FAQ-Schema auf hunderten Produktseiten, ein neues CMS und andere technische Tricks und Kniffe: Viele Teams reagieren auf sinkende Sichtbarkeit in KI-Suchen mit Maßnahmen, die sich gut planen lassen. Neue Analysen legen jedoch nahe, dass strukturierte Daten allein kaum Einfluss darauf haben, ob Google AI Mode, ChatGPT oder ähnliche Antwortsysteme eine Marke zitieren. Entscheidend sind offenbar eher Erwähnungen in vertrauenswürdigen Quellen, belastbare Inhalte und eigene Daten. Lies hier, was das für Content-Teams bedeutet und welche technische Basis trotzdem nötig bleibt.

Schema hilft beim Verstehen, aber nicht zwingend bei der Auswahl
Zach Ball berichtet in seinem Beitrag bei CMSWire über eine Studie von Ahrefs, die den Effekt von JSON-LD auf KI-Zitate untersucht hat. Das zentrale Ergebnis: Strukturierte Daten führten in der untersuchten Stichprobe zu keinem messbaren Anstieg der Sichtbarkeit in KI-Antworten.
Ahrefs verglich 1.885 Seiten, die zwischen August 2025 und März 2026 JSON-LD ergänzt hatten, mit ähnlichen Kontrollseiten ohne neue Auszeichnung. Gemessen wurden die Veränderungen bei Google AI Overviews, Google AI Mode und ChatGPT jeweils 30 Tage vor und nach der Einführung. Für AI Mode ergab sich ein Plus von rund 2,4 Prozent, für ChatGPT von etwa 2,2 Prozent. Die Autoren bewerten diese Werte als statistisch nicht aussagekräftig. Bei AI Overviews ging die Zahl der Zitate sogar leicht zurück.
Das heißt nicht, dass Schema-Markup überflüssig ist. Strukturierte Daten können Suchmaschinen und Systemen helfen, Inhalte zu crawlen, einzuordnen und technische Zusammenhänge zu verstehen. Doch zwischen Verständlichkeit und Auswahl als Quelle liegt ein Unterschied: Eine Seite kann sauber ausgezeichnet sein, ohne in einer KI-Antwort als Beleg oder Empfehlung aufzutauchen.
Eine wichtige Einschränkung der Untersuchung
Die untersuchten Seiten waren bereits sichtbar. Sie hatten vor der Schema-Ergänzung jeweils mindestens 100 Nennungen in AI Overviews erhalten. Daraus lässt sich nicht ableiten, ob strukturierte Daten neuen oder bisher kaum erfassten Seiten beim ersten Auffinden helfen könnten. Für einen unmittelbaren Effekt auf bestehende KI-Zitate liefert die Studie jedoch keinen Beleg.
Auch Google verweist in seinen eigenen Hinweisen darauf, dass kein spezielles Markup für AI Overviews oder AI Mode erforderlich ist. Wer Schema nur deshalb einplant, um häufiger in generativen Antworten genannt zu werden, sollte diesen erwarteten Nutzen daher kritisch prüfen.
Markenerwähnungen korrelieren stärker als Backlinks
Statt technischer Auszeichnung rückt die Analyse eine andere Größe in den Mittelpunkt: die Präsenz einer Marke in externen Quellen. Ahrefs untersuchte laut dem Bericht 75.000 Marken über mehrere KI-Systeme hinweg. Dabei lag die Korrelation zwischen markenbezogenen Web-Erwähnungen und KI-Sichtbarkeit bei 0,664. Für Backlinks betrug der Wert 0,218. Erwähnungen auf YouTube erreichten mit 0,737 den höchsten gemeldeten Wert.
Diese Zahlen beweisen keine direkte Ursache. Eine Korrelation zeigt zunächst nur, dass zwei Entwicklungen gemeinsam auftreten. Marken mit vielen Erwähnungen können etwa zugleich bekannter sein, häufiger über eigene Zahlen und Fakten verfügen oder in etablierten Fachmedien vorkommen. Dennoch deutet das Ergebnis darauf hin, dass Antwortsysteme externe Reputation stärker berücksichtigen könnten als klassische Linksignale allein.
Für die Praxis ist vor allem ein Punkt wichtig: Ein Backlink und eine nicht verlinkte Erwähnung entstehen oft im selben Kontext. Eine Redaktion, ein Fachblog oder ein Branchenexperte hält ein Unternehmen, eine Studie oder eine Person für relevant und verweist darauf. KI-Systeme können beide Formen wahrnehmen, sofern die Quelle in ihren Datenbeständen oder Abrufsystemen vorkommt.
- Backlinks bleiben relevant, sie sind aber offenbar nicht das einzige Signal für KI-Sichtbarkeit.
- Unverlinkte Erwähnungen können ebenfalls zur Markenpräsenz beitragen.
- Qualität und Kontext der Quelle sind wichtiger als eine große Zahl beliebiger Verzeichniseinträge.
- Eigene Daten, Fachwissen und zitierfähige Aussagen schaffen Anlässe, über eine Marke zu berichten.
Um den gesamten Artikel zu lesen, benötigst du mindestens einen kostenlosen „UPLOAD Community“-Account.
Hol ihn dir in nur einem Schritt und schalte den Beitrag jetzt frei:
Nach dem Abschicken kannst du den Artikel sofort lesen. Wir schicken dir weitere Infos in einer E-Mail.
Es lohnt sich: Mit deinem kostenlosen Community-Account hast du Zugriff auf zahlreiche weitere spannende Artikel und nützliche Downloads. Außerdem profitierst du von exklusiven Rabatten.
Du erfährst zudem immer, sobald wir neue Inhalte für dich veröffentlicht haben.
Hast du bereits einen Account?
Dann melde dich erst hier an und lade danach diese Seite neu.
UPLOAD ist eine digitale Lernplattform für Content-Schaffende, herausgegeben von Falk Hedemann und Jan Tißler. Möchtest du uns gern kennen lernen, empfehlen wir dir das „Update am Montag“. Darin erfährst du einmal pro Woche, was es Neues bei uns gibt.