Mit Twitterfeed automatisiert twittern – so funktioniert’s

Mit dem Dienst Twitterfeed kann man einen Twitter-Account entweder komplett automatisch befüllen oder aber auch einfach um automatisiert eingestellte Inhalte ergänzen. Eine weit verbreitete Anwendung ist beispielsweise, die neuen Blogposts automatisch zu vertwittern. Aber auch andere Dinge sind denkbar. Ich möchte Euch hier gern einmal zeigen, wie Twitterfeed funktioniert, wie man es einrichtet, was man damit machen kann und was es leider nicht so besonders gut kann.

Startseite von Twitterfeed

Startseite von Twitterfeed.

Im Einsatz habe ich Twitterfeed beispielsweise für den Twitter-Account @uploadmag, den es zwar schon länger gab, den ich aber nie aktiv genutzt hatte, weil keine Zeit war. Twitterfeed gibt mir jetzt aber eine gute Möglichkeit an die Hand, hier sinnvoll Inhalte zu veröffentlichen ohne mir extra Arbeit zu machen. Drei Dinge landen dort über diesen Dienst:

Allen drei Inhalten ist eines gemeinsam: Es gibt zu ihnen einen RSS-Feed. Denn genau das tut Twitterfeed: Es schaut in regelmäßigen Abständen im RSS-Feed nach, ob es einen neuen Inhalt gibt und wenn ja, dann veröffentlicht es den auf Twitter. Mittels einiger Optionen kann man das etwas beeinflussen.

Das Gute ist: Auf RSS-Feeds trifft man heute sehr oft. So gibt es beispielsweise Feeds für neue Fotos, die man bei Flickr hochgeladen hat oder für Videos, die man bei YouTube als Favorit gekennzeichnet hat.

Insofern sind die Einsatzmöglichkeiten von Twitterfeed sehr vielfältig. Aber wie funktioniert es denn nun?

So funktioniert es

Zunächst einmal muss man sich einen Account bei Twitterfeed anlegen, was netterweise auch über OpenID funktioniert, wenn man das denn möchte. Hat man das erledigt, landet man gleich in der Eingabe für den ersten Feed:

Neuen Feed bei Twitterfeed anlegen

Klickt man oben auf “Connect your feed to your Twitter Account”, wird man auf eine Seite bei Twitter weitergeleitet, auf der man seinen Benutzernamen und das Passwort eingibt. Ist das geschafft, wird man wieder zurückgeleitet und der Feed ist mit diesem Twitteraccount verknüpft. Wenn Ihr später wieder bei Twitter seid, schaut einmal unter “Settings” und dann “Connections” nach – dort findet ihr jetzt einen Eintrag von Twitterfeed.

Gebt dem Feed dann einen Namen, durch den ihr ihn wiedererkennen könnt. Er ist nicht nach außen sichtbar und spielt nur für euch eine Rolle. Als nächstes ist die Adresse des Feeds anzugeben. Durch einen Klick auf “test rss feed” könnt ihr sofort überprüfen, ob der Feed lesbar ist.

Klickt dann auch auf “Advanced Settings”, um noch weitere Einstellungen anzeigen zu lassen. Denn hier könnt ihr beispielsweise festlegen, wie oft Twitterfeed nach neuen Inhalten schauen soll. Außerdem interessant: Welcher Inhalt aus dem Feed soll bei Twitter landen: Schlagzeile (“title only”), Text (“description only”) oder beides (“title & description”)? Ich habe mich nur für die Schlagzeile entschieden, weil alles andere sowieso nicht in die 140 Zeichen bei Twitter passt – aber das kommt ganz auf den Anwendungsfall an.

Hinweis: Bei mir funktioniert diese Auswahl interessanterweise unter Safari 4 erst im zweiten Versuch, also erst, nachdem ich den Feed mit allen Einstellungen einmal abgespeichert habe. Rufe ich ihn dann erneut auf, habe ich alle drei Möglichkeiten. Vorher habe ich immer nur “title & description” als Auswahl. Im Firefox habe ich das Problem nicht.

