der Regel keine separate Webseite öffnen (auch wenn es die ebenfalls gibt). Die KI ist stattdessen direkt in die Programme integriert, in denen viele von uns ohnehin einen großen Teil der Arbeitszeit verbringen. Dazu gehören vor allem Word, PowerPoint und Teams.
Microsoft richtet sich mit diesem Angebot stark an Firmen, die großen Wert auf den Schutz ihrer internen Daten legen. Der größte Trumpf von Copilot ist entsprechend die Unternehmenssicherheit. Ein nützliches Element ist darüber hinaus der sogenannte Microsoft Graph: Dieses System verbindet deine E-Mails, Kalendereinträge, Chats und Dokumente miteinander. Die KI kann also auf das gesamte interne Wissen deines Unternehmens zugreifen, um dir bei deinen Aufgaben passgenau zu helfen.
Für Marketing-Teams hält Microsoft ebenfalls einige sehr nützliche Funktionen bereit. Du kannst beispielsweise Brand Kits hinterlegen. Die KI achtet dann bei der Erstellung von Präsentationen oder Texten automatisch auf die Einhaltung eurer Corporate Identity. Außerdem bietet Copilot spezialisierte Assistenten für bestimmte Aufgabenbereiche an. Dazu gehören ein „Analyst“ oder ein „Researcher“. Diese Werkzeuge sollen dir bei der strategischen Planung oder bei der Auswertung von Kampagnendaten helfen.
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Copilot gilt im Vergleich zur Konkurrenz allerdings oft als eher konservativ. Glaubt man dem Feedback, das sich online finden lässt, wirkt der Schreibstil recht steif und lässt kreatives Flair vermissen. Für Werbetexte oder emotionale Blogbeiträge ist diese KI demnach keine gute Wahl. Allerdings hat Microsoft angefangen, externe KI-Modelle wie etwa Claude ebenfalls anzubieten. Insofern scheint sich die Situation hier zu bessern.
Ein weiterer Nachteil lauert in der möglicherweise chaotischen Datenstruktur deines Unternehmens. Die KI durchsucht schließlich alle verbundenen internen Dokumente. Räumt ihr hier nicht regelmäßig auf, zieht Copilot eventuell die falschen Schlüsse aus veralteten Informationen.
Bei alledem muss ich zugeben: Ich bin selbst kein Microsoft-Nutzer und habe daher keine eigene Erfahrung mit Copilot. Deshalb beziehe ich mich darauf, was andere über diese KI zu berichten haben. Es ist allerdings zu erwarten, dass Copilot eine wachsende Rolle spielen wird. Das hat allein damit zu tun, dass Unternehmen auch im deutschsprachigen Raum oft auf Microsoft-Produkte setzen. Da ist Copilot schnell ergänzt. Entsprechend werden wir uns in Zukunft noch genauer damit auseinandersetzen.
Mistral AI: Der europäische Kandidat

Last but not least: Mistral AI aus Frankreich ist ein interessanter Herausforderer in dieser Liste. Wenn ihr großen Wert auf Datenschutz und europäische Richtlinien legt, solltet ihr euch diesen Anbieter sehr genau ansehen. Mistral punktet mit Datensouveränität und erobert sich bei Firmen in Europa zunehmend einen festen Platz.
Wir haben in dieser Ausgabe des UPLOAD Magazins einen Artikel, der dir Mistral und weitere europäische KI-Alternativen vorstellt. Und in einem weiteren Beitrag habe ich bereits beschrieben, warum „digitale Souveränität“ ein Thema ist, mit dem du dich beschäftigen solltest.
Das Unternehmen bietet mit „Le Chat“ eine eigene, sehr aufgeräumte Plattform an. Diese Oberfläche hat sich zuletzt schnell weiterentwickelt und stellt dir äußerst nützliche Werkzeuge für den Marketingalltag zur Verfügung. Ein Highlight ist die starke Dokumentenanalyse: Du kannst PDFs oder Bilder hochladen und die KI extrahiert die enthaltenen Texte erstaunlich zuverlässig. Genau wie die große Konkurrenz aus den USA bietet Mistral inzwischen eine tiefgreifende Recherche-Funktion für das Web an. Nicht zuletzt findest du hier einen Bildgenerator, der auf die „Flux“-Modelle des deutschen Startups Black Forest Labs setzt.
Ein Vorteil für Agenturen mit sensiblen Kundendaten ist die Flexibilität beim Einsatz: Mistral erlaubt es Unternehmen, die Sprachmodelle auch lokal auf eigenen Servern zu betreiben. Du behältst in einem solchen Fall die absolute Kontrolle über alle eingegebenen Informationen. Niemand außerhalb deines Unternehmens kann darauf zugreifen. Einige Mistral-Modelle kannst du gar frei herunterladen und auf deinem eigenen Rechner installieren – entsprechendes Interesse und Fachwissen vorausgesetzt. Mehr dazu in dieser Ausgabe im Artikel: „Lokale KI erklärt: Privat, flexibel und souverän“.
Bei den Schwächen zeigt sich mitunter die kurze Geschichte des Unternehmens. Wenn es um komplexes logisches Denken oder sehr tiefgründige emotionale Nuancen in Texten geht, liegen die US-Anbieter in vielen Tests noch vorne. Zudem wirkt das gesamte Ökosystem von Mistral an manchen Stellen noch etwas technischer. Die Einstiegshürde kann daher etwas höher ausfallen als bei den etablierten Platzhirschen.
Fazit
Wie du anhand dieser Übersicht hoffentlich erkennen kannst: Jedes Werkzeug in dieser Liste hat seine eigenen Spezialgebiete und Schwächen.
Mein Rat für deinen Arbeitsalltag lautet deshalb: Setze auf einen vielfältigen Werkzeugkasten. Nutze die unterschiedlichen Stärken gezielt für die passenden Aufgaben in deinem Contentworkflow.
Du könntest beispielsweise mit der starken Suchfunktion von Google Gemini tief in die Recherche für ein neues Thema einsteigen. Für die inhaltliche Planung im Team greift ihr anschließend vielleicht auf Microsoft Copilot zurück, weil dort ohnehin alle internen Dokumente und Strategiepapiere liegen. Geht es danach an das eigentliche Schreiben des Beitrags, übergibst du die gesammelten Informationen an Claude.
Dabei brauchst du nicht bei allen Anbietern sofort einen bezahlten Tarif. Die kostenlosen Versionen sind für die gelegentliche Nutzung und definitiv fürs erste Ausprobieren genug. Achte nur auf die Nutzungsbedingungen des Anbieters sowie eure KI-Richtlinien, sofern vorhanden.
Beim Smart Content Report habe ich neulich darüber geschrieben, warum es eine gute Idee ist, auf mehr als ein Werkzeug zu setzen: „Sechs gute Gründe, mehr als einen KI-Assistenten zu nutzen“
Dieser Artikel gehört zu: UPLOAD Magazin 125
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Jan hat mehr als 25 Jahre Berufserfahrung als Online-Journalist und Digitalpublizist. 2006 hat er das UPLOAD Magazin aus der Taufe gehoben. Seit 2015 hilft er als CONTENTMEISTER® Unternehmen, mit Inhalten ihre Zielgruppe anzuziehen und zu begeistern. Gemeinsam mit Falk Hedemann bietet er bei UPLOAD Publishing Leistungen entlang der gesamten Content-Marketing-Prozesskette an. Der gebürtige Hamburger lebt in Santa Fe, New Mexico.