Wer beeinflusst den Erfolg deines Projekts? Oft sind es nicht nur die direkten Teammitglieder, sondern eine ganze Reihe von Menschen mit unterschiedlichsten Interessen. In diesem Buchauszug aus „Weniger schlecht Projekte managen“ von Anne Schüßler und Peter Schüßler (dpunkt Verlag) erfährst du, wie du den Stakeholderdschungel durchblickst. Lerne, wie du Unterstützer gewinnst, Kritiker abholst und Kommunikationsstrategien klug planst, damit dein Vorhaben möglichst reibungslos abläuft.

Zusammenfassung
- Stakeholder sind alle Personen oder Gruppen, die ein Interesse an einem Projekt haben oder von dessen Ausgang betroffen sind.
- Die systematische Identifikation aller Beteiligten basiert auf einer gründlichen Umfeldanalyse zu Beginn des Projekts.
- Die Bewertung der Stakeholder erfolgt anhand von zwei wirkungsvollen Kriterien: dem potenziellen Einfluss und dem Konfliktpotenzial.
- Ein Stakeholderportfolio teilt Personen anschaulich in Opponenten, Promotoren, Querulanten und unbedeutende Akteure ein.
- Für jede Gruppe gibt es passgenaue Kommunikationsstrategien, deren Aufwand zeitlich und finanziell im Projektplan verankert sein muss.
Einführung ins Stakeholdermanagement
Unter dem Begriff Stakeholder findet sich in der deutschen Wikipedia folgende Definition:
Als Stakeholder (dt. Teilhaber) wird eine Person oder Gruppe bezeichnet, die ein berechtigtes Interesse am Verlauf oder Ergebnis eines Prozesses oder Projekts hat.
Wikipedia
Stakeholder sind im Übrigen nicht zu verwechseln mit Shareholdern: Als Shareholder werden die Inhaber oder Anteilseigner eines Unternehmens bezeichnet. Bei Ersteren geht es also um all jene Beteiligten, die in irgendeiner Art und Weise ein Interesse am Unternehmen bzw. am Projekt haben, bei Zweiteren um die Beteiligten, die auf irgendeine Art und Weise finanziell an der Unternehmung beteiligt sind.
Unter einer Stakeholderanalyse versteht man dementsprechend eine Ermittlung der Interessenträger einer Sache sowie die Art und Weise der Beziehung. Doch bevor wir mit der Analyse anfangen, müssen wir erst mal herausfinden, wer diese ominösen Stakeholder überhaupt sind.
Einfach gesagt, sind Stakeholder alle Personen oder Personengruppen, die ein Interesse an dem Projekt haben oder die von dem Projektvorhaben betroffen sind. Häufig wird in diesem Zusammenhang auch von den Projektbeteiligten gesprochen. Das greift allerdings deutlich zu kurz, da die Projektbeteiligten tatsächlich nur diejenigen Personen sind, die auch aktiv im Projekt mitarbeiten. Betroffenheit kann aber auch bei den Personen ausgelöst werden, die eben gerade nicht aktiv an dem Projekt oder der Durchführung des Projekts beteiligt sind. Denken Sie an die Anwohner bei einem Bauprojekt, denken Sie an die Anwender einer zu entwickelnden Software, denken Sie an die Mitarbeiter in Ihrem Unternehmen, die von einem Umstrukturierungsprojekt betroffen sind, und so weiter. All diese Personengruppen sind nicht beteiligt, wurden im Zweifel auch nicht gefragt, sind aber trotzdem in hohem Maße von Ihrem Projekt und seinem Ausgang betroffen. Aber auch die aktiv am Projekt beteiligten Personen sind Stakeholder. Ihre Teammitglieder haben hoffentlich ein Interesse an dem Projekt, Ihr Auftraggeber wird sich für das Projekt interessieren, und vermutlich wird auch die Geschäftsführung einen Blick auf den Projektfortschritt und später den Projekterfolg werfen.
Das sind schon mal ganz schön viele Menschen, die Sie zu analysieren haben. Eventuell haben Sie jetzt erst mal einen Schreck bekommen, diese ganzen Leute hatten Sie gar nicht auf dem Schirm, wo kommen die auf einmal her? Gern würden Sie jetzt hören, dass wir uns einen kleinen Scherz erlaubt haben, Sie wollten doch nur in Ruhe Ihr Projekt managen, müssen Sie sich jetzt wirklich um all diese Menschen kümmern? Und jetzt mal ehrlich, geht die das überhaupt was an, die sind doch nicht Ihr Chef, können die Ihnen wirklich in Ihr schönes Projekt reinpfuschen?