Außerdem könnt ihr noch angeben, ob vor und hinter den automatisch aus dem Feed geholten Inhalten noch ein Text stehen soll. Das kann beispielsweise ein Hinweis sein, worum es sich handelt. Ich habe da für meine drei oben genannten Feeds “Neues Posting:”, “Neu im Podcast:” und “Linktipp:” bei “Post Prefix” eingetragen. Das erscheint also vor dem jeweiligen Text. Will ich, dass hinter dem Text immer etwas engefügt wird, vermerke ich das bei “Post Suffix”.

Ihr habt noch weitere Optionen, die ich hier aber nicht alle einzeln erklären möchte.

Klickt auf “Save” und alles ist gespeichert. Ab sofort prüft Twitterfeed den genannten RSS-Feed auf neue Inhalte und schickt sie wie eingestellt zu Twitter.

So sieht es beispielsweise aus, wenn Twitterfeed in meinen auf Mento abgespeicherten Links etwas Neues entdeckt:

Beispieltweet mit Twitterfeed

Erst kommt das “Post Prefix” (in diesem Fall “Linktipp:”), dann die gefundene Überschrift und dann der automatisch mit bit.ly gekürzte Link. Der Dienst bit.ly ist übrigens sehr interessant, weil er kostenlos und ohne Anmeldung eine Klickstatistik mitliefert. Hier habe ich einmal beschrieben, wie man mit bit.ly Adressen kürzt und die Klickstatistik sieht.

Probleme und Nachteile von Twitterfeed

Ein großer Nachteil von Twitterfeed ist eine gewisse Langsamkeit. Das kürzeste Intervall, das man einstellen kann, ist eine halbe Stunde. Neue Inhalte werden also im ungünstigsten Fall erst nach 30 Minuten entdeckt und veröffentlicht. Bei brisanten News kann das schon entscheidend sein.

Kommt es einem darauf an, dass Inhalte möglichst zeitnah bei Twitter landen, ist Twitterfeed also nicht geeignet. Leider gibt es auch keine Möglichkeit, daran etwas zu ändern. Ich denke, dass manche Nutzer bereit wären, etwas Geld zu bezahlen, wenn sie dafür kürzere Intervalle bekommen oder einen Knopf für die sofortige Veröffentlichung oder die Möglichkeit, Twitterfeed anzupingen – was ja prinzipiell möglich sein sollte. Aber das ist alles noch Wunschtraum.

Noch bin ich mir auch nicht sicher, wie zuverlässig Twitterfeed funktioniert. Ich habe keine Testreihe gestartet, aber ich habe den subjektiven Eindruck, dass der zeitliche Abstand bis zur Veröffentlichung bei Twitter manchmal ein gutes Stück größer ist als man eingestellt hat. Bislang ist aber kein Inhalt verloren gegangen.

Das Dashboard von Twitterfeed

Im “Dashboard” bekommt man einen Überblick zu allen Feeds.

Was man generell beachten sollte

Generell sollte man daran denken, automatisch eingestellte Inhalte nur gezielt einzusetzen und nicht, um einen maximalen Output zu erzeugen. Viele Nutzer finden es eher langweilig, wenn nur ein Bot twittert und kein Mensch. Aber das ist Geschmackssache. Es kann ein guter Service sein, wenn man ihn gezielt einsetzt. Der Twitter-Account von UPLOAD ist beispielsweise für alle gedacht, die über die Themen und Inhalte dieser Seite auf dem Laufenden bleiben wollen und das eben gern innerhalb von Twitter haben möchten. Dafür ist Twitterfeed ideal.

Jetzt neu: „Kanban – Die schnelle Einführung“

Kanban – Die schnelle Einführung
(Coverfoto: © fizkes, depositphotos.com)

Mehr über die Inhalte erfahren ...

 

19 Gedanken zu „Mit Twitterfeed automatisiert twittern – so funktioniert’s

  1. Wie im Beitrag korrekt erwähnt, sollte man es vermeiden, mittels Twitterfeed sogenannte “Linkschleudern” zu erzeugen. Als Linkschleudern gelten bei Twitter Accounts, welche ausschliesslich Links zu Blogposts etc. publizieren und auf jedgliche Interaktion mit den Followern verzichten. Bei Dwitter sind wir dazu übergegangen, reine Linkschleudern mehr und mehr zu entfernen, weil sie einfach keinen Mehrwert bieten.

    Wer als Blogger ernsthaft Twitter nutzen will, sollte sich die Mühe machen, manuell auf seine neuen Beiträge zu verweisen. Dies erlaubt es auch, sogenannte Hashtags (#tag) zu setzen (was die Halbwertszeit eine Tweets massiv erhöht).

  2. Ich danke für diesen Tipp, für mich est er sehr hilfreich, weil ich meine Beiträge oftmals vorab poste (weil oft abwesend) und später vergesse, ihn zu twittern.

    Auch die Beschreibung zu bit.ly habe ich mir durchgelesen – ich verstehe jedoch nicht, wie ich die Statistik von mit twitterfeed erzeugten tweets dort aufrufen kann, nur die selbst angefragten Kurz-Links werden dort gelistet.

    Zitantengrüße von Christa

  3. @Dwitter: Twitter-Accounts, die nur aus Links auf die eigene Seite bestehen, finde ich auch nicht so interessant. Aber Spiegel_Eil ist damit z.B. erfolgreich. Manche Nutzer haben solche News halt lieber bei Twitter als im Feedreader. Warum sollte man die nicht bedienen? Gut wäre es natürlich, das Kommunikationselement dabei nicht zu vergessen und trotzdem mit den Followern zu interagieren.

    @Christa: Eine direkte Verbindung gibt es meines Wissens nicht, nur diese zwei Möglichkeiten:

    1. Direkt nach dem Login bei Twitterfeed landest Du im Dashboard mit der Übersicht zu allen Feeds. Klick hier einmal auf den Namen eines Feeds. Dann bekommst Du zumindest eine Übersicht zu den letzten x Links – leider nicht zu allen. Hast Du sicher schon gesehen, aber ich wollte es einfach erwähnt haben ;-)

    2. Du kannst wie im bit.ly-Artikel beschrieben die Statistik für jeden Link einzeln aufrufen. Naja. Komfortabel geht anders.

    Mehr wüsste ich jetzt nicht. Aber vielleicht tut sich da ja noch was.

    @Stefan: Ja, solche Zufälle gibt es häufiger. :-)

    Hier noch der Link zu Stefans Artikel über das WordPress-Plugin “Post to Twitter”.

  4. Lustig, obwohl der Artikel “schon” ein Jahr alt ist, habe ich ihn heute noch einmal gut gebrauchen können, um einen Twitter-Robot zu erstellen. (Einen guten und kein Nonsens-Account ;-))

  5. Guter Artikel! Unabhängig ob Spam oder nicht gibt es noch eine weitere Möglichkeit aktuellere Tweets per RSS-Feed abzugeben. Wenn ihr Feedburner nutzt, so könnt ihr über den Punkt Publicize und dann Socialize euren Feed schnell und bequem an Twitter weitergeben und braucht keine 30 Minuten warten. Ich habe dies unter http://twitter.com/aktuelleNews24 z.B. für eine Nachrichtenseite genutzt.

  6. kann es sein, dass twitterfeed beim auslesen der rss-feeds ganz schön unzuverlässig ist? Ich hab 2 feeds bei twitterfeed und bei beiden wird im Dashbord ein uralter Artikel als der aktuelle angezeigt…

  7. Schöner Hinweis um web2.0 zu betreiben. Habe nur eine Frage: wie kriege ich es hin das eine Facebook Seite der Firma die über den privaten Account gepflegt wird – also kein eigener Account – zusätzlich neben den normalen Post automatisch mit dem Feed zu verknüpfen ?
    Habe ich was verpasst oder ist das ganz einfach ?
    Vielen Dank für die Antworten.
    Gruss Klaus

  8. Hm..
    Also ich werde mich von Twitterfeed wieder verabschieden, denn zum widerholten Male versagt der Dienst und erkennt keine neuen Posts in meinem Blog -> keine Updates über Facebook und Twitter.

    Da kann ich dann auf Twitterfeed getrost verzichten und wieder alles manuell per Tweetdeck ankündigen…

  9. Hallo,
    ich habe einen Twitterfeed samt Yahoo Pips angelegt um einige Twitter-Nachrichten zu Retweeten. Leider muss ich dir recht geben, irgendwie stimmt da was nicht mit dem Sychronisieren. Einige Feeds werden nicht übertragen oder scheinbar sehr spät. In der RSS ansicht stehen diese aber drin. Bin mal gespannt wie es weiter geht.
    Gruß,
    Andreas

Kommentare sind geschlossen.