Natürlich können sie das, denken Sie wieder an John Donne und die Insel: Kein Projekt ist eine Insel, kein Projekt wird in einem Vakuum durchgeführt. All diese Personengruppen können Einfluss auf Ihr Projekt nehmen und werden das im Zweifel auch tun. Glücklicherweise geht es hier aber nicht nur um negativen, sondern auch um positiven Einfluss. Insofern ist es nicht nur hilfreich, sondern sogar notwendig, die Stakeholder systematisch zu analysieren, um herauszufinden, wer Ihnen im Projekt schaden kann, wen Sie aber umgekehrt auch einbeziehen können, um Ihr Projekt voranzubringen. Stakeholder können beides sein: Projektverhinderer und Projektförderer.
Um herauszufinden, mit wem Sie es zu tun haben, müssen Sie darüber nachdenken, in welchem Verhältnis die Personen oder Personengruppen jeweils zu Ihrem Projekt stehen. Wie ist deren Interesse in Bezug auf das Projekt motiviert? In einem zweiten Schritt schauen Sie sich dann an, wie Sie mit den jeweiligen Gruppen umgehen möchten. Jetzt sind wir auch schon mittendrin im großen Stakeholderdschungel und kämpfen uns durchs Gestrüpp. Gehen wir also ein paar Schritte zurück, fangen wir noch mal ganz am Anfang an und gehen wir ganz systematisch an die Sache heran.
Um diesen Artikel zu lesen, benötigst du mindestens einen kostenlosen „UPLOAD Community“-Account.
Hol ihn dir in nur einem Schritt und schalte den Beitrag jetzt frei:
Nach dem Abschicken kannst du den Artikel sofort lesen. Wir schicken dir weitere Infos in einer E-Mail.
Es lohnt sich: Mit deinem kostenlosen Community-Account hast du Zugriff auf zahlreiche weitere spannende Artikel und nützliche Downloads. Außerdem profitierst du von exklusiven Rabatten.
Du erfährst zudem immer, sobald wir neue Inhalte für dich veröffentlicht haben.
Hast du bereits einen Account?
Dann melde dich erst hier an und lade danach diese Seite neu.

Über das Buch
Dieser Artikel ist ein Ausschnitt aus dem Buch „Weniger schlecht Projekte managen“ von Anne Schüßler und Peter Schüßler, erschienen im dpunkt Verlag. Aus der Beschreibung:
Wer kennt das nicht? Einmal kurz im Gespräch mit dem Chef nicht aufgepasst – und schon ist man Projektmanager*in. Was zunächst wie eine glorreiche Beförderung aussieht, entpuppt sich im Arbeitsalltag als holpriger Weg voller Stolpersteine und Matschpfützen. Dieses Buch zeigt Ihnen, wie Sie ein weniger schlechter Projektmanager werden. Anne Schüßler (Bloggerin und IT-Fachfrau) und Peter Schüßler (Profi in Sachen Projektmanagement) vermitteln unterhaltsam solides Methodenwissen zur Rolle und den Aufgaben des Projektmanagers.
Über die Autor:innen
Anne Schüßler studierte aus Interessensüberforderung erst brotlose Kunst, kriegte dann aber doch noch die Kurve und macht jetzt was mit Software. Sie glaubt fest an agile Softwareentwicklung, transparente Kommunikation und Marillenknödel. Ansonsten ist sie ein bisschen zu oft in diesem Internet, bloggt über die Welt so im Allgemeinen und twittert unter @anneschuessler.
Peter Schüßler ist als zertifizierter Senior Projektmanager (IPMA Level B) Leiter eines Stabsbereichs für Inhouse-Beratung und Coaching mit Schwerpunkt Projektmanagement in einem deutschen Energiekonzern. Auf dem Weg dahin hat er eine Menge Erfahrung in unterschiedlichen Projekten und Projektrollen im In- und Ausland gesammelt.
Das Buch lesen
„Weniger schlecht Projekte managen“ kannst du direkt beim dpunkt Verlag als gedrucktes Buch, E-Book oder Bundle kaufen.
Dieser Artikel gehört zu: UPLOAD Magazin 127
- Weitere Artikel aus dieser Ausgabe kostenlos auf der Website lesen ...
- Bleib auf dem Laufenden über neue Inhalte mit dem „Update am Montag“ …
Schon gewusst? Mit einem Zugang zu UPLOAD Magazin Plus oder zur Content Academy lädst du Ausgaben als PDF und E-Book herunter und hast viele weitere Vorteile!
UPLOAD ist eine digitale Lernplattform für Content-Schaffende, herausgegeben von Falk Hedemann und Jan Tißler. Möchtest du uns gern kennen lernen, empfehlen wir dir das „Update am Montag“. Darin erfährst du einmal pro Woche, was es Neues bei uns gibt.